Vor den Rutschen im Familienbad in Augsburg hat sich eine lange Schlange gebildet. Einmal eintauchen, kurz abkühlen – für viele Kinder ist das das Highlight im Freibad. "Die Rutschen, weil es sehr viel Spaß macht, am meisten die schnellen Rutschen", sagt ein Junge.
Freude bei den Badegästen
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen in den Sommerferien in allen städtischen Freibädern in Augsburg keinen Eintritt. Normalerweise kostet der Besuch für Kinder zwischen sechs und 18 Jahren 2,80 Euro. Jetzt ist der Ausflug ins Freibad für Familien deutlich günstiger.
Bei den Badegästen kommt die Aktion gut an. Viele Familien merken den Unterschied sofort im Geldbeutel: "Wir haben vier Kinder, da läppert es sich. Da lohnt es sich schon, wenn man keinen Eintritt zahlen muss", sagt Verena Müllner. "Tipptopp, weil die Preise haben ja auch in der Gastro angezogen. Das ist schon gut, wenn man da Geld einsparen kann, damit man da noch Geld zur Verfügung hat, für Eis oder Pommes", erklärt Besucher Peer Schmidt.
Angebot seit fünf Jahren – Stadt verzichtet bewusst auf Einnahmen
Den kostenlosen Eintritt für Minderjährige gibt es in Augsburg seit fünf Jahren. Finanziert wird das Angebot aus dem Stadthaushalt. Rund 50.000 Euro an Eintrittsgeldern gehen der Stadt pro Jahr dadurch verloren – bewusst, wie der zweite Bürgermeister Dirk Wurm (SPD) erklärt.
Er leitet das Referat für Soziales und Sport: "Es geht hier nicht um die Unterstützung von Bedürftigen. So ist es nicht gedacht. Es geht um die Kinder und Jugendlichen, die nicht in den Urlaub fahren, wo die Eltern den ganzen Sommer durcharbeiten müssen, die sich auch sonst eventuell schwer tun in der Freizeitgestaltung, das alles bezahlen zu können. Die wollen wir damit ansprechen."
Mehr Besucher, gleiche Verantwortung: Freibadpersonal im Einsatz
Vor allem an heißen Ferientagen kommen viele Kinder und Jugendliche immer wieder ins Freibad. Dann wird es voll auf den Liegewiesen und rund um die Becken.
Eine Überlastung des Personals sieht Christian Pschera, Betriebsleiter des Familienbads am Plärrer, aber nicht: "Die Verantwortung wird nicht weniger oder mehr. Die ist immer gleich, die Verantwortung ist die gleiche. Es ist halt ein bisschen anstrengender fürs Personal: mehr Runden laufen, mehr schauen – aber kein großer Mehraufwand."
Unterm Strich bedeutet der kostenlose Eintritt: Für die einen ist vielleicht eine Portion Pommes mehr drin, für die anderen mehr Tage im Freibad – und vor allem: mehr Spaß für die Kinder und Jugendlichen, die ihre Sommerferien zu Hause verbringen. Der freie Eintritt für alle Minderjährigen gilt bis zum letzten Ferientag am 14. September.
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