Die 35. Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte ist eingetütet: Mit einem 4:2-Sieg gegen den VfB Stuttgart entschied der FC Bayern am 30. Spieltag erneut sehr früh in der Saison das Titelrennen in der Bundesliga. Das gelang den Münchnern schon dreimal – aber es klappte schon mal früher. In der Saison 2013/14 durfte der FCB schon am 27. Spieltag jubeln.
Traumstart in die Saison
Der frühe Zeitpunkt der Meisterschaft und der große Vorsprung von 15 Punkten auf Verfolger Borussia Dortmund spiegeln die konstant starken Leistungen der Mannschaft wider. Mit 25 Siegen, vier Unentschieden und nur einer Niederlage holte das Team von Trainer Vincent Kompany fast das Maximum heraus.
Besonders der Start sticht hervor: Nach dem 6:0 gegen RB Leipzig am 1. Spieltag gewann man insgesamt neun Spiele hintereinander. Mit einem unglaublichen Torverhältnis von 33:4 war der FC Bayern kaum zu stoppen, auch wenn der Bundesliga-Rekord von vor zwölf Jahren, als die Münchner unter Pep Guardiola sogar 19 Partien am Stück gewannen, unangetastet blieb.
Vincent Kompany
Zehnmal Rückstand: Bayern beweist starke Nerven
Erst am 10. Spieltag kam der erste kleine Dämpfer der Saison. Gegen Union Berlin reichte es für den ersatzgeschwächten Titelverteidiger in letzter Minute "nur" für ein 2:2-Unentschieden. Zweimal gerieten die Münchner in Rückstand, einmal konnte Luis Diaz (38.) ausgleichen, Harry Kanes Treffer rettete dem FCB in der Nachspielzeit (90.+3) noch einen Punkt.
Eine kleine Serie von drei Siegen in Folge wurde durch die Tatsache überschattet, dass man plötzlich immer wieder auf Comebacks angewiesen war. Nach dem 9. Spieltag gelang es den Gegnern immer wieder in Führung zu gehen, was jedoch vor den Qualitäten der Münchner zur Randnotiz verkam. Sechsmal gewannen Kane und Co. nach einem Rückstand noch, viermal kam man immerhin zu einem Remis.
Hohen Belastungen getrotzt
Nach der Punkteteilung gegen Union folgte bis zur Winterpause eine Phase, in der die Belastung durch die englischen Wochen immer spürbarer wurde. Nach der ersten Saison-Niederlage in der Champions League beim FC Arsenal (1:3) folgte in der Bundesliga ein Punktverlust beim 2:2 gegen den 1. FSV Mainz 05.
Kompanys Schützlinge wirkten müde, obwohl der 1. FC Heidenheim im finalen Pflichtspiel des Jahres 2025 4:0 abgefertigt wurde. Den Hoffnungen auf einen spannenden Meisterkampf verpassten die Bayern aber nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebes einen herben Dämpfer.
Jonas Urbig
Gegen den VfL Wolfsburg lief die Rekord-Offensive der Liga-Primus heiß und triumphierte mit 8:1 (2:1). Sechs Tage später wurde RB Leipzig erneut Opfer der bayerischen Tore-Gier, als die Sachsen trotz Halbzeitführung mit 1:5 unter die Räder kamen.
Den Siegeslauf des FCB unterbrach ausgerechnet der FC Augsburg. Die Schwaben erwischten in der bayerischen Landeshauptstadt einen Sahnetag und konnten sich durch ein 2:1 (0:1) über drei unerwartete Punkte im Abstiegskampf freuen. Für Manuel Baum "a day to remember", für die Münchner lediglich ein kleiner Knick in der Saisonstatistik.
Max Eberl
Mit Schützenhilfe zur Meisterschaft
Danach folgten fast nur noch Erfolge. Den Unentschieden gegen den Hamburger SV (2:2) und Bayer 04 Leverkusen (1:1) standen das vorentscheidende 3:2 (1:0) gegen Borussia Dortmund und der gebrochene Torrekord gegenüber, wobei Kompany einen dezimierten Kader und die Dreifachbelastung durch Königsklasse und DFB-Pokal geräuschlos abmoderierte.
Die Belohnung dafür folgte nun am 30. Spieltag: Die Einladung, die der BVB durch eine Niederlage gegen die TSG 1899 Hoffenheim ausgesprochen hatte, nahmen die Bayern dankend an und verwandelten den Meister-Matchball im Südgipfel gegen Stuttgart.
Die Meisterschale dürfen sie allerdings erst am letzten Spieltag nach dem Duell mit dem 1. FC Köln in die Luft recken. Rechtzeitig zum Saisonende hat die DFL die Trophäe noch erweitern lassen: Mit einem größeren Außenring wiegt die Schale über elf Kilogramm und hat nicht nur Platz für ein 35. Mal "FC Bayern München", sondern genug Fläche für die nächsten 30 Jahre.
Joshua Kimmich
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