26.06.2026, Bayern, Kitzingen: Ein Mann kühlt sich am Ufer des Mains unter einem Baum im Schatten. An der Wetterstation in Kitzingen wurden um 15.23 Uhr 40,1 Grad gemessen. (zu dpa: «Temperaturrekord in Bayern - 40,7 Grad gemessen») Foto: Daniel Löb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
26.06.2026, Bayern, Kitzingen: Ein Mann kühlt sich am Ufer des Mains unter einem Baum im Schatten. An der Wetterstation in Kitzingen wurden um 15.23 Uhr 40,1 Grad gemessen. (zu dpa: «Temperaturrekord in Bayern - 40,7 Grad gemessen») Foto: Daniel Löb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Für Bayern wurde ein Allzeit-Hitzerekord gemessen: mit 40,8 Grad am Samstag im unterfränkischen Kitzingen.
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Für Bayern wurde ein Allzeit-Hitzerekord gemessen: mit 40,8 Grad am Samstag im unterfränkischen Kitzingen.

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Hitzewelle und Hitzerekord im Juni - nur 2003 war es heißer

Hitzewelle und Hitzerekord im Juni - nur 2003 war es heißer

Der Juni ist nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes der zweitwärmste je gemessene Juni gewesen. Die Temperatur habe im Mittel bei 19,5 Grad gelegen, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Nur 2003 sei es noch wärmer gewesen in Bayern.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Der aktuelle Juni in Bayern ist der zweitheißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Messungen mit. Nur im Jahr 2003 war es in Bayern mit 19,7 Grad demnach noch heißer. Deutschlandweit war es im Jahr 2019 sogar mit 19,8 Grad noch ein zehntel Grad heißer. Dieses Jahr startete der Juni zwar warm, dann stürzten die Temperaturen jedoch auf 15 Grad ab. Eine außergewöhnliche Hitzewelle brachte die zweite Monatshälfte. An 12 bis 15 Tagen lag das Maximum der Lufttemperatur bei mindestens 30 Grad Celsius.

Insgesamt lag die Mitteltemperatur im Juni bei 19,7 Grad und damit fast fünf Grad höher als im Vergleichszeitraum der letzten 30 Jahre. Die Sonne schien in diesem Juni in Bayern 55 Stunden länger als im Vergleichszeitraum.

Wenige Gewitter und wenig Niederschlag im Juni

Im gesamten Monat regnete es deutlich weniger als im Durchschnitt. In Teilen Unterfrankens war es besonders trocken. Auch Gewitter waren im Juni in Bayern bisher eher selten. In den ersten 28 Tagen des Monats zählte der Blitz-Informationsdienst Aldis/Blids 5.768 Einschläge. Das war nur etwa die Hälfte der Werte aus den entsprechenden Vorjahreszeiträumen. In trockenen Sommern gibt es zumeist eher wenig Blitze, weil zu den typischen Gewitterzutaten neben Hitze auch Feuchtigkeit zählt.

Allzeit-Hitzerekord im Juni deutschlandweit

In ganz Deutschland gab es eine "außergewöhnlich intensive und anhaltende Hitzewelle". In einer ersten Zwischenbilanz der "historischen Hitzewelle" hatte der Wetterdienst am Sonntag von einem Extremereignis gesprochen. "Noch nie zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hat es in Deutschland, aber auch in vielen Teilen von Europa, eine solch lange und intensive Hitzewelle so früh im Sommer gegeben."

Der deutschlandweite Hitzerekord sei am Sonntag in Neißemünde-Coburg (Brandenburg) nach vorläufigen Messungen mit 41,7 Grad Celsius geknackt worden. Auch für Bayern wurde ein Allzeit-Hitzerekord gemessen: mit 40,8 Grad am Samstag im unterfränkischen Kitzingen.

Linke verlangt mehr Hitzeschutz für Arbeitnehmer

Angesichts auch künftiger Hitzewellen in Deutschland hat Linken-Chefin Ines Schwerdtner von Politik und Arbeitgebern umfassende Konzepte gefordert. "Kaum jemand" in den Regierungen in Bund und Ländern sei auf den Hitzesommer ausreichend vorbereitet gewesen, sagte sie am Montag in Berlin. Vor allem vulnerable Gruppen dürften nicht der Hitze überlassen werden. "Das ist eine politische Verantwortung und die Verantwortung der Arbeitgeber."

Abgesehen von den tiefergehenden Fragen der Klimaerwärmung gehe es um die "ganz alltägliche Frage: Wie können wir uns für den nächsten Hitzesommer rüsten?", sagte Schwerdtner. Dazu müssten die Investitionen in den Nahverkehr erhöht werden, damit die Bahnen trotz großer Hitze fahren könnten. Zudem müssten öffentliche Gebäude und Plätze genutzt werden können und Hitzepläne für Schulen, Pflegeheime und Krankenhäuser Vorrang haben.

Hitzeschutz sei zugleich Arbeitsschutz, betonte Schwerdtner. Bei solchen Temperaturen müssten "die Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden" und für mehr Pausen und ausreichend Trinkwasser sorgen. 

Grüne fordern Unterstützung für Kliniken und Pflegeheime

Die Grünen werfen der Bundesregierung "Untätigkeit" angesichts der Hitzewelle vor. Sensible Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegeheime bräuchten "jetzt sehr kurzfristig und pragmatisch" Unterstützung, forderte Grünen-Chef Felix Banaszak.

Dieser sieht zudem die zentrale Aufgabe für die Bundesregierung darin, "die Klimakrise so entschieden und ambitioniert zu bekämpfen, dass bestimmte Kipppunkte nicht erreicht werden". Notwendig sei mehr Zeit, "unser Leben, unsere Städte, unsere Einrichtungen an veränderte klimatische Bedingungen anzupassen". Dazu gehört für Banaszak, Städte weiter zu begrünen und Flächen zu entsiegeln.

Mit Informationen der dpa.

Zum Video: Wie gefährdet ist unsere Verkehrsinfrastruktur durch die Hitze?

Prof. Stephan Freudenstein vom Lehrstuhl Verkehrswegebau an der Technischen Universität München
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Wie gefährdet ist unsere Verkehrsinfrastruktur durch die Hitze? Das erklärt Prof. Stephan Freudenstein von der Technischen Universität München.

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