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Wer in München normalerweise öffentlich zur Schule, in die Arbeit oder zu anderen Terminen fährt, muss am Mittwoch nach Alternativen suchen: Die meisten U-Bahnen und Straßenbahnen fallen aus, viele Busse sind stark eingeschränkt. Eine Ausnahme: Die U6 verkehrt im Zehn-Minuten-Takt zwischen Marienplatz und Fröttmaning – Fußballfans können also das DFB-Pokalspiel in der Allianz-Arena am Abend über diesen Weg erreichen.
Fußball wichtiger als Arbeit und Schule?
Für viele ist das unverständlich: "Unfassbar. Die arbeitende Bevölkerung kann schauen, wie sie zur Arbeit kommt. Bei Nichtantritt drohen Lohnkürzungen. Fußballfans müssen natürlich rechtzeitig zum Anpfiff der Spiele mit ihren überbezahlten Stars im Stadion sein (...)", heißt es etwa in einem Kommentar unter dem Warnstreik-Ticker von BR24 von "apfelbluete".
Ist der Weg zum Fußballspiel tatsächlich wichtiger als beispielsweise der Arbeits- und Schulweg?
Die Stadt München äußert sich dazu auf Anfrage von BR24 nicht und verweist auf die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Maximilian Kaltner, Pressereferent der MVG, sagt im Gespräch mit BR24: "Ich würde nicht sagen, dass das Fußballspiel gegenüber dem Berufsverkehr priorisiert wurde, sondern eher der sichere Betrieb."
MVG: Betrieb der U6 ist Priorität
Eine U-Bahn-Linie könne befahren werden, wenn gesichert sei, dass der Zugverkehr bis Betriebsende laufe oder eine geregelte Einstellung möglich sei, so Kaltner. "Was nicht passieren darf: dass auf einmal in der Leitstelle zu wenig Personal ist oder der Fahrer Schichtende hat und der Zug auf der Strecke bleibt und die Bahnhöfe volllaufen und wir die Leute nicht mehr wegkriegen."
Dass sich die MVG für die Linie U6 entschieden hat, hängt demnach nicht primär mit dem Fußballspiel zusammen: "Die Priorität lag immer schon auf der Linie U6, weil das die meistbefahrene Linie ist", so Kaltner. "Da haben wir nichts an unserem Konzept geändert."
Mehr Personal als erwartet
Da das Personal am Streiktag nicht für den Betrieb der gesamten Strecke reiche, habe man sich auf einen Abschnitt beschränkt. "Da haben wir einen ausgesucht, der verkehrlich sinnvoll ist und eben nicht zu einem Chaos führt."
Die MVG hatte zunächst geplant, den Streckenabschnitt der U6 ab 17.30 Uhr in Betrieb zu nehmen. Am Morgen des Streiktags meldeten sich Kaltner zufolge jedoch mehr Mitarbeiter zum Dienst als erwartet. Deshalb habe man kurzfristig entschieden, früher in Betrieb zu gehen.
FC Bayern: Fans sollten früh zum Stadion kommen
Im Vorfeld war zeitweise unklar gewesen, ob das DFB-Pokalspiel in der Allianz-Arena wegen des Warnstreiks ausfällt. Dass das Spiel nun doch stattfinden könne, sei "das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen aller Beteiligten, insbesondere der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG und der Polizei", teilte der FC Bayern mit. Der Verein bittet die Fans, die Anreise zum Pokalspiel gut zu planen und früh zum Stadion zu kommen.
BR24 auf Instagram: Wie sehr betrifft der Streik die Menschen?
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