Im Abstiegsduell des 1. FC Nürnberg gegen den Hamburger SV am 23. Spieltag der Frauen-Bundesliga ging es um alles, wie Club-Kapitänin Luisa Guttenberger vor der Partie klarstellte. Die Nürnbergerinnen wollten ihren vier-Punkte-Vorsprung auf den Tabellennachbarn ausbauen und einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.
Auch, weil einen Tag später die ebenfalls abstiegsbedrohten Klubs SGS Essen und Carl Zeiss Jena aufeinandertreffen. Der 23. Spieltag konnte also die Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt sein. Zudem wollten die Clubfrauen nach drei Niederlagen in Folge zuhause im Max-Morlock-Stadion endlich wieder drei Punkte einholen.
Nürnberg startet gut und lässt nach
Das letzte Bundesligaspiel war mehrere Wochen her, doch die Gastgeberinnen aus Nürnberg starteten trotzdem spritzig und munter in die Partie. Den ersten Torschuss schnappte sich Aneta Polaskova, die mit einem scharfen Abschluss die HSV-Keeperin Lea Paulick bereits in der 2. Minute forderte.
Doch nach einem verletzungsbedingten Wechsel des HSV in der 9. Minute drehte sich das Bild. Die Hamburgerinnen waren jetzt besser im Spiel, vor allem Melina Krüger erarbeitete sich große Momente. Erst zielte sie knapp übers Tor (15.), dann kam sie im Fünfmeterraum zum Kopfball (26.). Weil aber FCN-Torhüterin Lourdes Romero aufpasste, kam es zu einem heftigeren Zusammenstoß. Frustriert über den ausbleibenden Pfiff der Schiedsrichterin schubste sie erst Romero und dann noch die Nürnberger Abwehrspielerin. Dafür bekam sie von Selina Menzel die gelbe Karte.
HSV führt im Abstiegsduell
Es war wie erwartet eine heiß umkämpfte, intensive Partie, in der die Emotionen hochkochten. Die Clubberinnen wirkten in der folgenden Phase allerdings etwas zerfahren, wurden im Mittelfeld oft überspielt und taten sich in der Abwehr noch etwas schwer, die Bälle konsequent zu klären. In der Offensive versuchten sie immer wieder schnelle Konter über Nastassja Lein auszuführen. Deren Torschuss (45.+3) konnte Paulick zwar parieren, gab dem FCN kurz vor der Pause aber Selbstvertrauen.
Nach dem Seitenwechsel gewann die Partie an Intensität und Kampf noch dazu. Nach einem Foulspiel von Emöke Papai (49.) und ihrem anschließenden verbalen Widerspruch sah auch die Nürnbergerin die gelbe Karte. Die Nürnberger Defensive wies weiterhin Lücken auf, was Annaleen Böhler eiskalt ausnutzte. Nach einer Ecke köpfte die Hamburgerin völlig frei im Strafraum gegen die Laufrichtung der Keeperin ins Tor zur 1:0-Führung für den HSV (56.).
Nürnberg verpasst Big Points
Danach hatten die Gäste aus dem Norden ein kleines Momentum und spielten meist in der Nürnberger Hälfte. FCN-Coach Thomas Oostendorp reagierte mit der Einwechslung von Meret Günster für Polaskova (61.). Doch die Gastgeberinnen waren unsauber im Aufbauspiel und verzeichneten zu viele Ballverluste.
Einen Lichtblick zeigte Günster in der 77. Minute, als sie nach Vorlage von Lein aus dem Rückraum abschloss. Doch ihr Schuss wurde geblockt und brachte nichts ein. Auch in der Crunchtime war die gezeigte Leistung des Heimteams zu wenig, sodass die Clubfrauen mit der 0:1-Niederlage gegen den Hamburger SV Big Points im Abstiegskampf verpassten.
Das Restprogramm der Nürnbergerinnen gibt aber noch Hoffnung. Am vorletzten Spieltag geht es gegen die Abstiegskonkurrentinnen der SGS Essen. Abgesehen von den Partien gegen Frankfurt und Wolfsburg davor und danach könnte das Spiel gegen Essen das Endspiel im Kampf um den Klassenerhalt werden.
Tabellenführung und Abstiegskampf, aktuelle Spielpaarungen, Ergebnisse und Liveticker, Torjägerlisten, Laufleistung- sowie Zweikampfstatistiken und noch viel mehr: Fußball im Ergebniscenter von BR24Sport.
