Im Champions League Halbfinale in der Münchner Arena geriet der FC Bayern München durch einen Treffer von Ewa Pajor (8.) zunächst früh in Rückstand. Doch die deutschen Meisterinnen ließen sich nicht unterkriegen, spielten mutig mit und hatten gute Möglichkeiten nach vorne.
Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gastgeberinnen weiter, die spanische Dominanz zu durchbrechen, doch Barcelona erarbeitete sich mehr und bessere Chancen. Das Konterspiel der Bayern-Frauen war allerdings ausgeklügelt, sodass eine besonders stark spielende Franziska Kett den Ausgleich erzielte (69.).
In einer furiosen Schlussphase wurde Kett mit glatt-rot vom Platz gestellt, auch Barcala holte sich eine rote Karte ab. In Unterzahl ließen die Münchnerinnen alles auf dem Platz und retteten das Remis über die Zeit.
Das Auftreten der Münchnerinnen im ersten Durchgang war ein ganz anderes als bei der letzten Partie im großen Stadion, als die Münchnerinnen gegen Manchester United die erste Halbzeit komplett verschlafen hatten. Diesmal fehlte ihnen zwar in den ersten fünf Minuten die Überzeugung, doch dann verteidigten sie sehr kompakt, genau so, wie Trainer José Barcala am Vortag angekündigt hatte. Zwar war die Leistung beider Teams anfangs noch nicht sehr dynamisch, doch die zwei engen Defensiv-Reihen des FCB machten es Barcelona schwer, in den Strafraum vorzudringen.
Ex-Bundesliga-Spielerin Pajor trifft zur frühen Barca-Führung
Offensiv gelang den Münchnerinnen ein früher Vorstoß durch Klara Bühl auf der linken Seite. Ihre Hereingabe konnte Pernille Harder im Zentrum jedoch nicht nutzen (7.). Dann dauerte es nicht lange, bis die Spanierinnen ihre große Klasse zeigten und eine Unaufmerksamkeit von Giulia Gwinn ausnutzten. Die deutsche Nationalspielerin war in der Rückwärtsbewegung zu weit nach außen gerückt, sodass Esmee Brugts Richtung Grundlinie vorbeiziehen konnte und die perfekte Flanke auf Ewa Pajor schlug. Die Ex-Wolfsburgerin netzte eiskalt zur Führung für Barcelona ein (8.).
Nicht nur der FC Bayern tritt nun als Meister-Mannschaft in der Champions League an, auch der FC Barcelona dominierte die spanische Liga und holte sich den Titel mit deutlichem Vorsprung. Und in der Königsklasse bewiesen die Katalaninnen vor allem im Viertelfinale, warum sie die aktuell beste Mannschaft Europas sind. Mit einem kumulierten Ergebnis von 12:2 eliminierten sie Real Madrid. Diese deutliche Dominanz konnten sie in der Münchner Arena allerdings nicht auf den Platz bringen.
FC Bayern kämpft gegen Barcas Dominanz
Den Gastgeberinnen gelangen vermehrt Angriffe, zum Beispiel mit Franziska Kett über die linke Seite (35.). Ihr zu zentraler Abschluss war aber kein Problem für Barca-Keeperin Cata Coll. Ein paar Minuten später probierte sie es wieder, die beste Möglichkeit im ersten Durchgang konnte Coll nur zur Ecke klären. In einer Druckphase vor der Pause erarbeitete der FCB sich einige Standards, die aber nichts einbrachten.
Ein Schreckmoment nach der Pause brachte die Münchnerinnen mental direkt wieder auf den Platz. Barcas Brugts kam im Rückraum zum Abschluss, nur der Pfosten verhinderte den erneuten Gegentreffer (49.). Bemerkenswert war dann aber der schnelle Umschaltmoment des FCB zum Konter. Doch Bühl entschied sich für den falschen Pass auf Georgia Stanway im Rückraum, die an der gegnerischen Abwehr hängen blieb.
Brillante Kett führt Bayern-Frauen zum Ausgleich
Das Champions-League-Halbfinale vor 31.000 Zuschauenden in der Münchner Arena war ein Spiel, wie der Fußballfan es sich wünschte. Die beiden Top-Teams wechselten sich mit Angriffen ab, es ging munter zwischen den Strafräumen hin und her. Doch die Gäste aus Barcelona hatten deutlich mehr und bessere Chancen und der FCB musste geduldig auf die Umschaltmomente hoffen.
Doch das konzentrierte Warten wurde belohnt. Nach Stanways Ballgewinn in der eigenen Hälfte schickte Kett Pernille Harder über links, lief im Zentrum mit und bekam die flache Hereingabe der Stürmerin im Strafraum. Weil sie von der Barca-Abwehr alleine gelassen wurde, hatte sie Zeit, die Kugel anzunehmen und perfekt platziert zu ihrem ersten Treffer in der Königsklasse einzunetzen (69.). Mit dem Ausgleich war die Partie wieder komplett offen.
Platzverweis-Drama um Franziska Kett
Die Ausgleichs-Heldin war kurz danach aber die Auslöserin für großes Drama. An der Seitenlinie zog sie Salma Paralluelo im Zweikampf an den Haaren und wurde von Schiedsrichterin Ivana Martincic direkt mit Rot vom Platz gestellt (80.). Trainer José Barcala konnte seinen Unmut nicht zurückhalten und holte sich fürs lautstarke Beschweren ebenfalls eine Rote ab, womit beide für das Rückspiel gesperrt sein werden. Auch Sportdirektorin Bianca Rech wurde mit Gelb abgemahnt.
In der Schlussphase schmissen die Bayern-Frauen alles rein, um in Unterzahl noch einen Punkt über die Zeit zu bringen. Einen Fallrückzieher von Patri köpfte Momoko Tanikawa weg, einen starken Abschluss von Mapi León konnte Ena Mahmutovic klären (87.). Auch die Münchner Fans stärkten ihrem Team den Rücken und feierten jeden Ballgewinn. Mit enormer mentaler Stärke retteten die FC-Bayern-Frauen das Remis über die Zeit und verschoben die Entscheidung über das Weiterkommen auf das Rückspiel am 3. Mai (16.30 Uhr).
Tabellenführung und Abstiegskampf, aktuelle Spielpaarungen, Ergebnisse und Liveticker, Torjägerlisten, Laufleistung- sowie Zweikampfstatistiken und noch viel mehr: Fußball im Ergebniscenter von BR24Sport.
