Ein Auftritt der russischen Punk-Aktivistengruppe Pussy Riot in Den Haag.
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Bildrechte: picture alliance / ANP | Phil Nijhuis
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Russland stuft "Pussy Riot" als extremistische Organisation ein

Russland stuft "Pussy Riot" als extremistische Organisation ein

Ein "Punk-Gebet" gegen Putin und Patriarch Kyrill in einer Moskauer Kirche machte das Kollektiv "Pussy Riot" 2012 schlagartig international bekannt. Der Kreml ging brutal dagegen vor. Nun sind die Frauen als kriminelle Vereinigung geächtet.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Infoblock am .

Die russischen Behörden haben das feministische Künstlerkollektiv Pussy Riot als "extremistisch" eingestuft. Ein Moskauer Gericht erklärte am Montag, es habe einem Antrag der Staatsanwaltschaft stattgegeben, der "die Punkband Pussy Riot als eine extremistische Organisation anerkennt und ihre Aktivitäten auf dem Territorium der Russischen Föderation verbietet". Damit ist nun jegliche Interaktion mit der Gruppe in Russland illegal, auch in der Vergangenheit getätigte "Gefällt-mir"-Angaben in Online-Netzwerken.

Pussy Riot hatte mit Einstufung gerechnet

Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Februar 2022 hat der Kreml seit hartes Vorgehen gegen Kritiker noch einmal verstärkt. Der Anwalt der Band, Leonid Solowjow, sagte dem unabhängigen russischen Nachrichtenportal "Sotavision" nach dem Gerichtstermin, die Entscheidung sei "eine weitere Aktion, die jene zum Schweigen bringt, die sich außerhalb des Erlaubten äußern". 

Pussy Riot hatte bereits mit der Einstufung als "extremistisch" gerechnet. "Das Gesetz soll Pussy Riot aus dem Gedächtnis der russischen Bürger löschen", erklärten sie vergangene Woche in Onlinediensten. Die Gruppe zeigte sich zugleich besorgt um "die Sicherheit der Unterstützer von Pussy Riot, die Russland nicht verlassen können oder sich dafür entscheiden, dort zu bleiben".

Band-Mitglieder inzwischen im Exil

Die Punkband reiht sich ein in die russische Liste von "Terroristen und Extremisten". Ebenfalls vertreten sind dort die Anti-Korruptions-Stiftung des 2024 verstorbenen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny, das US-Unternehmen Meta sowie die "internationale LGBT-Bewegung".

Die Band Pussy Riot war mit einer Protestaktion 2012 in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale bekannt geworden. Dort führte die Gruppe ein "Punk-Gebet" auf, in dem sie Kreml-Chef Wladimir Putin offen kritisierte. Mehrere Mitglieder wurden anschließend zu Haftstrafen verurteilt. Inzwischen lebt die Band im Exil.

"Extremismus, wenn man die Wahrheit sagt"

Gründungsmitglied Nadja Tolokonnikowa sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie sei "stolz" drauf, von Russland als "extremistisch" eingestuft worden zu sein. "Als ich nach dem Punk-Gebet vor Gericht stand und mir sieben Jahre Arbeitslager drohten, sagte ich dem Richter und den Staatsanwälten, dass ich immer noch freier bin, als sie es jemals sein würden", erklärte sie.

"Im heutigen Russland ist es Extremismus, wenn man die Wahrheit sagt. Also sind wir stolze Extremisten", fügte Tolokonnikowa hinzu.

Mit Material von AFP und KNA

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