Wenn ein Verein seinen Kader im Winter-Transferfenster aufrüstet, ist das meistens ein Zeichen dafür, dass irgendetwas nicht nach Plan gelaufen ist. Die Verletzung eines Schlüsselspielers oder sportliche Probleme sind wohl die häufigsten Gründe für eine große Shopping Tour im Januar.
FC Augsburg: Baum bekommt fünf Winter-Neuzugänge
Der FC Augsburg hat in der nun beendeten Wechselperiode zwar vergleichsweise wenig Geld in Ablösen für Verstärkungen gesteckt, trotzdem kann Cheftrainer Manuel Baum auf fünf neue Kräfte zurückgreifen.
Vier Profis kamen auf Leihbasis bis zum Saisonende: Innenverteidiger Arthur Chaves (von der TSG 1899 Hoffenheim), die Stürmer Rodrigo Ribeiro (Sporting Lissabon B) und Michael Gregoritsch (Bröndby IF) sowie Mittelfeldmann Yannik Keitel (VfB Stuttgart).
Ogundu-Transfer trotz Überangebot im Sturm
Dazu verpflichteten die Fuggerstädter am sogenannten Deadline Day auch noch das nigerianische Sturmtalent Uchenna Ogundu aus der türkischen Süper Lig von Alanyaspor für bis zu 6,5 Millionen Euro und eine Weiterverkaufsbeteiligung.
Eine stattliche Summe für einen 19-Jährigen, der in wettbewerbsübergreifend 20 Einsätzen für seinen alten Arbeitgeber auf beschauliche drei Tore und zwei Vorlagen kommt. Zumal Baum zusammen mit dem "Bestandsneuner" Samuel Essende nun vier Mittelstürmer zur Verfügung stehen. Offensiv-Allrounder Anton Kade, der beim 2:1-Sieg gegen den FC Bayern vorne spielte, nicht mitgerechnet.
Ogundu entlastet die Augsburger Kaderplanung
Dabei präferiert Baum ein 3-4-3-System mit nur einem klassischen Goalgetter. Eine unmittelbare Not, Ogundu aus der Türkei loszueisen, gab es also nicht.
Allerdings gilt Essende nach bescheidenen zwölf Treffern aus 50 Pflichtspielen seit seinem Wechsel zum FCA als Verkaufskandidat für den Sommer. Da ohne den Mann aus der DR Kongo kein nomineller Mittelstürmer mehr im Profi-Kader stehen würde, entlastet Ogundu die Kaderplanung mittelfristig.
Abgesehen davon, bringt er ein anderes Profil mit als Gregoritsch, der seit seiner Rückkehr zu den Schwaben meist Baums erste Wahl in der Sturmspitze war.
Augsburg: Hoffen auf den Ogundu-Geldregen
Die Qualitäten Ogundus stellte FCA-Sportdirektor Benjamin Weber in den Vordergrund: "Mit seinem Tempo, seiner Dynamik und seinem Zug in die Tiefe passt er perfekt zu uns und bringt zusätzliche Variabilität in unser Spiel", erklärte der 42-Jährige.
Losgelöst vom rein sportlichen Nutzen des Neuzugangs dürfte bei der Verpflichtung aber auch die Aussicht ausschlaggebend gewesen sein, dass Ogundu seinen Marktwert steigert und er langfristig gewinnbringend weiterverkauft werden kann. Darauf hofft man offensichtlich auch bei Alanyaspor, wie die ausgehandelte Beteiligung an einem möglichen Erlös zeigt.
FCA: Auch Kastanaras kommt in letzter Minute
Fest steht, dass Augsburg dringend Hilfe in der Offensive braucht. 24 Tore aus 20 Bundesliga-Partien stehen aktuell zu Buche, in der laufenden Saison traf man bisher nur in der Hinrunde bei den Siegen gegen den SC Freiburg (3:1) und den VfL Wolfsburg (3:1) mehr als zweimal.
Perspektivisch soll dabei ein weiterer Last-Minute-Deal helfen. Thomas Kastanaras von der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart kam wie Ogundu am finalen Tag des Transferfensters, soll aber anders als sein neuer Vereinskamerad zunächst über das Amateurteam an die Profis herangeführt werden. Läuft alles nach Plan, könnte das Deadline-Day-Duo Ogundu/Kastanaras irgendwann gemeinsam für Augsburg auf Torejagd gehen.
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