Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit und ein gesetzlicher Feiertag. Anders als der Name zunächst vermuten lässt, haben die meisten Menschen an diesem Feiertag frei. Wer trotzdem am 1. Mai arbeitet, kriegt in der Regel deutlich mehr Geld als sonst. Das kann ein Zuschlag von 100 bis 150 Prozent sein – oder mehr. Wie viel genau, regelt der jeweilige Arbeits- oder Tarifvertrag.
Manche Tarifverträge definieren "hohe Feiertage"
Einige Tarif- bzw. Arbeitsverträge machen innerhalb der Feiertage nochmal eine Unterscheidung – und definieren bestimmte "hohe Feiertage". Der 1. Mai gehört häufig dazu, ansonsten sind es meist christlich geprägte Feiertage.
Der Gedanke dahinter: Hohe Feiertage gelten als besonders wichtig – wer an ihnen arbeiten muss, soll deshalb nochmal extra entschädigt werden, über den "normalen" Feiertagszuschlag hinaus. Ein hoher Feiertag muss dabei nicht unbedingt ein gesetzlicher Feiertag sein.
Hohe Feiertage können demnach sein:
- Neujahr (1. Januar)
- Ostern
- Tag der Arbeit (1. Mai)
- Pfingsten
- Weihnachten (25. und 26. Dezember)
Diese Feiertage gibt es in Bayern
Übrigens: Bayern hat unter den Bundesländern die meisten Feiertage in Deutschland. Insgesamt sind es bayernweit zwölf – und zwar diese hier:
- Neujahr (1. Januar)
- Heilige Drei Könige (6. Januar)
- Karfreitag
- Ostermontag
- Tag der Arbeit (1. Mai)
- Christi Himmelfahrt
- Pfingstmontag
- Fronleichnam
- Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober)
- Allerheiligen (1. November)
- Erster Weihnachtstag (25. Dezember)
- Zweiter Weihnachtstag (26. Dezember)
In überwiegend katholischen Regionen kommt Mariä Himmelfahrt am 15. August als weiterer Feiertag dazu. Die Stadt Augsburg hat darüber hinaus mit dem Friedensfest am 8. August noch einen zusätzlichen Feiertag. Allein aus Feiertagssicht lohnt sich also ein Umzug nach Augsburg (14 Feiertage) mehr als ein Umzug nach Fürth (12 Feiertage).
Ministerium: Besonderer Schutz der Feiertage
Immer wieder gibt es Überlegungen, angesichts der schwächelnden Wirtschaft den ein oder anderen Feiertag in Deutschland zu streichen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erteilte dem vergangenes Jahr eine Absage. Auch Gewerkschaften sprechen sich dagegen aus, als Grund wird beispielsweise genannt, dass weniger Feiertage zu einer insgesamt höheren Arbeitsbelastung und weniger Produktivität führen würden.
Das bayerische Staatsregierung erwägt ebenfalls keine Änderung der Anzahl an Feiertagen, wie eine Sprecherin des bayerischen Innenministeriums auf BR24-Anfrage klarstellt. Zwar spricht auch sie von einem ernst zu nehmenden Interesse der Wirtschaft, "die Zahl der arbeitsfreien Werktage und die Verpflichtung zur Lohnfortzahlung an diesen Tagen in angemessenen Grenzen zu halten". Die Staatsregierung messe dem Schutz der Sonn- und Feiertage aber einen hohen Stellenwert zu.
Feiertage als "Bestandteile bayerischer Lebensart"
Die Feiertage in Bayern seien keine beliebigen freien Tage, die verschoben oder aufgehoben werden können. "In Bayern sind sie Bestandteile bayerischer Lebensart, sie gehen zum Teil auf jahrhundertealte Traditionen zurück und sind fest im Brauchtum des Volkes verankert", so die Sprecherin. Die freien Tage sollen demnach "ein gemeinsames Leben in der Familie sowie im Freundeskreis ermöglichen und Raum für Besinnung, Gespräch, Ruhe, Erholung und Gottesdienst schaffen."
Dieser Artikel ist erstmals am 30. April 2025 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel aktualisiert und erneut publiziert.
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