Am Palmsonntag wird des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht. In der Bibel, im Neuen Testament, schreibt der Evangelist Johannes, dass Jesus auf einem Esel durch die Menschenmenge ritt. Die Bewohner schnitten Palmzweige von den Bäumen und jubelten Jesus damit zu. Auf dem Rücken eines jungen Esels soll der Sohn Gottes in die heilige Stadt eingezogen sein. Bis heute gibt es mancherorts noch den Brauch, dass ein Esel die Palmsonntagsprozession begleitet. Palmbuschen sind auch in evangelischen Gemeinden zu sehen.
Segnung der Palmbuschen: Schutz vor Krankheit und Unglück
Palmen wurden bereits im Altertum als heilige Bäume verehrt. Echte Palmen- und Ölbaumzweige gibt es in Bayern nicht. Deshalb werden meist Weiden mit Palmkätzchen für die Palmbuschen verwendet und während des Gottesdienstes gesegnet. Früher wurden die geweihten Zweige nach der Weihe ums Haus getragen, um den Hof vor Blitz, Feuer, Krankheit und Unglück zu schützen. Einzelne Zweige der Palmkätzchen wurden an das Vieh verfüttert, um auch für sie um Segen für das kommende Jahr zu bitten.
Bis heute ist der Brauch verbreitet, die geweihten Palmzweige im Haus aufzustellen oder an einem Kreuz zu befestigen. Übrigens: Die geweihten Palmzweige vom Vorjahr können vielerorts in die Kirche gebracht werden. Dort verbrennt man sie und hebt die Asche auf. Damit wird am Aschermittwoch den Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn gezeichnet.
Ursprung der christlichen Palmsonntagsprozessionen
Der Ursprung der christlichen Palmsonntagsfeier geht wohl auf die Liturgie von Jerusalem zurück, wo man die einzelnen Ereignisse des Leidensweges Jesu in eigenen Feiern und Riten nachgebildet hat. Der Brauch des Palmenstreuens wurde damals als Zeichen der Ehrerbietung verwendet und hat sich bis heute in vielen Kirchen erhalten. Damals wie heute wird Jesus als König und Retter gefeiert.
Weltlicher Brauch: Wer ist der Palmesel?
In vielen Familien wird das Familienmitglied, das an diesem Tag als letztes aufsteht, gerne als Palmesel bezeichnet. Weil Esel oft als störrische Tiere beschrieben werden und gerne einfach mal stehenbleiben, wird dieses Verhalten des Esels mit dem der Spätaufsteher verglichen. Das könnte eine Erklärung sein, warum der Letzte, der am Palmsonntag aus den Federn kommt, als der Palmesel bezeichnet wird.
Im Video: Palmsonntags-Prozession in Tutzing
Auch in Bayern wird der Palmsonntag traditionell begangen - mit Prozessionen und der Weihe der Palmbuschen. In Tutzing waren echte Esel dabei.
Sie interessieren sich für Themen rund um Religion und Spiritualität? Dann abonnieren Sie hier den Newsletter der Redaktion Religion & Orientierung.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

