Die Sache mit den Generalproben ist ja die: Klappen Generalproben zu sehr, passiert gar kein Fehler, dann sind Schauspieler eigentlich gar nicht so glücklich darüber. Denn alles klappen, das soll ja möglichst dann bei der Uraufführung selbst, es soll bis dahin noch Raum für Verbesserungen geben. Generalproben sind daher auch dazu da, die Sinne an bestimmten Stellen zu schärfen.
Insofern ist nun zu hoffen, dass es der deutsche Bundestrainer Julian Nagelsmann mit Schauspielern hält. Denn er hatte am Samstagabend bei der Generalprobe für die Fußball-WM 2026 in den USA. Kanada und Mexiko viel Anschauungsunterricht beim 2:1 (1:1)-Erfolg gegen den Gastgeber USA. Die Partie ist also ergebnistechnisch geglückt, spielerisch gibt es aber noch Verbesserungsbedarf.
Sané rückt für Karl in die Startelf
Dabei ging die Partie eigentlich nach Maß los fürs deutsche Fußball-Nationalteam, in dessen Startelf nach der Verletzung und des WM-Aus von Shootingstar Lennart Karl der erfahrene Rechtsaußen Leroy Sané gerückt war. Eine Freistoßflanke von Joshua Kimmich fand Kai Havertz, und der köpfte die frühe Führung in Chicago (2. Minute).
Doch nach dem Blitzstart verbesserten sich die US-Boys immer mehr, kamen verdient zum Ausgleich vor der Pause durch einen Kunstschuss von Antonee Robinson (37.). Nach einer abgewehrten Ecke traf er per 18-Meter-Kracher ins Netz - unhaltbar für Oliver Baumann, den Vertreter des weiter verletzten FCB-Torhüters Manuel Neuer. Die US-Amerikaner hatten danach sogar Chancen, das Spiel zu drehen.
Abwehr kriegt flinke Angreifer um Pulisic nicht in den Griff
Gerade die flinken Angreifer um den früheren Dortmunder Christian Pulisic bekamen die DFB-Fußballer in der Abwehr nicht so richtig in den Griff. In Sachen Tempoverteidigung hat Nagelsmann in den kommenden Tagen bis zum deutschen WM-Auftaktspiel gegen Curacao am Sonntag in einer Woche (19 Uhr MESZ) also noch einiges zu tun.
Auf der anderen Spielfeldseite taten sich die Deutschen ohne den so energie- und ideenreichen Antreiber Karl dagegen selbst schwer, eigene Torgelegenheiten zu kreieren. Gerade das quälend lange Ballgeschiebe um den Sechzehnmeterraum kann dem Bundestrainer nicht gefallen haben. Aber wie erwähnt: Noch war es die Generalprobe – und, so bleibt zu hoffen, kein Vorgeschmack auf die Uraufführung.
Platziert ins Tor: Sané feiert Wiedererweckungserlebnis
Erst in der zweiten Halbzeit tauchte Nagelsmanns Mannschaft wieder gefährlicher vor dem Tor von Matt Freese auf – auch weil Sané nach so einigen lethargischen Auftritten im DFB-Trikot an diesem sonnigen Nachmittag in Chicago so ein wenig sein Wiedererweckungserlebnis hatte. Immer wieder schnappte er sich den Ball, probierte mit Dribblings und Torschüssen zum Erfolg zu kommen.
Das alles mündete dann im entscheidenden Tor: Nach einer knappen Stunde bekam er den Ball von Kai Havertz im Strafraum - und schoss direkt und platziert aus zwölf Metern zum 2:1 ins Tor (57.). Sollte er sich bei der WM ähnlich präsentieren, könnte er den Karl-Ausfall zumindest ein wenig vergessen machen.
Vor WM-Start neun DFB-Siege in Serie
Später scheiterten die eingewechselten Nadiem Amiri und Deniz Undav nach ihren Chancen daran, die Führung weiter auszubauen. Aber gut, Nagelsmann dürfte es dabei nun wirklich mit den Schauspielern halten: Gegen Curacao zählt's - und immerhin die Ergebnisse stimmen auch jetzt schon, nach mittlerweile neun gewonnen DFB-Partien in Serie.
Die Stimmen nach dem DFB-Sieg gegen USA im Video
USA - Deutschland
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