Es ist eine deutliche Ansage aus dem Vatikan an die Piusbrüder: Wenn sie, wie geplant, im Juli eigene Bischöfe weihen, bedeute das die Exkommunikation, also den Kirchenausschluss. Sie hätten kein päpstliches Mandat für so eine Weihe, heißt es in einer Mitteilung der Glaubensbehörde. Daher wäre das ein schismatischer Akt – also eine Kirchenspaltung.
Papst betet für Erleuchtung der Verantwortlichen
Der Heilige Vater bitte in seinen Gebeten weiterhin den Heiligen Geist, die Verantwortlichen der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. zu erleuchten, damit sie ihre schwerwiegende Entscheidung rückgängig machen, schreibt der Leiter der Glaubensbehörde. Schon zuvor hatte der Vatikan klargemacht, dass er diese Bischofsweihe ablehnt.
Weltweit über 700 Priester bei der Piusbruderschaft
Die Piusbrüderschaft ist eine extrem konservative Gemeinschaft, die die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht anerkennen will – sie lehnt es zum Beispiel ab, sich um die Einheit mit anderen christlichen Glaubensgruppen zu bemühen, und feiert die Messe auf Latein. Der Gemeinschaft gehören weltweit mehr als 700 Priester an, die meisten davon in Nordamerika und in Frankreich.
Bereits 1988 Exkommunikation durch den Vatikan
Bereits 1988 waren nach der unerlaubten Weihe von vier eigenen Bischöfen ihr Gründer, Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991), sowie die Geweihten durch den Vatikan exkommuniziert worden. Benedikt XVI. (2005-2013) hob diese Beugestrafe zwar 2009 auf; zu einer theologischen Einigung kam es aber nicht.
Mit Informationen der KNA.
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