Die einen lieben ihn für seinen Auftritt als protziger Fabrikant in der Kultserie "Kir Royal", andere kennen ihn als den Schurken Santer aus den Karl-May-Filmen. Mario Adorf hat unzählige Rollen gespielt, am Theater, im Fernsehen und im Kino. Die Trauer der Filmwelt und Fans über seinen Tod ist entsprechend groß.
Söder: "Schauspieler mit Wucht und Charisma"
In den sozialen Netzwerken beschreiben User ihn als "Legende" und "Deutschlands größten Charakterdarsteller". So auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Mario Adorf sei einer der "Giganten des deutschen Films". Er habe seine Rollen nicht nur gespielt, sondern gelebt, so Söder auf X.
Dabei sei Bayern "ein wichtiger Anker seines Lebens" gewesen, sagte Söder über Adorf. "Seine große Schauspielkarriere begann in München und mit der Rolle als Heinrich Haffenloher in 'Kir Royal' ist Mario Adorf Teil bayerischer Fernsehgeschichte." Söder sprach Adorfs Familie und seinen Angehörigen tiefes Mitgefühl aus.
Mario Adorf hatte im Oktober 2023 den Bayerischen Verdienstorden verliehen bekommen. Er wurde von der damaligen bayerischen Staatsregierung für seine herausragenden Verdienste um den Film und sein kulturelles Engagement ausgezeichnet.
Weimer: "Deutscher Film ohne ihn schwer vorstellbar"
Medien- und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer bedauerte, dass die deutsche Film- und Fernsehlandschaft einen Schauspieler von Weltruf verliere. "Ob auf der Bühne oder Leinwand, ob als Sänger oder Autor - Mario Adorf war in vielen Bereichen der Kunst zuhause", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Er verkörperte seine Figuren mit außergewöhnlicher Authentizität, eindrucksvoller Präsenz und unverwechselbarem Können. Der deutsche Film ist ohne ihn schwer vorstellbar."
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner bezeichnete Adorf als einen "der bedeutendsten Schauspieler unseres Landes, dessen künstlerisches Wirken Generationen geprägt hat". Mit seiner unverwechselbaren Präsenz und Vielseitigkeit habe er das deutsche und europäische Kino nachhaltig bereichert.
Heiner Lauterbach dankt einem "großen Kollegen und wahren Freund"
Auch ehemalige Kollegen Adorfs zeigten sich bestürzt über dessen Tod. Schauspieler Heiner Lauterbach teilte auf seinen Social-Media-Kanälen gemeinsame Fotos mit Adorf. "Schon als Kind hatte ich Bilder von dir über meinem Bett hängen. Aus den alten Karl May Filmen. Du hast in diesen Filmen meist die Bösewichte gespielt. In Wirklichkeit warst du ein herzensguter Mensch, ein großer Kollege und wahrer Freund". Er habe viel von ihm gelernt, dafür sei er ihm unendlich dankbar, schrieb Lauterbach dazu.
Veronica Ferres: "Dankbar für jede Minute" mit Adorf
Veronica Ferres bezeichnete Adorf auf Instagram als einen der warmherzigsten Menschen, der ihr je begegnet sei. Er habe ihr Vertrauen geschenkt, sie inspiriert und sie immer wieder daran erinnert, "warum wir diesen Beruf lieben. Nicht wegen des Ruhms, sondern wegen der Menschen, der Begegnungen, der Wahrheit in einem Moment", so die Schauspielerin. Sie sei "dankbar" für jede Minute mit Adorf.
Iris Berben: "ein eleganter, gewitzter, aber wohlerzogener Womanizer"
Schauspielerin Iris Berben sagte der "Süddeutschen Zeitung" (externer Link, möglicherweise Bezahlschranke): "Was für ein großes Glück hatte ich, mit Mario Adorf gemeinsam gespielt, gefeiert, geredet, gelacht und auch ein paar Tränen vergossen zu haben. Er war ein Weltbürger – ein Lebensmann im Umgang mit Menschen. Und, klar, im Umgang mit Frauen. Nämlich ein eleganter, gewitzter, aber wohlerzogener Womanizer im besten Sinne."
Showmaster Florian Silbereisen gedachte auf Facebook des Verstorbenen: "Er war wirklich ein ganz Großer! Auch im Himmel wird man ihm gerne zuhören, wenn er mit seiner Weisheit und einem Schmunzeln Geschichten erzählt...", schrieb der gebürtige Niederbayer.
Manager Stark: "Kein Ehrenbürgerbegräbnis"
Um Worte ringen musste Schauspielerin Christine Neubauer im Interview mit der Münchner Abendzeitung (externer Link, möglicherweise Bezahlschranke): "Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden." Mit Mario Adorf sei für sie nicht nur ein großer Schauspieler gegangen, sondern auch ein Mensch, der sie auf ganz besondere Weise begleitet habe.
Adorfs Manager Michael Stark würdigte seine zurückhaltende Art. "Selbst im Tod ist Mario Adorf noch bescheiden", sagte Stark der "Bild"-Zeitung (externer Link, möglicherweise Bezahlschranke). "Kein Ehrenbürgerbegräbnis in seinem Heimatort Mayen, keine prunkvolle Grabstätte auf einem Münchner Prominentenfriedhof, sondern ein bescheidenes Plätzchen in seiner Wahlheimat Saint-Tropez. Das war Mario Adorfs letzter Wunsch."
Im Video: Trauer um Schauspieler-Legende Mario Adorf
Bis 2019 wirkte Mario Adorf noch in Film- und Fernsehproduktionen mit. Gestern starb der Schauspieler in seiner Wohnung in Paris.
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