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Brenner-Nordzulauf: Wann geht in Bayern was voran?

Brenner-Nordzulauf: Wann geht in Bayern was voran?

Es ist ein europäisches Mammut-Projekt, das Jahrzehnte dauert: Der Brenner-Basistunnel und dessen Anbindung. Seit Mitte 2022 steht der Streckenverlauf des Brenner-Nordzulaufs fest. Im ersten Halbjahr 2026 soll sich dann der Bundestag damit befassen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Rund 2,5 Millionen Lastwagen nutzen jedes Jahr den sogenannten Brenner-Korridor und die Inntal-Autobahn gilt als eine der am stärksten belasteten Verkehrsachsen im Alpenraum. Und die langfristige Verkehrsentwicklung auf der Brenner-Route zeigt, dass der Verkehr insgesamt zunimmt. Daher gibt es seit Jahren die Bestrebung, vor allem den Güterverkehr auch langfristig klimafreundlich auf der Schiene abzuwickeln. Der im Bau befindliche Brenner-Basistunnel soll den Schienengüterverkehr zwischen München und Verona deutlich attraktiver machen und gleichzeitig zum Klimaschutz beitragen.

Stand der Planung in Bayern

In Bayern und Österreich entsteht in den kommenden Jahren der sogenannte Brenner-Nordzulauf, also eine leistungsfähige Bahnstrecke zwischen München und Innsbruck als Anbindung an den neuen Brenner-Basistunnel. Nach langen Planungen und der intensiven Debatte über unterschiedliche Trassenführungen steht seit Mitte 2022 der gesamte Streckenverlauf des Brenner-Nordzulaufs auf deutscher Seite fest. "Die Variante wurde im Dialog mit der Region entwickelt. Dafür gab es über 270 Sitzungen von Dialogforen, sowie Infoveranstaltungen und hunderte Einzelgespräche", so eine Sprecherin der Bahn.

Die bestehende Strecke Trudering – Grafing (externer Link) soll ausgebaut und vor allem durch technische Maßnahmen leistungsfähiger werden. Danach müssen mehrere Streckenabschnitte in Bayern und Österreich neu gebaut werden:

Zwischen Schaftenau und Radfeld (jeweils externe Links) wird der Brenner Nordzulauf in den kommenden Jahren von der Österreichischen Bundesbahn als zweigleisige Neubaustrecke fortgeführt.

Entscheidung über Brenner-Nordzulauf im Bundestag

Während die Tunnel-Bauarbeiten in Österreich und Italien (externer Link) vorankommen, ist der Planungsprozess für den Nordzulauf in Bayern noch nicht beendet.

"Die DB AG hat die Vorplanung abgeschlossen und eine Vorzugstrasse entwickelt", teilte das Bundesverkehrsministerium dem BR auf Anfrage mit. Die Unterlagen würden derzeit geprüft. "Das Projekt Brenner-Nordzulauf soll dann im ersten Halbjahr in die parlamentarische Befassung gehen. Teil des Berichts, der an den Bundestag geht, sind auch die Ergebnisse der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung."

Danach liege es dann an den Abgeordneten des Deutschen Bundestags, über den weiteren Fortgang des Projekts sowie über dessen Ausgestaltung zu entscheiden, fügte der Ministeriumssprecher hinzu.

Fertigstellung nicht vor 2040

Liegt der Entschluss des Bundestags dann mal vor, muss bis zum Neubau des Nordzulaufs aber noch einiges passieren: "Die Planung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten ist ein komplexer Prozess, der Zeit benötigt", so die Bahn-Sprecherin.

Nach der parlamentarischen Befassung folge die Entwurfsplanung, in der auch die technische Planung konkretisiert werde. Danach komme dann das behördliche Planfeststellungsverfahren. "In der Planfeststellung stellt das Eisenbahn-Bundesamt sicher, dass alle rechtlichen Vorgaben erfüllt und alle öffentlichen und privaten Betroffenheiten abgewogen und berücksichtigt werden", erklärt die Sprecherin. "Hierbei haben zum Beispiel Anwohnende die Möglichkeit, Einwendungen zu formulieren. Den Betroffenen steht der Rechtsweg offen. Erst nach Vorliegen aller Genehmigungen geht es in die Ausführungsphase." Mit einer Inbetriebnahme ist nach Angaben der Bahn frühestens ab 2040 zu rechnen.

Arbeiten am Brenner-Basistunnel gehen voran

Der bisher längste Eisenbahntunnel der Welt ist mit 57 Kilometern Länge der Gotthard-Basistunnel durch die Schweizer Alpen, der im Jahr 2016 fertiggestellt wurde. Ist der Brenner-Basistunnel eröffnet, wird er mit 64 Kilometern Länge der neue Rekordhalter.

Die Tunnelbohrarbeiten sind schon sehr weit und nach Angaben auf der Projektseite zu rund 90 Prozent abgeschlossen. Momentan sind noch drei Baustellen aktiv (externer Link), zwei auf österreichischem und eine auf italienischem Staatsgebiet. Fertiggestellt sein soll das Bauwerk dann frühestens 2032, denn nach den reinen Tunnelarbeiten muss ja noch die gesamte "Innenausstattung" samt Bahn- und Sicherheitstechnik erfolgen.

Der Brenner-Basistunnel wird voraussichtlich also deutlich vor dem Nordzulauf fertiggestellt sein. In der Zwischenzeit muss der Verkehr weiter über die zweigleisige Bestandsstrecke abgewickelt werden: "Durch längere Züge und wenige Restkapazitäten auf der Bestandsstrecke kann der Mehrverkehr zunächst abgewickelt werden", so die Bahn.

Ohne die Neubaustrecke bleibt die deutsche Seite aber ein Nadelöhr, sodass die volle Kapazität des Brenner-Basistunnels nicht ausgeschöpft werden kann.

Dieser Artikel ist erstmals am 16.2.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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