David und Larry Ellison beim Besuch eines Tennisspiels.
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Schwerreiche Trump-Kumpels schaffen neue Medien-Supermacht

Schwerreiche Trump-Kumpels schaffen neue Medien-Supermacht

Wenn Paramount und Warner verschmelzen, entsteht ein Medien-Riese mit Zugriff auf TV, Streaming und Filmstudios. An der Spitze: eine Familie mit engen Beziehungen zu Trump. Bestimmt bald sein Geschmack über Filme, Serien – und Journalismus?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Das ging flott. Vor gut einem Jahr war David Ellison lediglich Besitzer der "eher winzigen" Film-Produktionsfirma Skydance Media, schreibt die New York Times (externer Link). Schon bald könnte Ellison der Chef der Filmstudios Paramount (Mission:Impossible, Der Pate, Titanic, Interstellar) und Warner Bros (Harry Potter, Dune, Dark Knight, Herr der Ringe), der Streamingdienste HBO Max (Game of Thrones, Sex and the City, Sopranos, White Lotus) und Paramount+ (Star Trek) sowie der TV- bzw. Kabelsender CBS, CNN, Nickelodeon und vieler mehr sein.

Garantien vom Vater

Wie das? Ellison hat mit Skydance zunächst Paramount und angeschlossene Sender und Streamer übernommen und schickt sich nun an, mit Paramount Skydance den Entertainment-Riesen Warner Bros Discovery zu kaufen.

Das klappt – sollten die Regulierungsbehörden dem Deal zustimmen – wohl nicht zuletzt deshalb, weil David Ellisons Vater Larry Ellison ist. Der ist Gründer des Tech-Unternehmens Oracle, einer der reichsten Menschen der Welt – und hilft mit viel Geld bzw. Garantien dabei, die Kredite für den Deal seines Sohnes abzusichern.

Imperium von TV bis Tech

Larry Ellison ist zudem weiterhin beim Tech-Riesen Oracle aktiv und darüber seit Januar 2026 an der US-Version von TikTok beteiligt. Oracle hält 15 Prozent an US-TikTok und ist zudem für die Nutzerdaten und die Anpassung des Algorithmus verantwortlich. Die Ellisons mischen also gleichermaßen ganz groß in klassischen und neuen Medien mit.

Dabei könnte ein Medienimperium entstehen, das laut New York Times mit den Hochzeiten der Murdoch-Familie in den 2000er- und 2010er Jahren vergleichbar ist. Eine besondere Brisanz erhält der Aufstieg der Familie Ellison zu Medienmogulen nicht zuletzt durch den Mann, der während David Ellisons rasantem Aufstieg im Weißen Haus saß: Donald Trump. Larry Ellison gilt als enger Vertrauter und Unterstützer von Trump. Auch Sohn David lauschte erst kürzlich auf Einladung eines republikanischen Senators Trumps Rede zur Lage der Nation live im Saal.

Droht Trump-TV?

Nicht wenige fürchten daher, dass demnächst die Inhalte von Warner Bros Discovery auf Trump-Linie gebracht werden könnten. "Werden die Filme, die sie rausbringen, auf Trumps Geschmack zugeschnitten? Werden sie gegen Inhalte vorgehen, die aus ihrer Sicht nicht zur rechten Ideologie passen?", fragt etwa ein nicht namentlich genannter Starregisseur gegenüber dem Branchenblatt Variety (externer Link).

Doch nicht nur in der Unterhaltungsbranche geht diese Angst um. Schließlich gehört unter anderem auch der Nachrichtensender CNN zu Warner Bros Discovery, der dem Präsidenten schon lange ein Dorn im Auge ist.

Präzedenzfall CBS

Dass Sorgen über dessen Zukunft und Unabhängigkeit unter einer neuen Ellison-Führung keineswegs völlig unbegründet wären, zeigt jedenfalls das Vorgehen von David Ellison nach der Übernahme von Paramount im August 2025. Schon nach wenigen Monaten installierte er dort Bari Weiss – laut Variety bis dato vor allem für ihre anti-woken Meinungsbeiträge bekannt – als neue Chefin der traditionsreichen CBS-News-Abteilung. Die fiel seither unter anderem mit der Entscheidung auf, einen Trump-kritischen TV-Beitrag in letzter Minute verschieben zu lassen, wie die New York Times berichtet (externer Link).

In einem Interview mit CNBC (externer Link) versuchte David Ellison Sorgen bezüglich CNN zu zerstreuen. Die redaktionelle Unabhängigkeit dort bleibe bestehen und sie bestehe auch bei CBS weiterhin, so Ellison. Man wolle die Mitte erreichen und sei und bleibe im "Wahrheits-Business", sagte er weiter.

Ob es gelingen könnte, Donald Trump mit journalistischer Berichterstattung über ihn zufriedenzustellen, ist ohnehin unklar: So beklagte sich der US-Präsident laut New York Times (externer Link) schon kurz nach der Übernahme von CBS News durch Ellison, dass deren Flaggschiff-Nachrichtenmagazin 60 Minutes ihn seither noch schlechter behandle als jemals zuvor.

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