Dayot Upamecano hat seinen Vertrag beim FC Bayern verlängert. Der 27-jährige Innenverteidiger unterschreibt bis 2030 bei den Münchnern. Sein ursprüngliches Arbeitspapier wäre im Sommer 2026 ausgelaufen. Für die Münchner ist es eine weitere wegweisende Personalentscheidung, nachdem bereits Joshua Kimmich, Jamal Musiala und Alphonso Davies ihre Verträge im vergangenen Jahr verlängert haben und zuletzt auch Serge Gnabry langfristig gebunden wurde. Laut Medienberichten soll der Franzose ein Jahresgehalt von bis zu 20 Millionen Euro erhalten. Sowohl Paris Saint-Germain als auch Real Madrid wurde großes Interesse an Upamecano nachgesagt.
"Dayot Upamecano ist eine weitere zentrale Figur unserer Mannschaft, mit der wir verlängern konnten. Ein Kader braucht Ankerpunkte: Mit Dayot setzen wir den nächsten", sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl. "Dayot ist beim FC Bayern zum internationalen Spitzenspieler gereift, wir freuen uns auf den weiteren gemeinsamen Weg."
"Wir haben eine tolle Mannschaft und einen tollen Trainer, und gemeinsam haben wir große Ziele" Dayot Upamecano
Upamecano: Vom Risikofaktor zum Abwehrchef
Upamecano war 2021 für 42,5 Millionen Euro von Ligakonkurrent Rasenballsport Leipzig zum FC Bayern gewechselt. Seither war er stets Stammspieler in der Innenverteidigung des deutschen Rekordmeisters. Seine Leistungen wurden häufig kritisch betrachtet. In der Vergangenheit zeigte er sich immer wieder recht fehleranfällig - sowohl im Aufbau- als auch im Stellungsspiel.
Unter Trainer Vincent Kompany konnte sich Upamecano allerdings deutlich stabilisieren. Unter dem belgischen Coach hat er sich zum Abwehrchef entwickelt. Besonders im Aufbauspiel konnte er seine Fehlerquote deutlich herunterschrauben, gehört bei Passgenauigkeit und raumgewinnenden Pässen auf seiner Position zur absoluten europäischen Spitze. Und auch im riskanten, aggressiven Gegenpressing, das Kompany spielen lässt, ist Upamecano ein verlässlicher Rückhalt. "Wenn man sieht, was der Junge leistet und was er die letzten Jahre hier gemacht hat, seitdem ich hier bin - da war er sehr, sehr konstant", sagte Kompany im Januar. "Er hat sich das alles verdient im Moment. Wenn er sich eine Phase seiner Karriere ausdenken muss, in der seine Leistung so gut war, glaube ich, das ist jetzt seine beste Phase."
Vertragspoker: Langes Hin und Her ließ Hoeneß schimpfen
Die Verhandlungen mit Upamecano hatten sich sehr lange gezogen. Dabei gab es zahlreiche Spekulationen über die Gründe: Von Handgeld über Ausstiegsklausel bis hin zur Vertragslaufzeit wurde gemutmaßt. Zwischenzeitlich hatte der Münchner Ehrenpräsident Uli Hoeneß Upamecanos Management für die Hängepartie scharf kritisiert. "Ich weiß, dass er und seine Familie sich in München sehr wohlfühlen. Ich fürchte jedoch, dass seine Berater alles tun werden, um ihn aus München wegzulotsen", sagte Hoeneß dem "kicker". Der 74-Jährige kritisierte dieses Gebaren scharf. "Über dieses Verhalten bin ich entsetzt", sagte Hoeneß. Durch die Verlängerung dürfte auch der Vereinspatron deutlich milder gestimmt sein.
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