Der FC Bayern will mit seinen Frauen nicht mehr nur in Deutschland Maßstäbe setzen, sondern auch international dauerhaft zur Spitze gehören. Dafür investiert der Double-Gewinner nicht nur in den Kader, sondern vor allem in die Strukturen. Ein zentraler Baustein ist der Sportpark Unterhaching, der zur neuen Heimat der Bayern-Frauen ausgebaut wird.
Bereits ab der neuen Saison sollen dort die Heimspiele in der Champions League stattfinden. Das Stadion bietet bis zu 15.000 Zuschauern Platz – deutlich mehr als die rund 2.500 Plätze am Campus.
FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer sieht darin mehr als ein Stadionprojekt. Vor den Toren Münchens soll ein High-Performance-Center entstehen, das sich an den führenden Leistungszentren Europas orientiert. Ziel sind optimale Bedingungen für Training, Medizin und individuelle Entwicklung. "Ich glaube, dass wenn das alles fertig ist in 2029, ist es eine Revolution im deutschen Frauenfußball", so der Präsident.
Der nächste Schritt: Europas Spitze
Sportlich hat Bayern national bereits Maßstäbe gesetzt. International ist der ganz große Durchbruch jedoch noch nicht gelungen. In der vergangenen Saison erreichten die Münchnerinnen nach vier Jahren wieder das Champions-League-Halbfinale. Aber der spätere Sieger FC Barcelona war zu stark , zu routiniert, zu abgeklärt.
Europas Topklubs verfügen über größere Auswahl an Weltklassespielerinnen und können Ausfälle leichter kompensieren. Genau hier will Bayern ansetzen. Das neue Zentrum soll helfen, die Mannschaft insgesamt professioneller aufzustellen.
Hainer formuliert das Ziel offensiv: Der FC Bayern wolle "auch in Europa ganz an die Spitze". Das Halbfinale sei ein wichtiger Schritt gewesen, "aber da gibt es noch eine Stufe mehr zu erreichen".
Bundesligisten verlieren Stars an Topklubs im Ausland
Der FC Bayern steht mit dieser Herausforderung nicht allein. Die Bundesliga verliert immer wieder hochkarätige Spielerinnen an ausländische Topklubs.
Die Transfers zeigen ein strukturelles Problem: Die Bundesliga bringt weiterhin starke Spielerinnen hervor, kann ihnen aber nicht immer die finanziellen und infrastrukturellen Möglichkeiten der großen Klubs in England, Frankreich oder Spanien bieten.
Auch Bayern muss seine Stars halten. Klara Bühl hat zwar bis 2027 verlängert, geht damit aber in ihr letztes Vertragsjahr. Für einen dauerhaften Kampf um Europas Spitze ist es entscheidend, Leistungsträgerinnen langfristig zu binden und gleichzeitig die Breite des Kaders zu stärken.
FC Bayern Frauen als Lokomotive
Hainer sieht deshalb auch die Bundesliga insgesamt in der Pflicht. Deswegen fordert Hainer, dass alle mehr tun müssen, um diesen Trend zu stoppen. "Wir brauchen einfach mehr Breite, auch im Frauenfußball, dass Wettbewerb da ist. Wir brauchen bessere Stadien, dann kriegen wir auch mehr Fans, dann kriegen wir auch eine bessere TV-Vermarktung. Aber deswegen sehen wir uns schon auch beim Frauenfußball als die Lokomotive."
Auch mit Blick auf die Frauen-Europameisterschaft 2029 in Deutschland ist eine Weiterentwicklung der Frauen-Bundesliga relevant. Bis dahin soll nicht nur die Nationalmannschaft, sondern auch die Bundesliga professioneller und international konkurrenzfähiger werden.
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