Rund 700 Fans waren mit nach Berlin gereist, um Spiel fünf der Halbfinalserie der Bamberg Baskets zu sehen. Nach einer starken Saison wollten viele Unterstützer der Oberfranken live dabei sein, um in der entscheidenden Partie ihre Mannschaft anzufeuern.
Nach zunächst zwei Niederlagen gegen Alba Berlin kamen die Bamberger stark zurück und glichen die Serie mit zwei Heimsiegen aus. Doch im letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams lag der Heimvorteil auf Seiten der Hauptstädter. Noch nie hatte es ein BBL-Team in Spiel fünf geschafft, in fremder Halle zu gewinnen – und das sollte auch so bleiben.
Vor Augen der Wagner-Brüder: Spiel entgleitet im zweiten Viertel
Bamberg tat sich zunächst schwer und leistete sich zu Beginn viele Ballverluste, die die Albatrosse eiskalt bestraften und mit einem 8:0-Lauf bereits eine kleine Führung ausbauten. Zum Ende des ersten Viertels stabilisierten sich die Oberfranken, kamen mit einem kurzzeitigen 6:0-Lauf zurück und beendeten das Viertel mit einem 22:17-Rückstand.
Vor den Augen der Wagner-Brüder Moritz und Franz wurde die Berliner Offensive immer stärker, während bei Bamberg nicht viel funktionieren wollte. Während einer Auszeit bemängelte Headcoach Anton Gavel vor allem die nicht vorhandene "Transition Defense". Kurz vor der Pause war mit nur sieben Treffern von 25 Würfen die Ausbeute der Gäste erschreckend. Das zweite Viertel ging mit 30:9 deutlich an Alba Berlin.
Bamberg Baskets verabschieden sich mit Anstand
Nach der Pause schafften die Gäste es, mit deutlich mehr Energie aufzutreten und den Rückstand zu verkürzen. Aber die Dominanz der Gastgeber konnte Bamberg auch in der zweiten Hälfte nicht brechen. Mit einem 12:0-Lauf im letzten Viertel verabschiedeten sich die Baskets mit Anstand aus dieser Saison. Trotzdem überwogen bei Trainer Anton Gavel nach dem Spiel die negativen Emotionen: "Es hat alles gefehlt", sagte der 41-Jährige bei Dyn. Die Niederlage sei "enttäuschend".
Mit 16 Zählern ging Michael Rataj als Berliner Topscorer vom Parkett, der Bamberger Ibi Watson kam auf dieselbe Punkteausbeute. Alba Berlin feiert mit einem souveränen 97:66-Sieg den verdienten Einzug ins BBL-Finale, wo der FC Bayern Basketball (Spiel eins am Freitag, 12.6., 20.30 Uhr) als Gegner wartet.
"Sensationelle Saison" auch dank Coach Anton Gavel
Trotz des verlorenen Halbfinals wurden die Bamberg Baskets in der Halle und im Internet viel bejubelt. Von einer "sensationellen Saison" war die Rede und Anton Gavel wurde als "Coach der Schlüssel" bezeichnet. Diese Euphorie wird bleiben, denn die Bamberg Baskets spielten eine hervorragende Saison.
Als der Trainer 2024 zu Bamberg kam, lag die Mannschaft fast am Boden. Der elfte Platz nach der regulären Saison zuvor war zu wenig für die Play-offs. Doch Gavel hat die Mannschaft in zwei Jahren enorm entwickelt. Und den Triumph im BBL-Pokal im Februar, als ersten großen Erfolg nach sieben Jahren, kann ihnen niemand mehr nehmen.
