Auf dem Papier ist die Rollenverteilung eindeutig: Der FC Bayern reist als deutscher Rekordmeister zur SV Elversberg, einem Verein aus einer Gemeinde mit gerade einmal rund 10.000 Einwohnern. Doch ein Blick auf die Tabelle zeigt, warum die Münchner gewarnt sein sollten: Vor dem direkten Duell steht der Aufsteiger sogar vor dem FC Bayern.
Sechs Punkte aus zwei Spielen – besser hätte Elversberg kaum in seine erste Bundesliga-Saison starten können. Während der Aufsteiger die maximale Ausbeute eingefahren hat, steht der FC Bayern nach dem 0:0 auf Schalke bei vier Punkten. Damit liegt Elversberg aktuell sogar vor dem Rekordmeister. Aussagekräftig ist die Tabelle nach gerade einmal zwei Spieltagen natürlich nur bedingt. Aber sie zeigt: Elversberg ist gut in der Bundesliga angekommen – und will nun auch Bayern ärgern.
Elversberg sorgt für Furore
Dass die Saarländer nicht zufällig so weit oben stehen, haben sie bereits eindrucksvoll gezeigt. Elversberg gewann zum Bundesliga-Auftakt mit 3:2 gegen Bayer Leverkusen. Danach folgte ein spektakulärer 4:3-Erfolg bei Borussia Mönchengladbach – obwohl die Mannschaft zwischenzeitlich mit 1:3 zurücklag. Die Saarländer zeigten nicht nur Leidenschaft, sondern auch spielerische Qualität, Tempo und den Mut, immer wieder nach vorn zu attackieren.
Das beweisen auch die sieben erzielten Tore in zwei Spielen. Das Team von Vincent Wagner versteckt sich nicht, sondern sucht auch gegen vermeintlich übermächtige Gegner den Weg nach vorn.
FC Bayern darf nicht den nächsten Aufsteiger unterschätzen
FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany erwartet deshalb keinen Selbstläufer. Der Belgier machte vor der Partie deutlich, dass für ihn auch dieses Spiel höchste Priorität besitzt. "Jedes Spiel ist ernst", betonte er. Schonprogramme oder größere Rotationen wird es deshalb kaum geben.
Auf Schalke musste die Mannschaft bereits erfahren, wie schwierig ein Spiel gegen einen Aufsteiger werden kann. Trotz klarer Dominanz reichte es nur zu einem torlosen Unentschieden. Ein ähnliches Szenario will Vincent Kompany diesmal verhindern. Von einer möglichen Rotation wollte der Bayern-Trainer nichts wissen. "Nein, jedes Spiel ist ernst", sagte der Belgier. Seine Mannschaft müsse unabhängig vom Gegner die beste Version ihrer selbst zeigen.
Auch die ungewohnte Kulisse im Saarland soll dabei keine Ausrede sein. Für Bayern ist es die erste Dienstreise nach Elversberg überhaupt. Kompany freut sich auf die neue Herausforderung und betonte, seine Mannschaft müsse "genauso viel Motivation wie beim Auswärtsspiel in Dortmund" haben.
Wagner darf gegen Bayern dabei sein
Auch Elversbergs Trainer kann das Highlight von der Seitenlinie verfolgen. Vincent Wagner war nach seiner Gelb-Roten Karte beim Sieg in Mönchengladbach zunächst gesperrt worden. Weil Schiedsrichter Martin Petersen vor dem DFB-Sportgericht einen Fehler einräumte, wurde die Sperre aufgehoben. Kompany begrüßte die Entscheidung: "Ich bin froh, dass mein Kollege beim Spiel dabei ist."
Der Blick auf die Tabelle verleiht dem vermeintlich ungleichen Duell zusätzliche Spannung. Elversberg hat in den ersten Spielen eindrucksvoll gezeigt, dass sich der Aufsteiger auch vor großen Namen nicht versteckt. Die Bayern gehen dennoch als klarer Favorit in die Partie – doch wer den selbstbewussten Neuling unterschätzt, könnte am Ende eine böse Überraschung erleben.
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