Am kommenden Wochenende wird Deniz Aytekin sein 254. und letztes Bundesliga-Spiel pfeifen. In fast 20 Jahren als Bundesliga-Schiedsrichter hat er 935 Gelbe Karten verteilt und vor allem etliche Stars hautnah auf dem Platz erlebt.
Besonders in Erinnerung geblieben sind dem sehr redefreudigen und umgänglichen Schiedsrichter aber die Diskussionen mit dem ebenfalls redefreudigen und umgänglichen FC-Bayern-Urgestein Thomas Müller, erzählt er in "Blickpunkt Sport" im BR Fernsehen: "Es ist immer wieder – zum Beispiel bei Thomas Müller – immer sehr unterhaltsam gewesen, diese Diskussionen. Sehr besonders."
Schiedsrichter Aytekin: "Es geht darum, was man hinterlässt"
Der Mittelfranke Aytekin ist eine Größe unter den deutschen Schiedsrichtern, dreimal wurde er DFB-Schiedsrichter des Jahres (2019, 2022, 2024). 2023 erhielt der Franke zudem den bayerischen Verdienstorden. Doch für den 47-Jährigen zählen nicht die Titel: "Es geht darum, was hinterlässt man, wie geht man mit Menschen um? Ich habe immer versucht, in der Sache klar zu sein, aber den Menschen herzlich und vernünftig zu behandeln. Es ist mir viel wichtiger, welches Gefühl ich bei den Menschen hinterlasse."
Lob von Miroslav Klose und Michael Gregoritsch
Kurz vor seinem Bundesliga-Abschied am kommenden Wochenende wird nun auch klar, welches Gefühl Aytekin bei den Menschen hinterlassen hat. Spieler und Trainer schätzen ihn für seine kommunikative Art auf dem Platz, so lobt beispielsweise FCA-Spieler Michael Gregoritsch: "Er hat einen sehr guten Zugang zu uns Spielern."
Und auch der Nürnberger Zweitliga-Trainer Miroslav Klose meint: "Was richtig gut an ihm war, man konnte mit ihm sprechen und das ist für mich eine Riesenstärke, die ein Schiedsrichter haben muss. Wir sind alle Menschen und das ist das, was wir wollen vor allem auf dem Fußballplatz."
Emotionaler Abschied: "Berührt mich, wenn Spieler solche Aussagen hinterlassen"
FCA-Coach Manuel Baum nennt Aytekin "einen der größten Schiedsrichter, die wir in Deutschland hatten". Der Franke hat in seinen 18 Jahren Bundesliga also einiges richtig gemacht, vor allem in seinem Umgang mit den Menschen auf und neben dem Platz. Als einer der besten deutschen Schiedsrichter tritt er nun ab und zeigt sich im "Blickpunkt-Sport"-Interview emotional: "Es berührt mich, wenn große Spieler und Trainer, solche Aussagen hinterlassen. Wenn ich durch meine Art einen positiven Beitrag leisten konnte, dann freut es mich und diese Wertschätzung, die nehme ich gerne mit."
Am 34. Spieltag wird Aytekin ein letztes Mal in der Bundesliga als Schiedsrichter auflaufen und danach vielleicht in einer unteren Liga weiterpfeifen? "Das kriege ich zuhause nicht durch. Da müsste ich einen schriftlichen Antrag bei meiner Frau stellen und der wird massiv abgelehnt."
Video-Porträt: Der Fußball-Schiedsrichter Deniz Aytekin vor seinem Karriereende
Deniz Aytekin
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