Trauer und Frust bei den FC Bayern Frauen
Trauer und Frust bei den FC Bayern Frauen
Bild
Trauer und Frust bei den FC Bayern Frauen
Bildrechte: picture-alliance/dpa
Schlagwörter
Bildrechte: picture-alliance/dpa
Videobeitrag

Trauer und Frust bei den FC Bayern Frauen

Aktualisiert am
Videobeitrag
Erschien zuerst am
> Sport >

CL-Aus für FCB: Stolz bleibt – Ärger über Schiedsrichterin auch

CL-Aus für FCB: Stolz bleibt – Ärger über Schiedsrichterin auch

In den letzten Minuten des Champions-League-Rückspiels gegen Barcelona schien die Sensation für die FC Bayern Frauen greifbar. Besonders bitter: Der 3:4-Anschlusstreffer wird zurückgenommen. Für Giulia Gwinn ein "Spiel-Killer".

Über dieses Thema berichtet: Blickpunkt Sport am .

Nach der 2:4-Niederlage gegen Barcelona im Champions-League-Halbfinalrückspiel wussten die Bayern-Frauen gar nicht so recht, was sie fühlen sollen. Enttäuschung, weil man den großen Coup, das erste Champions-League-Finale der Geschichte wieder verpasst hatte? Oder doch Stolz, weil man es so weit geschafft hatte? Oder eben auch ein bisschen Ärger, weil da wirklich was gegangen wäre? Die Antwort war wohl ein bisschen was von allem.

Gwinn: "So killt man das Spiel"

Giulia Gwinn brachte es am BR24Sport-Mikrofon ganz gut auf den Punkt: "Gegen Ende sind wir echt nochmal rangekommen, umso schlimmer ist es gerade damit umzugehen." Und noch schlimmer ist es, da die Frage im Raum steht, was wäre noch gegangen, wenn das 3:4 von Pernille Harder in der 90. Minute nicht zurückgepfiffen worden wäre?

Der VAR hatte sich nach dem Treffer eingeschaltet, da Linda Dallmann beim Ballgewinn im Vorfeld Patricia Guijarro gefoult hatte. Gwinn sah diese Entscheidung nach der Partie kritisch: "So killt man so ein bisschen das Spiel. Es ist vielleicht eine harte Zweikampfführung, aber die Frage ist: Muss man das auf dem Niveau, in diesem Spiel zurückpfeifen. Ich glaube nicht."

Wäre das Finale möglich gewesen?

Für Gwinn war die Szene sogar spielentscheidend: "Ich glaube, dass wir sonst nochmal sehr gut rangekommen wären, vielleicht sogar irgendwann das 4:4 noch gemacht hätten." Fakt ist aber auch, dass Barcelona in Hälfte eins klar überlegen war. Die Münchnerinnen kamen nicht gut in die Partie, überließen den Hausherrinnen das Spiel. Die wirkten über lange Strecken deutlich spritziger und schneller in ihren Aktionen, das spielten sie vor allem auch in Hälfte zwei aus, als sie innerhalb von drei Minuten von 2:1 auf 4:1 erhöhten.

Da konnten die Münchnerinnen nach der Pleite nur Respekt zollen: "Spielerisch ist Barca absolute Weltklasse", erklärte Laura Dallmann am BR-Mikrofon und auch Direktorin Bianca Rech meinte: "Man muss die Leistung von Barcelona anerkennen, das ist einfach eine Weltklasse-Mannschaft, die sehr, sehr viel Druck machen kann. So viele Chancen kreiert, wo wir hin und wieder in der ersten Hälfte auch Glück hatten."

Video: Die Stimmen nach dem Spiel

FC Bayern Frauen
Bildrechte: picture-alliance/dpa
Videobeitrag

FC Bayern Frauen

Was aber nimmt man mit von diesem Spiel?

Die Art und Weise, wie die Münchnerinnen nach dem 1:4-Rückstand noch einmal aufgedreht haben, zeigt den Kampfgeist des Teams. "Wir haben Charakter gezeigt, unser Herz auf dem Platz gelassen. [...] Das ist ein Lernprozess für unsere Mannschaft", sagte Dallmann nach dem Spiel und auch Rech zog eine insgesamt positive Bilanz: "Erstmal überwiegt ganz viel Stolz auf die Mannschaft. Wir haben in diesem Jahr einen Schritt nach vorne gemacht. Das ist wichtig und das wollen wir jetzt auch mitnehmen."

Einen weiteren Schritt nach vorne hat an diesem Abend auch erneut der Frauen-Fußball gemacht. 60.000 Fans verfolgten die Partie im Camp Nou. "Ich glaube, das ist so Bestätigung für den Weg, den der Frauenfußball gerade geht. Sehr, sehr viel Zuspruch von den Zuschauern, viel Wertschätzung und sie geben uns da sehr viel zurück. Wir wollen mit unserem Spiel einfach Werbung dafür machen und ich glaube, das war heute das beste Beispiel dafür", erklärt Gwinn im BR-Interview.

Starker Fight trotz unterschiedlicher Vorzeichen

Barcelonas Kader ist insgesamt fast doppelt so viel wert wie der der Münchnerinnen (14,12 Mio. Euro laut Soccerdonna). Das Team ist zudem gespickt mit absoluten Weltstars wie Alexia Putellas und Aitana Bonmati, die die spielerische Qualität auf ein extrem hohes Level bringen. Trotz all dem konnten die FCB-Frauen in Hälfte zwei fast noch für die Sensation sorgen. Sie sind nah dran am ersten Triple und das macht Hoffnung für die kommenden Jahre.

Video: Bianca Rech im BR24Sport-Interview:

Bianca Rech, Direktorin FC Bayern Frauen
Bildrechte: picture-alliance/dpa
Videobeitrag

Bianca Rech