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Am Rande des Christopher Street Day in Berlin hat ein Gewalttäter einen Wagen absichtlich in eine Menschenmenge gesteuert und dabei eine Frau getötet. Mindestens 16 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei im Bereich des Tiergartens. Der CSD wurde daraufhin abgebrochen.
Angriff bei CSD in Berlin
Bei dem Vorfall war nach ersten Erkenntnissen ein weißer Wagen um kurz vor 22 Uhr am Ahornsteig parallel zur Lennéstraße gefahren. Das sagte Polizeisprecher Florian Nath. Dort habe das Fahrzeug mehrere Personen angefahren, möglicherweise auch umgefahren, bevor der Fahrer mit einem Baum kollidierte.
Der Fahrer habe dann das Fahrzeug verlassen und sich in eine unbekannte Richtung entfernt.
Eine Tote, viele Verletzte
Eine Frau starb noch vor Ort an ihren Verletzungen. Nach den letzten Angaben der Feuerwehr wurden von den 16 Verletzten 3 lebensbedrohlich und 8 schwer verletzt. Zudem gebe es fünf leicht verletzte Menschen. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen seien alle umgehend in Krankenhäuser gebracht worden. Ferner wurden nach Angaben der Feuerwehr 30 Menschen psychologisch betreut. Alle Besucherinnen und Besucher wurden gebeten, den Bereich zu verlassen.
Nach Zeugenangaben sollen Menschen auch durch Stiche verletzt worden sein. Ob tatsächlich eine Stichwaffe zum Einsatz kam, wird laut der Polizei geprüft, ist bislang aber nicht bestätigt.
Polizei fahndet nach Islamisten
"Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen", so Polizeisprecher Nath in der Nacht. Gegen 2.30 Uhr meldete die Polizei, ein mutmaßlicher Verdächtiger sei identifiziert, aber noch nicht festgenommen: "Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet." Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Schöneberg wurde jedoch niemand angetroffen.,
- Die Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung und hat dafür ein Hinweisportal eingerichtet. Ein Foto des Gesuchten finden Sie hier (Polizei Berlin, externer Link).
Am Morgen geben Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Berlin die Identität des Gesuchten bekannt. Es handelt sich um den 21-jährigen alten Abdul B. - schlank, etwa 1,90 Meter groß und gefährlich: "Sollten Sie den Tatverdächtigen antreffen, wählen Sie unverzüglich die 110! Sprechen Sie ihn nicht an, er ist möglicherweise bewaffnet".
Wegner: "Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft"
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach nach dem Vorfall von einem "Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft". "Nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert", teilte er mit.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte die Todesfahrt als "abscheuliche Tat". Merz stehe mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) "in engstem Kontakt" und werde von den Sicherheitsbehörden "fortlaufend unterrichtet", erklärte ein Regierungssprecher in der Nacht zum Sonntag. Merz und Dobrindt "danken den Einsatzkräften und werden sich mit besonderem Nachdruck für Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen".
Hunderttausende Menschen bei Berliner CSD
Hunderttausende Menschen hatten in der Hauptstadt den CSD gefeiert. Mit ihrer Demonstration wollten die Veranstalter ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt setzen. Gegen 22.00 Uhr wurde das Fest dann abrupt abgebrochen. Nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort wurden die Besucher auf der Ostseite des Brandenburger Tors zunächst nicht über die Lage informiert. Viele verfolgten das Geschehen und die Nachrichten allerdings auf dem Handy. Der Bereich direkt am Brandenburger Tor war abgesperrt.
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