Greiner wäscht mit Regenwasser und Schmierseife
Bildrechte: BR
Audiobeitrag

Thomas Greiner in seiner kleinen Arbeitsecke

Audiobeitrag
>

Waschen oder nicht? Zu Gast beim Lederhosenwascher

Waschen oder nicht? Zu Gast beim Lederhosenwascher

Eigentlich heißt es ja, eine echte Lederhosen wäscht man nicht, erst dreckig und speckig schaut sie richtig gut aus. Doch Lederhosenwascher Thomas Greiner aus dem Landkreis Rosenheim wäscht rund 500 Lederhosen im Jahr.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Immer wieder erreichen ihn Lederhosen, die in Trachtengeschäften zur Reparatur entgegen genommen werden. Aber bevor dort Hand anlegt wird, soll manches Stück dann doch lieber vorher gewaschen werden, grinst Thomas Greiner. Denn manche Lederhose erlebt ja abenteuerliche Sachen.

Leder kann rissig werden

Man kann beim Waschen einer Lederhosen sehr viel kaputt machen, betont Greiner. Gleichzeitig könne speckiges Leder aber irgendwann brechen, also rissig werden. Früher habe man Lederhosen durchaus gewaschen, denn es seien ja Arbeitshosen gewesen. Und man habe früher auch nicht das Geld gehabt, sich ständig neue Lederhosen zu kaufen, sondern man habe Wert darauf gelegt die Sachen möglichst lange zu erhalten. Greiner hat die hohe Kunst des Lederhosenwaschens von seinem verstorbenen Vater gelernt und will dieses Wissen weiter anwenden und bewahren.

Regenwasser und Schmierseife

In seiner kleinen Arbeitsecke stehen eine kleine Zinkwanne, gefüllt mit weichem und gefiltertem Regenwasser und eine kleine Kanne Schmierseife. Jede Hose brauche ihre eigene Behandlung, sagt Greiner. Wichtig seien auch die passende Luftfeuchtigkeit und die Windverhältnisse am Waschtag. Er lässt die Hose im Wasser einwirken und bearbeitet sie später mit einem Holzstöckchen, schabt an gewissen Stellen den dicksten Speck ab. Hier sei allerdings Vorsicht geboten, denn nasses Leder sei sehr empfindlich.

Absolute Lederhosen-Notfälle

Bier macht Lederhosen übrigens gar nichts aus, meint Greiner. Außer dem Geruch würde Bier keine Schäden hinterlassen. Anders sehe das bei Radler aus, wegen der Zitronenlimo. Auch Aperol Sprizz oder Weinschorle, also alles mit Säure, sei für das gefärbte Leder äußerst schlecht. Auch Blut sei für das Leder nicht gut. Musiker würden Lederhosen reinigen lassen, weil unlackiertes Messing oft einen Grünstich hinterlasse und Sonnencreme kann für eine rötliche Färbung sorgen. Gerade eben hat Thomas Greiner eine Lederhose gereinigt, auf der Salatdressing mit Essig und Öl gelandet war. Sein genereller Tipp für die Lagerung: hängend, nicht zusammengefaltet im Schrank, sonst gibt es gerne Stockflecken.

"Tag der Tracht"

Heute, am Dienstag den 14. Juli, ist "Tag der Tracht". Alle sollen Tracht tragen, ganz bewusst auch unter der Woche, nicht nur am Festtag, wenn es nach dem Bayerischen Trachtenverband geht. Ob privat, im Beruf oder in der Schule. Bayernweit gibt es zum "Tag der Tracht" viele Aktionen von örtlichen Trachtenvereinen. Der Bayerische Trachtenverband veranstaltet zudem einen Fotowettbewerb unter dem Motto Tracht und Handwerk (externer Link). Tracht ist weit mehr als ein Kleidungsstück, so sieht es der Bayerische Landesverein für Heimatpflege. Tracht sei nicht nur getragene Heimat, sondern spiegele die kulturelle Vielfalt Bayerns wider und entwickle sich der Zeit entsprechend fort.

Im Video: Lederhosen waschen oder nicht? Die Antwort weiß der Lederhosenwascher

Lederhosen waschen oder nicht? Die Antwort weiß der Lederhosenwascher
Bildrechte: BR
Videobeitrag

Lederhosen waschen oder nicht? Die Antwort weiß der Lederhosenwascher

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!