Der FC Bayern hatte zuletzt einige Vertragspoker zu überstehen, die irgendwo zwischen Krimi, Beziehungsdrama und einem gähnend langen Epos anzusiedeln waren. Besonders bei Alphonso Davies und zuletzt bei Dayot Upamecano spielten die Berater der Fußballer eine entscheidende Rolle. Sowohl Nick Huoseh (Davies) als auch Moussa Sissoko und Marco Lichtsteiner (Upamecano) kokettierten recht öffentlich mit einem ablösefreien Wechsel zu Real Madrid.
Hoeneß: "Werden uns das nicht mehr gefallen lassen"
Dieses Taktieren ist Uli Hoeneß unter die Haut gegangen. Schon während der Verhandlungen hatte er sich unwirsch über die Spieleragenten geäußert, Huoseh soll Hoeneß jegliche Ahnung über Fußball abgesprochen haben, bei Upamecano zeigte er sich "entsetzt" über das Verhalten der Berater. Nun, so scheint es, möchte er solche Verhandlungen beim FC Bayern nicht mehr miterleben.
Der 74-Jährige, der sich offiziell aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat, hat eine härtere Linie des Vereins im Umgang mit Spielerberatern angekündigt. "Wir werden dieses ganze Berater-Thema zur Diskussion stellen. Und wir werden es uns nicht mehr gefallen lassen, dass Berater allein bestimmen, wie es läuft", sagte der Ehrenpräsident des Fußball-Rekordmeisters in einem Bild-Interview.
Abschuss-Liste für Berater beim FC Bayern?
Der Beitrag der Berater stehe "zunehmend in keinem Verhältnis mehr zur Honorierung, die aufgerufen und am Ende auch oft gezahlt wird. Wir werden verstärkt 'Nein' sagen und diesen Wahnsinn nicht mitmachen." Dabei müsse auch eine klare Haltung gegenüber den Profis kommuniziert werden. "Man kann auch dem Spieler einmal sagen: 'Wenn dein Berater weiter so unverschämt verhandelt, werden wir mit ihm nicht mehr über deine Zukunft bei uns sprechen.' So weit muss das gehen", sagte Hoeneß.
Der nächste Schritt sei auch klar, betonte der 74-Jährige nun mit Blick auf zukünftige Verhandlungen: "Wir werden vielleicht auch den ein oder anderen Berater – wenn er sich unfair verhält – auf eine Liste nehmen und ihm sagen, dass wir Spieler, die er vertritt, nicht mehr verpflichten werden." Ein Lob von Hoeneß gab es hingegen für den Berater von Sommer-Neuzugang Luis Diaz. Hoeneß erklärte: "Er hat für seinen Klienten alles investiert und mit Liverpool dennoch immer fair gesprochen. So einen Mann bezahlen wir gern."
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