Sich überkopf in 16 Meter Höhe mit bis zu 60 Kilometer pro Stunde schnell drehen: Das erleben die Gäste des Fahrgeschäftes "Predator" auf dem Oktoberfest, wenn sie sich in eine der Gondeln setzen. Doch am ersten Wiesn-Samstag stoppte der Predator mitten im Betrieb plötzlich, die Fahrgäste mussten kopfüber hängend aus dem Fahrgeschäft gerettet werden.
Nicht der erste Zwischenfall
Einige hatten danach mit Schwindel und Kreislaufproblemen zu kämpfen. Ursache war ein defekter Sensor, trotz TÜV-Abnahme, Prüfungen und Wartungen. Und es war nicht das erste Mal, dass das kleine elektrische Bauteil den Fahrspaß am "Predator" zum Stillstand brachte.
Erst letztes Jahr auf einer Kirmes im nordrhein-westfälischen Moers drehte sich das Fahrgeschäft viel zu schnell. Auch hier reagierte das Sicherheitssystem des "Predators" laut Betreiber wie vorgesehen und brachte das Fahrgeschäft zum Stehen. Der Grund für den Vorfall: ebenfalls ein Sensor. Wilma Kaiser, die mit ihrem Ehemann Willy Kaiser den "Predator" betreibt, teilt BR24 auf Anfrage mit, dass das ein vergleichbarer Vorfall wie auf dem Oktoberfest gewesen sei.
Hinzu kam noch ein Unfall mit einem Verletzten auf der Cranger Kirmes in Herne. Vom drehenden "Predator" löste sich Metallverkleidung. Die traf einen Mann an der Schläfe. Eine danebenstehende Frau hyperventilierte. Für den Mann endete der Tag im Krankenhaus, das Fahrgeschäft musste den Betrieb vorzeitig einstellen. Doch wie kommt es dazu, dass es zuletzt mehrere Zwischenfälle am "Predator" gab?
Technische Probleme seien nie auszuschließen
Wilma Kaiser erklärt, dass technische Probleme bei komplexen Anlagen nie ganz auszuschließen seien. Wartungsarbeiten und Kontrollen fänden täglich statt. Für die Fahrgäste auf der Wiesn am vergangenen Samstag hätte zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden. "Unser Fahrgeschäft hat das getan was es tun soll," so Wilma Kaiser. Das Sicherheitssystem habe erkannt, dass es im Betrieb zu einer Unregelmäßigkeit mit dem Sensor kam. Daraufhin konnte das Fahrgeschäft gestoppt und die Fahrgäste innerhalb weniger Minuten gerettet werden. Trotz der Probleme mit den Sensoren wolle man den Hersteller der Bauteile zurzeit nicht wechseln.
"Predator" ist laut TÜV Süd sicher
Auf BR24-Anfrage teilt der TÜV SÜD mit, dass das Fahrgeschäft sicher sei. Der "Predator" steht seit 2018 auf dem Oktoberfest. Bis zum Kopfüber-Stopp am Wochenende lief das Fahrgeschäft zumindest in München problemlos.
Mittlerweile gab es auf dem Oktoberfest einen zweiten Vorfall bei einem anderen Fahrgeschäft. Dort verunglückte ein 52-jähriger Mitarbeiter tödlich. Er hatte sich in dem Gefahrenbereich des Freefall-Towers "Hangover" aufgehalten. Die Ermittlungen in diesem Fall laufen noch.
Dieser Artikel ist erstmals am 23.09.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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