Powerbanks gehören mittlerweile zum Alltag. In ihrem Inneren speichern Lithium-Ionen-Akkus viel Energie auf kleinem Raum. Das macht sie praktisch – verlangt aber einen sorgfältigen Umgang.
Sind Powerbanks gefährlich?
Grundsätzlich sind hochwertige Powerbanks sicher. Josef Schütz vom TÜV SÜD sagt: "Mobile Energiespeicher sind sicher, wenn sie ordentlich gebaut sind und bestimmungsgemäß verwendet werden." Auch Brandrat Felix Menzinger von der Feuerwehr München betont: "Eine erhöhte Brandgefahr ist nicht zu verzeichnen."
Einzelne Fälle zeigen dennoch, was passieren kann: Ende Juli 2026 löste eine Powerbank einen Wohnungsbrand in München aus. Im August musste ein Swiss-Flug wegen Rauchentwicklung durch eine Powerbank außerplanmäßig in Dublin landen. Ende September geriet auf einem Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Lissabon eine Powerbank im Bereich eines Sitzes in Brand; die Maschine wurde nach Lyon umgeleitet.
Powerbank kaufen: Darauf sollten Sie achten
Hersteller, Kapazität, Ladeleistung und Kontaktdaten sollten eindeutig angegeben sein. Wichtig sind Schutzfunktionen gegen Überladung, Tiefentladung, Kurzschluss und Überhitzung sowie ein stabiles Gehäuse.
TÜV-SÜD-Experte Stephan Kammermayer rät zu diesen Fragen: "Gibt es einen nachvollziehbaren Hersteller, sind die technischen Daten angegeben und gibt es vor allem vernünftige Sicherheits- und Bedienhinweise? Das ist ein entscheidender Faktor."
CE und GS: Was sagen die Zeichen aus?
Die CE-Kennzeichnung ist vorgeschrieben. Damit erklärt der Hersteller aber nur, dass das Produkt die europäischen Vorgaben erfüllt. Eine unabhängige Prüfung ist das nicht. Ein zusätzliches GS-Zeichen steht für "Geprüfte Sicherheit". Verpflichtend ist es laut Kammermayer nicht: "Es ist auf alle Fälle ein zusätzliches Qualitätsmerkmal und man kann sich sicher sein, dass diese Powerbank von jemandem Unabhängigen geprüft worden ist."
Defekte Powerbank: Diese Warnzeichen zählen
Benutzen Sie eine Powerbank nicht weiter, wenn sie sich aufbläht, verformt, verfärbt, ungewöhnlich riecht, Flüssigkeit austritt, im Inneren etwas klappert oder das Gehäuse nach einem Sturz beschädigt ist. Brandrat Felix Menzinger nennt es auch ein Warnsignal, "wenn die Powerbank deutlich wärmer ist als normal".
Eine starre Altersgrenze gibt es nicht. Bei häufigem Gebrauch und vielen Ladezyklen kann bereits nach ungefähr fünf Jahren das Ende der Lebensdauer erreicht sein. Ein deutlicher Kapazitätsverlust wäre beispielsweise ein triftiger Grund für den Austausch. Defekte Akkus gehören aber niemals in den Hausmüll, sondern immer auf den Wertstoffhof.
Brennende Powerbank: giftiger Rauch und Wasser
Rauch, Zischen, starke Hitze oder austretende Gase sind mehr als nur Alarmsignale. Felix Menzinger von der Feuerwehr München warnt vor hochgiftigen Gasen und rät, "dann am besten den Raum schnellstmöglich verlassen und dann wirklich unter 112 die Feuerwehr verständigen und sich keinesfalls selbst in Gefahr bringen".
Einen kleinen Akku nur dann in einen Behälter mit viel Wasser legen, wenn das ohne Eigengefährdung möglich ist. Das Wasser kühlt die Zellen; auch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung empfiehlt dieses Vorgehen bei kleinen, verformten, ausgasenden oder rauchenden Lithium-Batterien. Einen bereits heftig brennenden Akku dagegen nicht anfassen oder noch durch die Wohnung tragen.
Powerbank laden: Nicht unbeaufsichtigt oder im Bett
Powerbanks möglichst nicht nachts oder während Abwesenheit laden. Bett, Sofa und Teppich sind ungeeignet. Besser ist eine feste, gut belüftete und nicht brennbare Unterlage. Verwenden Sie ein passendes, unbeschädigtes Ladegerät mit Kabel. Die Feuerwehr rät, "dass diese Akkus in der Regel auf nicht brennbaren Unterlagen aufgeladen und auch beaufsichtigt aufgeladen werden sollen".
Zusätzlichen Schutz können übrigens spezielle feuerfeste Lade-Cases bieten; sie sollten ausdrücklich für das Laden von Powerbanks geeignet und ausreichend belüftet sein – unbeaufsichtigt sollte der Akku darin trotzdem nicht laden.
Dieser Artikel ist erstmals am 04.10.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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