Die Olympiahalle München hat ungefähr 15.000 Plätze. So viele Tickets muss man erstmal verkaufen. Nina Chuba bespielt die Halle ab Samstag gleich für drei Abende hintereinander – und hat sie beinahe restlos vollgemacht.
Als Kind vor der Kamera
Nina Chuba heißt eigentlich Nina Katrin Kaiser und stand bereits im Alter von sieben Jahren erstmals vor der Kamera. Als Marie Krogmann – die jüngste Ermittlerin bei den Pfefferkörnern in der ARD. Von ihrer ersten Gage damals kaufte sie sich ein Klavier. Eine gute Investition, wenn man bedenkt, wo der Weg noch hingehen wird.
Ende der 2010er Jahre macht Nina Chuba erste Schritte in der Musikwelt. Anfangs singt sie noch auf Englisch. Doch dann ändert sich alles.
Durchbruch mit "Wildberry Lillet"
Mit "Wildberry Lillet" gelingt Chuba 2022 über Nacht der Durchbruch. Auch ein symbolischer Erfolg, denn ihr Hit verdrängte den sexistischen Party-Song "Layla" von Platz eins der deutschen Charts. Danach folgen Jahre wie ein Rausch: Auch Chubas Debütalbum "Glas" aus 2023 schaffte es an die Spitze der Charts. Ihre erste Club-Tour war schnell restlos ausverkauft. Und die zweite, diesmal durch große Hallen, ebenfalls – zwei Jahre im Voraus.
Während die Karriere der Künstlerin abhebt, gibt es Kritik aus der Szene: Nina Chuba sei nichts weiter als ein "Industry Plant" – ein sexistisches Label, das Frauen unterstellt, nur dank strategischer Förderung erfolgreich zu sein. Und was macht Nina Chuba? Ein Jahr Pause. Und dann: Flucht nach vorne. Angriff! Im Jahr 2025 erscheint ihre zweite Platte "Ich lieb mich, ich lieb mich nicht". Auch die landet an der Spitze der Charts und schärft ihr Profil als Künstlerin und als Stimme einer jungen Generation.
Pop-Rap für die Gen Z
Nina Chuba ist DER Popstar für den Nachwuchs. Sie holt die Gen Z und die Gen Alpha perfekt ab. Die Künstlerin hat nicht nur einen einzigartigen Style und trägt coole Outfits und Frisuren. Thematisch kämpft sie sich durch all die Gefühle, die man eben so hat als junger Mensch, der gerade seinen Weg findet: Wut, Liebeskummer, Einsamkeit, Stolz, Freude. All das verpackt in Pop-Rap, der Melodien und Flows kanalisiert, die an Trettmann und Peter Fox erinnern, bei ihr aber eine absolut eigene Note haben: jung, frech und, ja, auch feministisch.
Im Video und Remix zum Song "Rage Girl" zum Beispiel versammelt Nina Chuba sieben andere Musik-Kolleginnen neben sich und singt: "Ich brauch' keinen Tapetenwechsel, ich reiß' meine Wände ein/ Halte nichts mehr fest, hab' endlich beide Hände frei/ Keine letzten Worte, weil das wird schon nicht das Ende sein/ Ziegel in die Fensterscheibe, steige in den Bentley ein"
Mentale Gesundheit und Haltung
Ein weiterer Faktor für den Erfolg: Ihre Nahbarkeit. Auf Social Media gibt sich die Künstlerin sympathisch und bodenständig. Ihr Content dort ist mal lustig, mal ernst, aber immer authentisch. Und viele Fans haben das Gefühl, sie zu kennen, sympathisieren mit ihrer ehrlichen Art. Auch in offiziellen Interviews ist Chuba offen, spricht beispielsweise über ihre Therapie-Reise, über den mentalen Druck der Musikbranche und die Folgen für die psychische Gesundheit.
"Mittlerweile ärgert es mich einfach manchmal, wenn ich unterschätzt werde. Weil ich so viel dafür getan habe, dass es eigentlich nicht mehr nötig ist, mich zu unterschätzen," erklärt Nina Chuba im Podcast "Hotel Matze" (externer Link). "Mir ist Respekt wichtig. Und mir ist auch Wertschätzung wichtig. Und auch, dass ich dafür verantwortlich gemacht werde, was ich geleistet habe. Und das ist oft noch nicht so."
Die Künstlerin hat keine Lust mehr, sich ständig beweisen zu müssen. Und vielleicht ist das der letzte große Erfolgsfaktor ihrer Karriere: Haltung. Neben den Gesprächen über mentale Gesundheit positioniert Chuba sich immer wieder klar. Gegen Vorurteile aus der Branche. Gegen die AfD. Und für Gleichberechtigung. Auch das kommt gut an bei der jungen Generation und macht Nina Chuba zu einem Vorbild für junge Menschen.
Ihr Erfolg spricht für sich. Wer dreimal die Olympiahalle ausverkauft, ist gekommen, um zu bleiben. Vermutlich hat sie gerade erst angefangen.
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