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Russischer Sicherheitsrat: Putin am Tisch mit engsten Vertrauten
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Russischer Sicherheitsrat: Putin am Tisch mit engsten Vertrauten

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"Etwas ist zerbrochen": Kann Putin seiner Elite noch vertrauen?

"Etwas ist zerbrochen": Kann Putin seiner Elite noch vertrauen?

Der Angriffskrieg auf die Ukraine dauert immer länger, wird immer teurer und hat immer schwerwiegendere Auswirkungen auf den russischen Alltag. Nach Meinung mehrerer russischer Kommentatoren wächst die Unzufriedenheit mit Putin.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Mastodon am .

"Etwas ist tatsächlich zerbrochen; ein Netz aus Rissen zeigt sich auf der Glas-Oberfläche, die zuvor so transparent war wie eine Freudenträne", behauptet der in London lehrende russische Politologe Wladimir Pastuchow in einer neuen Analyse von Politik und Gesellschaft seines Heimatlandes [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt].

Unter Berufung auf Gesprächen mit der russischen "Elite" behauptet der Experte, es gebe unter den Führungskräften neuerdings weniger eine "Antikriegs-" als eine "Anti-Putin-Bewegung". Grund dafür sei, das der russische Präsident die "versprochenen Ziele" bisher nicht erreicht habe.

"Juckreiz ist lästig"

Die Hoffnung auf einen Sieg sei "fraglich" geworden: "Das ist kein Aufstand, sondern schlicht eine Rebellion. Eine Rebellion ist in der Geschichte eine der verbreitetsten kindischen Protestformen. Was wir derzeit in Moskau erleben, ist ein eklatantes Beispiel für den Infantilismus der Eliten. Wobei, was hätte man auch anderes von der Elite erwarten sollen, die hundert Jahre lang sorgfältiger gemäht wurde als ein englischer Rasen?"

Die Moskauer Führungsschicht sublimiere derzeit "ihren Zorn in Unzufriedenheit mit Putin persönlich, nicht mit dem von ihm geschaffenen System", so Pastuchow: "Die Bedrohung liegt nicht in den möglichen Aktionen von Dissidenten, sondern in ihrer bloßen Existenz, die Putin nicht ignorieren kann. Er ist gezwungen, auf die sich wandelnde Stimmung zu reagieren (zumindest durch verstärkte Repression innerhalb der Elite), und genau diese Reaktion birgt Gefahr. Ein Pickel ist nicht gefährlich, solange man ihn nicht kratzt. Aber man muss ihn kratzen, weil er juckt, und Juckreiz ist lästig."

"Ratlosigkeit, Verwirrung und Furcht"

Zurückhaltender bewertet Anthropologe Roman Schamolin im Exilblatt "Nowaja Gazeta Europe" die Lage [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt]. Er spricht von einem "krankhaften Autoritätsvertrauen" seiner Landsleute, die "Angst vor der eigenen Freiheit" hätten: "Heutzutage sehen wir, dass die Unzufriedenheit kaum wahrnehmbar ist. Sie ähnelt eher Ratlosigkeit, Verwirrung und Furcht als offener Kritik oder Zweifeln an den Grundlagen der bestehenden Ordnung. Widerstand ist noch weniger zu erkennen. Sie gleicht eher einer verärgerten, vorwurfsvollen Frage an die Machthaber: 'Wann werden Sie endlich alles in Ordnung bringen?'"

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Weil der prominente russische Drohnen-Fachmann und Propagandist Alexei Tschadajew jüngst behauptete [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt], Putins Krieg sei das "Beste", was Russland im 21. Jahrhundert passiert sei, kamen gleichwohl sarkastische Reaktionen [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt]: "Aus irgendeinem Grund glauben manche Menschen, geblendet von Selbsttäuschung, es sei besser zu sterben und begraben zu werden. Nun, dann macht es doch. Warum verstrickt ihr andere in eure Boshaftigkeit?"

"Sie sitzen in lebenslanger Haft"

Originell die polemische These von Politologe Stanislaw Belkowski [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt]. Er spricht von "Totalitarismus" und vermutet, Putins Elite werde aus Neid auf Exilanten immer aggressiver und mürrischer: "Wir mögen kleine Leute sein, aber wir leben in Freiheit. Wir sind der Verwirklichung des russischen Traums nahe, des wahren und großen, des ewigen und unbewussten: Sich als Europäer am sanften, warmen Meer wiederzufinden und dabei Russen zu bleiben. Sie mögen sich noch an die relativ freien Zeiten erinnern, an deren Farben und Gerüche; und sie wissen, dass die Freiheit für sie für immer verloren ist. Sie sitzen in lebenslanger Haft, aus der sie nur der Tod erlösen kann."

"Knechtschaft als natürliche Befindlichkeit"

Auf einem der viel zitierten anonymen russischen Politblogs ist zu lesen [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt]: "Mit einem nun gefestigten, homogenen Kern an Unterstützern (nicht im ideologischen Sinne, sondern eher apokalyptisch und geldgetrieben) wird das Regime versuchen, seine Ideologie der gesamten Gesellschaft aufzuzwingen." Das Problem bestehe jedoch darin, dass es sich um eine Minderheit handle, während die Mehrheit "kein Interesse" an der Regime-Unterstützung zeige.

Politologe Georgi Jans schimpfte [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt]: "Jede Nation bekommt den Herrscher, den sie verdient. Deshalb hatten Iwan der Schreckliche, Peter der Große und andere Glück. Sie erbten genau die Leute, für die Unterwürfigkeit und Knechtschaft ihre natürliche Befindlichkeit sind."

Fazit von Publizist Wladislaw Inosemtsew [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt]: "Putin hat den Russen ihre Freiheit genommen. Sie hatten sie unverdient [von Gorbatschow] geschenkt bekommen, widerwillig erlernt und ohne Reue an den Erstbesten weitergegeben. Daher erwarte ich nicht, dass sie sie jemals wieder massenhaft einfordern werden…"

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