Billi Bierling und Gerlinde Kaltenbrunner bei einer Skitour im Wettersteingebirge
Billi Bierling und Gerlinde Kaltenbrunner bei einer Skitour im Wettersteingebirge
Bild
Gerlinde Kaltenbrunner und Billi Bierling auf dem Gipfel des Stuibenkopfs, im Wettersteingebirge.
Bildrechte: BR/Lukas Pilz
Schlagwörter
Bildrechte: BR/Lukas Pilz
Videobeitrag

Gerlinde Kaltenbrunner und Billi Bierling auf dem Gipfel des Stuibenkopfs, im Wettersteingebirge.

Aktualisiert am
Videobeitrag
Erschien zuerst am
>

Traumziel Everest: Zwei starke Frauen blicken dankbar zurück

Traumziel Everest: Zwei starke Frauen blicken dankbar zurück

Saisonstart am Dach der Welt: Der jährliche Run auf den Mount Everest beginnt, und die Bergsteigerinnen Billi Bierling und Gerlinde Kaltenbrunner blicken mit Demut auf ihre Erfolge zurück. Diese Haltung geht im Höhenbergsteigen zunehmend verloren.

Über dieses Thema berichtet: Bergauf-Bergab am .

Das Basislager am Mount Everest ist bereits eingerichtet, die diesjährige Saison startet, je nach Bedingungen, im April und Mai. In diesem Jahr wird es allerdings strengere Auflagen geben: Hubschrauberflüge sollen stärker reglementiert werden, Notfallrettungen müssen - nach dem Betrugsskandal - mit den Behörden in Kathmandu koordiniert werden. Das Interesse, den höchsten Berg der Welt zu besteigen, ist ungebrochen.

Himmelbetten und beheizte Zelte im Basecamp

Die Garmischerin Billi Bierling lebt während der Bergsteigersaison in Nepals Hauptstadt Kathmandu. Seit über 20 Jahren trifft sie dort Bergsteigerinnen und Bergsteiger, dokumentiert deren Routen, Erfolge und Misserfolge im Himalaya. 2016 hat sie die Himalayan Database übernommen und versucht, Gipfelversuche und -erfolge an den Achttausendern in Nepal zu dokumentieren.

Bierling stand im Mai 2009 selbst am Gipfel des Mount Everest - als erste deutsche Frau, die den höchsten Berg der Welt über die anspruchsvolle Südroute bestieg. Sie wollte sich selbst ein Bild von dem Berg machen, den sie so oft dokumentiert hatte. Insgesamt hat Bierling sechs der 14 Achttausender bestiegen.

Mit Helikopter und Edelgas auf den Mount Everest

Vor Ort beobachtet sie, wie sehr sich das Höhenbergsteigen in den letzten Jahrzehnten verändert hat. "Als ich begonnen habe, da hat man einen Achttausender im Jahr gemacht. Oder auch mal zwei im Jahr, in der Frühjahrs- und Herbstsaison."

Und plötzlich sind die Leute auf fünf Achttausender pro Saison gegangen. Mit Flaschensauerstoff, mit Hochträgern und teilweise auch mit dem Helikopter zum Basislager, erzählt Bierling. "Die Leute wissen manchmal gar nicht mehr, wo sie genau sind. Das ist nicht mehr unbedingt der Weg zum Gipfel. Sondern es ist der Gipfel und das schnelle Abhaken."

Mittlerweile gibt es Kurztrips zum Mount Everest. In fünf Tagen auf den Gipfel und zurück. Mit dem Edelgas Xenon als Hilfsmittel, zur schnellen Akklimatisierung. Für Bierlings Freundin Gerlinde Kaltenbrunner, die alle 14 Achttausender ohne Flaschensauerstoff und größere Hilfsmitte bestiegen hat, ist das unvorstellbar. "Ich plädiere immer, dass die Leute wirklich aus eigener Kraft Berge besteigen, ohne diese ganzen starken Hilfsmittel." In fünf Tagen auf den Mount Everest geht für sie das, was die Faszination an einer Expedition ausmacht, verloren.

Rückblick voller Demut und Dankbarkeit

Bei Bergauf Bergab blicken die beiden Alpinistinnen und Freundinnen mit Demut und Dankbarkeit auf ihre Besteigungen der höchsten Berge der Welt. Während Billi Bierling noch von einem siebten Achttausender träumt, hat Gerlinde Kaltenbrunner mit den 14 höchsten Bergen der Welt abgeschlossen. "Ich habe auf allen vierzehn stehen dürfen und bin da unendlich dankbar dafür, dass das alles so gut gegangen ist. Ich schaue die hohen Berge immer noch unglaublich gern an, aber es gibt so viele schöne Sechs- und Siebentausender. Und da möchte ich schon auf dem einen oder anderen noch gern unterwegs sein."

Dieser Artikel ist erstmals am 18. April 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

Die Top-Themen aus Europa - hier klicken!

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!