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Neuer Geschäftsführer, viele Probleme: Fürth zieht Konsequenzen

Neuer Geschäftsführer, viele Probleme: Fürth zieht Konsequenzen

Direkt nach der verkorksten Saison leitet die SpVgg Greuther Fürth den Umbruch ein. Der Zweitligist stellt Daniel Meyer als Sport-Geschäftsführer an. Der umstrittene Sportdirektor Stephan Fürstner bekommt eine neue Rolle.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport im Radio am .

Wer die SpVgg Greuther Fürth in den vergangenen Tagen verfolgt hat, der könnte glatt glauben, dass beim Zweitligisten alles geschmeidig läuft. Klassenerhalt, Jubelbilder, Feierszenen, Partystimmung. Doch der Schein trügt, die Last-Minute-Rettung zum Verbleib in der zweiten Fußball-Bundesliga kaschierte, was hinter den Kulissen schief läuft. Einen Hinweis darauf gaben lediglich die Fans, die beim Relegations-Rückspiel ein Banner hochhielten, auf dem geschrieben stand: "Auf dem Platz und in den Gremien: Versager raus! Neuanfang jetzt!"

Daniel Meyer wird Geschäftsführer Sport

Gefeuert wurde daraufhin zwar niemand, doch schon wenige Stunden nach dem 2:0 gegen Rot-Weiß Essen verkündete der Verein, dass er sich im sportlichen Bereich neu aufstellt: Daniel Meyer wird Geschäftsführer Sport beim Kleeblatt. Der 46-Jährige war bislang Sportdirektor des Halleschen FC in der vierten Liga - und zuvor Trainer in Aue und Braunschweig. Man sei überzeugt, sagte SpVgg-Präsident Volker Heißmann, "dass er ein wesentlicher Faktor sein wird, dass wir uns im sportlichen Bereich stabilisieren werden".

"Urlaub ist jetzt mal nicht angesagt, wir haben viele Themen zu bearbeiten", sagte Meyer bei seiner ersten Pressekonferenz am Mittwoch. "Ich habe volle Tage, volle Terminkalender, um die drängendsten Themen zu bearbeiten." Man habe viele "strukturelle Themen auf der Uhr", zuallererst wolle man sich deshalb mit dem Trainer und der Kaderplanung auseinandersetzen.

Auf Meyer wartet diesbezüglich eine Mammutaufgabe. Vor allem die Abschiede von Zweitliga-Torschützenkönig Noel Futkeu, der zu Eintracht Frankfurt zurückkehrt, und von Klub-Ikone Branimir Hrgota, der nach sieben Jahren eine neue Herausforderung sucht, wiegen extrem schwer. Mit ihren Toren gegen Essen hatten die beiden Offensivspieler noch einmal ihre große Bedeutung unterstrichen.

Unruhe im Verein: Trainerwechsel und wirtschaftliche Krise - Fürstner bekommt neue Rolle

Zum Weggang der Topspieler kommen die internen Unruhen: Die sportliche Führung im Verein stand in den vergangenen Wochen stark in der Kritik. Besonders Sportdirektor Stephan Fürstner und Geschäftsführer Holger Schwiewagner saßen schon lange nicht mehr fest im Sattel, ihnen galt das Fan-Banner. Die Fans hatten zuletzt zudem eine Petition organisiert, die den Rauswurf des Duos forderte.

Über Fürstner sagte der Vereinsvorsitzende Peter Köhr bei der Presserunde: "Wir sind mit der Person Stephan Fürstner vollkommen im Reinen. Wir sind mit ihm so verblieben, dass wir ihn im Verein halten wollen." Welche Rolle er genau übernehmen solle, stehe jedoch noch nicht fest.

Seitdem Trainer Alexander Zorniger und der langjährige Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi im Oktober 2024 rausgeworfen wurden, befindet sich der Verein sportlich wie wirtschaftlich in der Krise. Trainerentlassungen, ein Minus von 4,7 Millionen Euro in der Jahresbilanz, von denen 1,9 Millionen auf Abfindungszahlungen zurückgingen und der Fast-Abstieg sorgten dafür, dass die Stimmung im Keller war.

Vogel und Schwiewagner kündigen Aufarbeitung an

"Ich kann den Frust der Fans nachvollziehen", sagte Trainer Heiko Vogel nach dem Relegations-Rückspiel. Er glaube, "dass der Verein das schon im Vorfeld wahrgenommen hat. Wir wissen, dass wir Hausaufgaben haben. Es bedarf viel Arbeit und Analyse."

Schwiewagner kündigte umgehend eine Aufarbeitung an, nachdem Fürth überhaupt erst am letzten Spieltag durch ein 3:0 gegen Düsseldorf in die Relegation gerettet hatte. "Wir stehen in der Verantwortung, aber wir drücken uns auch nicht vor dieser Verantwortung. Alle müssen an einen Tisch. Es geht nur gemeinsam", betonte der Manager bei Sky und ergänzte: "Wir müssen die Fehler, die wir gemacht haben, eingestehen."

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