Ins Schwimmbad zu gehen hat sich laut Statistischem Bundesamt überdurchschnittlich verteuert. Im Juni 2026 war das Ticket für ein Frei- oder Hallenbad in Deutschland um 3,6 Prozent teurer als noch im Jahr zuvor. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im selben Zeitraum weniger: um 2,3 Prozent.
Nürnberg: Schwimmbad-Eintritt durchschnittlich fünf Prozent teurer
Schwimmbad-Besucher in Bayern kamen etwas besser weg: Durchschnittlich lag die Teuerung hier bei 1,4 Prozent, wie das Statistische Landesamt mitteilt. Seine Bäderpreise erhöht hat zum Beispiel Nürnberg. Ab 1. Januar 2026 wurden die Tickets für Frei- und Hallenbäder durchschnittlich um fünf Prozent angehoben, wie die Stadt mitteilt. Eine Einzelkarte für ein Freibad kostet jetzt 5,60 Euro.
München: Großstadt will Schwimmen "bezahlbar halten"
München zum Beispiel hat die Preise für seine Bäder nicht erhöht. Zuletzt wurden die Eintritte zum 1. Januar 2025 angehoben – von 6 Euro auf 6,30 Euro bei Freibädern. Der ermäßigte Eintritt kostet 4 Euro. Die Stadtwerke München möchten "den Zugang zum Schwimmen und zur Freizeitgestaltung für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar zu halten", wie sie in ihrer Antwort an BR24 schreiben.
Eintrittspreise decken nur Teil der Kosten
Die Eintrittspreise decken nur einen Teil der Kosten, für "den überwiegenden Kostenanteil" kommen die Stadtwerke München (SWM) selber auf. Im Schnitt hätten Besucher 2025 etwa 6 Euro fürs Hallenbad und etwa 4,30 Euro fürs Freibad bezahlt. "Für einen kostendeckenden Betrieb hätten die SWM aber rund 19,20 Euro fürs Hallenbad und ca. 10 Euro pro Freibad-Besucher ansetzen müssen – in etwa das Dreifache." Wesentliche Kostenfaktoren seien Personal-, Energie- sowie Instandhaltungs- und Betriebskosten.
Fischbachau: Kleine Gemeinde mit Familienbad
Auch in manch kleineren Orten blieben die Preise stabil. Fischbachau zum Beispiel, eine Gemeinde mit etwa 5.500 Einwohnern im Landkreis Miesbach, betreibt ein "Warmfreibad", bei dem seit der Saison 2024 die Tageskarte für Erwachsene 6 Euro kostet.
Wichtig sei der Gemeinde im Urlaubsdreieck Bayrischzell-Schliersee-Fischbachau, dass der Charakter eines Familienbades erhalten bleibe, sagt der Geschäftsleitende Beamte Felix Stahl. Die Saisonkarte für Kinder und Jugendliche kostet 40 Euro. Für eine ganze Familie, einschließlich der Kinder bis 16 Jahre, 160 Euro.
Teurer Sanierungsbedarf
In Fischbachau deckt der Beitrag aus den Eintritten nur "rund ein Fünftel der Kosten, also 20 Prozent", sagt Felix Stahl. Die überwiegende Finanzierung komme aus dem gemeindlichen Haushalt. Und auch dessen Mittel reichen nicht für alles. "Nachdem wir die Filteranlage komplett neu installiert haben, muss das Becken - derzeit noch Fliesen - erneuert werden", schildert der Geschäftsleitende Beamte. Eine moderne Edelstahlkonstruktion, wie sie die Gemeinde gerne hätte, würde aber nach seinen Angaben rund zwei Millionen Euro kosten. Eine Investition, die "aufgrund der angespannten Finanzlage" ohne Hilfe vom Freistaat nicht möglich sei.
Mit dieser Problemlage ist Fischbachau nicht allein. Sanierungsbedürftige Bäder treffen vielerorts in Bayern auf klamme Kassen. Von den knapp 900 öffentlichen Schwimmbädern in Bayern ist laut Staatregierung mehr als die Hälfte sanierungsbedürftig, viele wurden in den 70er- oder 80er-Jahren gebaut.
Sonnefeld: Erhöhung auf 4,50 Euro regulären Eintritt
2026 die Preise angehoben hat Sonnefeld im Landkreis Coburg. Nach Auskunft des Gemeinde-Kämmerers Heiko Lech liegen die Preise je nach Art der Eintrittskarte zwischen 15 und 30 Prozent über dem Vorjahr. Das heißt nun: 4,50 Euro für eine Einzelkarte für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder. Der Eintritt für das Freibad in der Gemeinde mit etwa 4.000 Einwohnern ist damit immer noch vergleichsweise günstig.
Neben den Kosten hebt der Kämmerer das Problem hervor, geeignetes Personal zu finden, das nur in den Sommermonaten von Mai bis September beschäftigt werden kann. Eine andere Herausforderung sei die Abhängigkeit Wetter und der unterschiedliche Energiebedarf. "Dennoch wurden in den letzten Jahren viele Investitionen in nachhaltiger und möglichst klimaneutraler Energiegewinnung getätigt", sagt der Kämmerer.
Memmingen: Neues Kombi-Bad und neue Preise
Das Memminger Schwimmwerk, ein kombiniertes Hallen- und Freibad, wurde erst zur Sommersaison 2026 eröffnet. In der regulären Preisliste kostet der Einzeleintritt laut Webseite 9 Euro. Doch diesen Sommer gilt ein Einführungspreis von 6 Euro für Hallen- und Freibad. Unter den größten Kostenblöcken nennt das Schwimmwerk auch Abschreibungen auf die baulichen Anlagen und die umfangreiche technische Infrastruktur.
Im Video: Machen Bayerns Schwimmbäder bald reihenweise dicht? (2.7.26)
Machen Bayerns Schwimmbäder bald reihenweise dicht?
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

