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Aytekin über Schiedsrichter-Nachwuchs: "Es ist ein Kampf"

Aytekin über Schiedsrichter-Nachwuchs: "Es ist ein Kampf"

Deniz Aytekin beendet am kommenden Wochenende seine Schiedsrichter-Karriere. Mit ihm verlässt ein großes Vorbild die Bühne. Der Franke warnt in "Blickpunkt Sport" vor den Herausforderungen wie "Social Media und verbale Übergriffe" für den Nachwuchs.

Über dieses Thema berichtet: Blickpunkt Sport am .

Deniz Aytekin ist seit dreißig Jahren als Schiedsrichter aktiv, seit 2008 pfeift er in der Bundesliga ist einer der besten deutschen Schiedsrichter. Am Wochenende geht für ihn eine Ära zu Ende, er wird sein letztes Bundesliga-Spiel leiten. Mit dem 47-Jährigen verlässt auch ein großes Vorbild für den Nachwuchs, der es aktuell nicht leicht hat, die Bühne.

"Der Umgang miteinander ist sehr wichtig und hat auch eine Strahlkraft in die unteren Ligen. Wenn ich mir zu viel gefallen lassen habe, dann passiert das vielleicht am Wochenende in den unteren Ligen auch. Dieser Vorbildrolle war ich mir bewusst und habe versucht, das zu leben", erklärt der Franke in "Blickpunkt Sport" im BR Fernsehen.

Aytekin: "Ein Kampf, die Neulinge bei der Stange zu halten"

Vorbilder und Identifikationsfiguren wie Aytekin sind wichtig, denn Schiedsrichter-Nachwuchs ist nicht leicht zu finden. Jahrelang waren die Zahlen rückläufig und die Herausforderungen sind immer noch groß. "Social Media, verbale Übergriffe — wenn man nur mit negativen Sachen konfrontiert wird, ist das ein Kampf, die Neulinge bei der Stange zu halten. Ich glaube aber, dass DFB und BFV (Bayerischer Fußball-Verband) sehr viel machen, um junge Schiris zu begleiten, insbesondere in der Anfangsphase. Wenn man die ersten Spiele geschafft hat, kommt man auch mit schwierigen Spielen klar", erklärt Aytekin in "Blickpunkt Sport".

Er selbst hat das als einer der besten deutschen Schiedsrichter eindrucksvoll bewiesen - und hat wie alle seine Kollegen ganz oben in der Bundesliga eben auch mal klein und ganz unten angefangen.

Aytekin kannte die Fußball-Regeln nicht

Der Oberasbacher Aytekin hat selbst lange Fußball gespielt. "Ich hatte das Problem, dass ich als Spieler die Regeln nicht kannte und dachte, das muss ich jetzt mal lernen, bevor ich mich über den Schiri beschwere", erzählt er in "Blickpunkt Sport" über seinen Weg zum Schiedsrichter-Job. Da der Ball nie sein Freund gewesen sei, war Schiri werden, die perfekte Option, um dem Fußball trotzdem verbunden zu bleiben.

Mit 17 Jahren fing Aytekin also an, Spiele zu leiten: "Ich habe am Wochenende früher drei bis vier Spiele geleitet, das wäre heute undenkbar. Jetzt bin ich froh, wenn ich ein Spiel überlebe."

Mittlerweile hat der 47-Jährige über 650 Schiedsrichter-Einsätze hinter sich und brennt noch immer für den Job: "Es ist für junge Menschen eine tolle Möglichkeit, A) Sport zu treiben und B) noch etwas dazu zu verdienen. Es ist wirklich eine Lebensschule, die Schiedsrichterei."

Nachwuchsprobleme — Bayern gelingt Trendwende

Aytekin weiß aber auch, dass es der Schiedsrichter-Nachwuchs nicht immer leicht hat. 2022 erreichte die Zahl der aktiven Schiedsrichter in Bayern ein historisches Tief. Nur noch 9.856 pfiffen regelmäßig Spiele, 2000 waren es noch mehr als 13.000. Die Gründe dafür waren vor allem Gewalt und Beleidigungen auf dem Platz. Doch in Bayern gelang zuletzt immerhin die Wende.

Auch weil der DFB 2023 zum "Jahr des Schiris" machte: Werbe- und Social-Media-Aktionen setzten sich für Wertschätzung und Akzeptanz für Schiedsrichter ein. Auch Deniz Aytekin war Teil dieser Aktionen: Unter seiner Aufsicht griffen Profis wie Anton Stach und Nils Petersen zur Pfeife. Das "Jahr des Schiris" war ein Erfolg, die Zahl der ehrenamtlichen Schiedsrichter stieg wieder und liegt aktuell in Bayern bei 12.386. Vielleicht ist unter den Schiri-Neuzugängen ja auch der ein oder andere, der eines Tages in Aytekins Fußstapfen tritt.

Im Video: Schiedsrichtermangel im Amateurfußball: Bayern dreht den Trend

Schiedsrichterteam beim Derby in Zörbig.
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