Bianca Rech, Direktorin der Frauen-Abteilung des FC Bayern München, ist nach dem Pyrotechnik-Vorfall beim Champions-League-Auftakt ihrer Mannschaft gegen Manchester City am Mittwochabend im Sportpark Unterhaching (2:2) hart mit Schiedsrichterin Olatz Rivera Olmedo ins Gericht gegangen.
Schiedsrichterin lässt trotz Rauchtopf weiterspielen
Stein des Anstoßes war eine Entscheidung der Spanierin unmittelbar vor dem zwischenzeitlichen 1:2 durch die Engländerinnen. Wohl im Zuge einer Protestaktion von Anhängern der SpVgg Unterhaching gegen den Kauf des Sportparks durch die Bayern war ein blauer Rauchtopf in Nähe der linken Eckfahne der FCB-Hälfte aufs Feld geflogen. Das berichtet zumindest die "Bild" (externer Link).
Statt die Partie zu unterbrechen und den Topf vom Spielfeld zu entfernen, ließ Rivera Olmedo weiterspielen, woraufhin ManCity einen Angriff über die Seite einleitete, auf der die weiterhin massiv qualmende Pyrotechnik lag. Zudem war unweit davon noch roter Rauch von einem anderen Topf zu sehen - Blau und Rot sind die Vereinsfarben der SpVgg.
Rech: "Da muss eine Schiedsrichterin unterbrechen"
Die Hereingabe von Kerstin Casparij landete über Umwege bei Khadija Shaw, deren Schuss noch abgeblockt wurde, bevor Beth Mead den Abpraller über die Linie drückte. Die Bayerinnen protestierten angesichts des Pyro-Vorfalls vergeblich bei Rivera Olmedo, die den blauen Rauchtopf übrigens am Ende selbst vom Spielfeld brachte.
Nach der Partie saß der Ärger bei Rech tief. "Der Bengalo liegt fünf oder zehn Sekunden schon auf dem Platz. Dann geht der Angriff über diese Seite. Ich bin der Meinung, dass eine Schiedsrichterin da unterbrechen muss", schimpfte die 45-Jährige.
Mahmutovic: Pyro-Vorfall "nicht der Grund" für Remis
Der Rauchtopf habe Einfluss auf das Spielgeschehen genommen, befand die Funktionärin: "Man hat an den Reaktionen gesehen, dass selbst die Spielerinnen überlegt haben, ob sie jetzt abpfeift oder es weitergeht. Der Angriff geht quasi durch den Bengalo durch. Da muss ich einfach sagen: Das muss man besser lösen als Schiedsrichterin."
Bayern-Keeperin Ena Mahmutovic konnte den Entschluss der Offiziellen ebenfalls nicht nachvollziehen, wollte diesen aber nicht als Grund für das Remis werten. "Die Schiedsrichterin muss das direkt unterbrechen. Aber ich will mich jetzt nicht darauf berufen, dass wir deshalb das Tor kassiert haben. Der Schuss war abgefälscht und ist unglücklich hinten reingefallen. Es war nicht der Grund, aus dem wir hier unentschieden gespielt haben", sagte die 22-Jährige.
Gwinn: Bayern-Unentschieden "sehr ärgerlich"
Insgesamt zogen die Münchnerinnen eine gemischte Bilanz nach der verspielten 2:0-Führung. "Ich glaube, wir haben über weite Strecken der Partie echt ein gutes Spiel gemacht. Wir haben sehr viel Dominanz ausgestrahlt und sind genauso in die Champions League gestartet, wie man das will", meinte Giulia Gwinn.
Dennoch musste die deutsche Nationalspielerin zugeben: "Wir haben es aber verpasst, das über 90 Minuten zu zeigen. Ich glaube, wir laden sie mit unseren Fehlern ein, ihre Tore zu machen. ManCity ist eine Mannschaft, die in den letzten 20, 30 Minuten oft gefährlich wird und effektiv ist. Genau das ist heute passiert und das ist sehr ärgerlich."
Rech: "Irgendwie zwischen Enttäuschung und Stolz"
Rech analysierte die Partie ähnlich. "Man ist irgendwie zwischen Enttäuschung und Stolz. Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt, haben es aber nicht geschafft, das über 90 Minuten zu zeigen. Wir haben dann den Rhythmus verloren und konnten uns nicht mehr ganz an das adaptieren, was ManCity umgestellt hat. Im letzten Drittel hat uns der letzte Pass, der letzte Wille, die letzte Überzeugung gefehlt", befand die ehemalige Verteidigerin.
Positiv wurde dagegen die Pflichtspielpremiere der Mannschaft im Sportpark Unterhaching aufgenommen, den der FC Bayern Ende des vergangenen Jahres erworben hatte und seitdem modernisiert.
Bühl: "Gute Stimmung" im Sportpark
"Es war eine gute Stimmung, der Rasen war gut. Natürlich erhoffen wir uns, dass mit jedem Spiel mehr Fans kommen und wir das Stadion dadurch füllen können. 4500 waren es, glaube ich, damit sind wir schon sehr zufrieden", freute sich Klara Bühl nach der Partie.
Rech sah in dem Start in der neuen Heimat eine gute Grundlage für die Zukunft. "Es waren jetzt, glaube ich, nur 4500 Zuschauer. Wir haben ja eine kleine Gegenveranstaltung in der Stadt. Das ist dann natürlich ein bisschen schwierig mit Fans", scherzte sie mit Blick auf das aktuell laufende Oktoberfest, blickte aber optimistisch nach vorne: "Aber wenn man sich ausmalt, dass die Hütte hier wirklich voll ist, dann ist das atmosphärisch unglaublich."
Im Video: Gwinn spricht nach Bayern-Unentschieden
Giulia Gwinn

