Immer im März gibt es einen Probealarm in Bayern. Im September folgt der bundesweite Warntag. Das Ziel: Für Warnsysteme sensibilisieren.
Immer im März gibt es einen Probealarm in Bayern. Im September folgt der bundesweite Warntag. Das Ziel: Für Warnsysteme sensibilisieren.
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Immer im März gibt es einen Probealarm in Bayern. Im September folgt der bundesweite Warntag. Das Ziel: Für Warnsysteme sensibilisieren.
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Immer im März gibt es einen Probealarm in Bayern. Im September folgt der bundesweite Warntag. Das Ziel: Für Warnsysteme sensibilisieren.

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Bayernweiter Warntag – um elf Uhr wird es laut

Bayernweiter Warntag – um elf Uhr wird es laut

Über Warn-Apps auf dem Handy gibt es einen Warnton und eine entsprechende Meldung, Sirenen heulen in den Kommunen und Lautsprecherwagen beschallen die Straßen: So klingt der Probealarm in Bayern. Am heutigen Donnerstag ist es wieder so weit.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Ein auf- und abschwellender Heulton um elf Uhr, eine Minute lang: So klingt der Probealarm der Sirenen. Handys geben einen schrillen, lauten Ton von sich. Ausgelöst wird der Alarm vom Bayerischen Melde- und Lagezentrum im Innenministerium über die Warn-Apps Nina, Katwarn und Biwapp sowie über den Mobilfunkdienst Cell Broadcast.

Der bayernweite Probealarm dient dazu, Alarmierungsketten für den Ernstfall, wie eine Bombendrohung, zu testen und das Bewusstsein für Warnsysteme zu schärfen. Durch die Vielzahl der Warnmittel wird sichergestellt, so das Innenministerium, dass eine Warnung möglichst viele Menschen erreicht.

Neu in diesem Jahr: eine akustische Entwarnung des Probealarms um halb zwölf mit einem einminütigen Dauerton.

Cell Broadcast: Warnung direkt aufs Handy

Vor drei Jahren hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) den neuen Mobilfunkdienst Cell Broadcast auf dem Handy eingeführt. Ähnlich wie eine SMS läuft die Textnachricht direkt auf das Handy und öffnet sich unter dem lauten Signalton automatisch. Der Absender: "CB-Nachrichten". Der Vorteil: Jeder, der Netzempfang hat – egal, ob Einheimischer oder Reisender – erhält die Warnung. Voraussetzung ist laut BBK, dass man in ein Mobilfunknetz eingeloggt ist. Wer nur mit WLAN verbunden ist, erhält die Warnung nicht. Manche ältere Geräte können Cell Broadcast nicht empfangen.

Zusätzlich zum Handy heulen Sirenen vor Ort

Parallel setzen die Integrierten Leitstellen sowie die Sicherheits- und Katastrophenschutzbehörden in den Regionen zeitversetzt ebenfalls eine Warnmeldung ab. Es kann damit zu Doppelungen kommen. Außerdem lösen die Kreisverwaltungsbehörden eigene Warnmittel aus wie Sirenen, Lautsprecherdurchsagen sowie Meldungen auf Stadtwerbetafeln und den Verwaltungs-Websites.

Noch immer zu wenige Sirenen in Bayern

Laut Innenministerium gibt es mehr als 11.000 Sirenen in Bayern. Der Bedarf ist höher. Es gibt noch Luft nach oben, so eine Ministeriumssprecherin. Tatsächlich rüsten die bayerischen Kommunen mit Hilfe von Förderprogrammen von Freistaat und Bund immer weiter auf – mit digitalen, von Leitstellen zentral gesteuerten Sirenen. Beispiele: die Landkreise Aschaffenburg, Passau, Bamberg, Neu-Ulm, Rosenheim und Berchtesgadener Land.

Warnung in Radio, TV und Social Media

Im Ernstfall dabei ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk wie der BR. Hörfunk und TV unterbrechen ihre Programme und geben die Warnung sofort weiter. Viele große Rundfunksender können Notstromaggregate nutzen, sodass sie auch bei Stromausfall sendefähig sind. Verbreitet wird die Probewarnung auch in sozialen Medien sowie auf digitalen Werbetafeln.

BR24 auf TikTok: Es ist wieder bayernweiter Warntag

Was tun im Ernstfall?

Bei einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit – wie bei einer Bombendrohung – sollte man das Radio einschalten und auf weitere Meldungen achten. Im Ernstfall sind insbesondere Fenster und Türen zu schließen und Klimaanlagen sowie Lüftungen, auch im Auto, abzuschalten. Straßenpassanten sollen sofort das nächste Gebäude aufsuchen und Autofahrer sollen im Auto bleiben. Da die Polizei und die Hilfsorganisationen auf freie Straßen angewiesen sind, sollen Verkehrswege nicht blockiert werden. Erst nach der Entwarnung durch Rundfunk- oder Lautsprecherdurchsagen können die Gebäude wieder verlassen werden.

Probewarnung kann Ängste auslösen

In einigen Teilen der Bevölkerung, möglicherweise bei älteren Menschen, Geflüchteten aus Kriegsgebieten oder bei Kindern, können die lauten Handy-Warnsignale und Sirenen Angst auslösen. Das BBK empfiehlt, vorab das Gespräch mit Betroffenen zu suchen und darauf hinzuweisen, dass es sich um eine Probewarnung handelt und keine reale Bedrohung vorliegt.

Neu: Warnung über DAB-Radios

Auch DAB-Radios können Alarm geben. Eine neue Technik des Fraunhofer Instituts aus Erlangen ("Automatic Safety Alert") soll künftig DAB-Radios aus dem Standby holen - auch ohne Mobilfunk- oder Internetverbindung und eine laute Alarmierung auslösen. Die Alarmierung erfolgt regional angepasst über sogenannte Geo-Codes. Eine Abstufung stellt sicher, dass man nicht bei "kleinerem" Alarm nachts vom DAB-Radio geweckt wird. Erstmals soll diese neue Technik jetzt zum Probealarm am 12. März getestet werden.

Im Video: Vorbereitungen für den Probealarm

DAB-Radios
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DAB-Radios

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