Fans des TSV 1860 München schwenken eine Fahne gegen Hasan Ismaik
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Fans des TSV 1860 München schwenken eine Fahne gegen Hasan Ismaik

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Geht 1860 noch einmal unter? Das bittere Déjà-vu mit Ismaik

Geht 1860 noch einmal unter? Das bittere Déjà-vu mit Ismaik

Neun Jahre nach dem Absturz aus der 2. Bundesliga in die Regionalliga Bayern droht dem TSV 1860 München erneut der Gang in den Amateur-Fußball. Wieder ist Investor Hasan Ismaik die letzte Hoffnung der Löwen. Ein Rückblick auf 2017.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Der vielzitierte Spruch, wonach sich Geschichte nicht wiederholt, aber reimt, wird gerne Mark Twain zugeschrieben. Ob er tatsächlich von dem bekannten Schriftsteller stammt, dürfte den meisten Fans des TSV 1860 München in diesen Tagen egal sein, auch wenn ihr Verein als lebender Beweis für den Wahrheitsgehalt des Satzes dienen kann.

1860-Erinnerungen an den "schwarzen Freitag" von 2017

Denn die Löwen befinden sich neun Jahre nach dem "schwarzen Freitag" im Juni 2017 in einer Lage, die der dunkelsten Stunde in der jüngeren Klub-Historie so sehr ähnelt, dass sich die meisten Anhänger ohne größere Probleme in die damalige Situation zurückversetzen können dürften.

Wo genau die Misere von 2017 ihren Ursprung genommen hatte, ist umstritten. War es der Bau der Allianz Arena und die berüchtigten Catering-Probleme? War es der Abstieg in die 2. Bundesliga samt der verpassten Rückkehr in die Erstklassigkeit? Oder war es der Einstieg von Investor Hasan Ismaik? Eine Frage für Historiker.

Pereira kann 1860 nicht retten

Sicher ist dagegen, dass die Saison 2016/17 rein sportlich mal wieder eine enttäuschende für den Klub aus der bayerischen Landeshauptstadt war. In der Winterpause war der Portugiese Vitor Pereira als neuer Trainer vorgestellt worden, nachdem die Mannschaft die Hinrunde auf Rang 14 beendet hatte und damit klar hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.

Doch auch der vormalige Coach des FC Porto konnte die Münchner nicht in die Spur bringen und gewann in der Rückrunde nur sechs von 17 Liga-Partien, wobei es neun Niederlagen setzte, sodass man die Spielzeit auf Platz 16 beendete und zum zweiten Mal binnen drei Jahren in die Relegation musste.

Löwen steigen in der Relegation sportlich ab

Dort verlor man nach einem 1:1 im Hinspiel das Rückspiel auf eigenem Platz mit 0:2 gegen Jahn Regensburg, womit der Abstieg in die 3. Liga besiegelt war. Begleitet wurde die Pleite von schweren Ausschreitungen der 1860-Fans, die für eine längere Unterbrechung der Partie sorgten.

So traurig die Bilder waren, es sollte noch schlimmer kommen. Der nach den Rücktritten von Präsident Peter Cassalette und des erst wenige Wochen zuvor verpflichteten Geschäftsführers Ian Ayre führungslose Klub soll pleite sein. Rund elf Millionen Euro fehlen zur Lizenz für die 3. Liga.

Ismaik als letzte Münchner Hoffnung

Die letzte Hoffnung damals wie heute ist Ismaik. Doch es ist schnell klar, dass der Unternehmer den Fehlbetrag nur dann ausgleicht, wenn seinen Forderungen nachgekommen wird. Allerdings sind die Bedingungen des Jordaniers teilweise schlichtweg nicht erfüllbar. Ein Unterschied zur Gegenwart, in der Ismaik nach einer anfänglich harten Linie zumindest in der Öffentlichkeit auf den Verein zu geht.

Eine klare Parallele zu heute ist derweil der Umstand, dass die Verhandlungen über eine mögliche Finanzspritze bis zum letzten Moment andauern. 2017 ringt die Vereinsseite bis zur Deadline um 15.30 Uhr am Freitag, 2. Juni, mit den Ismaik-Vertretern.

Schlammschlacht zwischen Ismaik und 1860

Letztlich bestätigt der Jordanier die schlimmsten Befürchtungen der Löwen-Fans mit einem Statement, in dem er gegen die Vertreter des e.V. schießt und fehlende Einsicht bemängelt. Wenig später liegt auch eine Pressemitteilung von Vizepräsident Heinz Schmidt vor.

Der Funktionär stellt klar: "Wir haben keine Lizenz für die 3. Liga. Wir können aus rechtlicher Sicht nicht sagen, wie es weitergeht. Wir können aber sagen, dass wir bis zur letzten Sekunde versucht haben, Lösungen mitzutragen, sofern es rechtlich möglich ist."

Kommen die Ismaik-Millionen?

Noch am Abend der Entscheidung wird eine Pressekonferenz anberaumt, in der Schmidt gemeinsam mit Rainer Koch, Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), verkündet, dass der Absturz von 1860 in der Regionalliga Bayern ein Ende findet. Es folgte zwar der direkte Aufstieg in die 3. Liga, von der Rückkehr in die 2. Bundesliga träumt der Klub aber bis heute.

Ob Ismaik dieses Mal die Summe von kolportierten 2,7 Millionen Euro überweist, damit die "Sechziger" dieses Mal nicht in den Amateur-Fußball müssen, ist nach wie vor offen. Immerhin: Eine kryptische Nachricht des Investors gab der Hoffnung auf eine Last-Minute-Rettung am Dienstag neues Futter.

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