Regionalliga Bayern: Klassentreffen der Traditionsvereine
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Regionalliga Bayern: Klassentreffen der Traditionsvereine
Bildrechte: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON
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Regionalliga Bayern: Klassentreffen der Traditionsvereine

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Auf Perspektivsuche: Bayerns Traditionsklubs in der Regionalliga

Auf Perspektivsuche: Bayerns Traditionsklubs in der Regionalliga

Ein Deutscher Meister, ein Europapokal-Finalist, Ex-Bundesligisten und traditionsreiche Vereine: Die Regionalliga Bayern wirkt in dieser Saison wie ein Klassentreffen der Fußballgeschichte. Warum Profiklubs aus den oberen Ligen verschwinden.

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport am .

Als die Bundesliga gegründet wurde, gehörte der TSV 1860 München dazu. Wacker Burghausen spielte jahrelang in der 2. Bundesliga, die SpVgg Bayreuth stand einst vor dem Sprung ins Oberhaus und Unterhaching sorgte für einige der denkwürdigsten Kapitel der Bundesliga-Geschichte. In dieser Saison treffen sich all diese Geschichten in der Regionalliga Bayern wieder.

Die Frage ist: Warum? Denn die Wege der einst erfolgreichen Klubs in die bayerische Landesstaffel sind vielfältig.

Warum 1860 nicht die Ausnahme ist

Die spektakulärste Geschichte liefert der TSV 1860 München.

Bundesliga-Gründungsmitglied, Deutscher Meister, Pokalsieger, Europapokal-Finalist. Die Strahlkraft der Löwen schreit eigentlich nach der Bühne der Bundesliga. Trotzdem geht es in dieser Saison nach Buchbach, Aubstadt oder Vilzing.

Der Absturz von 1860 ist dabei nicht das Ergebnis einer einzelnen Fehlentscheidung. Über Jahre hinweg verhinderten Machtkämpfe, Führungswechsel, finanzielle Probleme und unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft des Vereins eine nachhaltige Entwicklung.

Die Löwen sind damit ein Extrembeispiel für den Absturz eines Traditionsvereins, liefern aber nicht die einzige Erklärung dafür, warum vormals große Klubs in der Regionalliga landen.

Warum selbst Profiklubs verschwinden

Wacker Burghausen und die SpVgg Unterhaching zeigen einen anderen Weg.

Burghausen war in den 2000er-Jahren über fünf Spielzeiten eine feste Größe der 2. Bundesliga. Unterhaching schaffte 1999 sogar den Sprung ins Oberhaus, wurde zur Talentschmiede und schrieb Bundesliga-Geschichte. Heute spielen beide wieder in der Regionalliga.

Nicht unbedingt, weil sie alles falsch gemacht hätten. Sondern weil sich der Profifußball verändert hat. Die finanzielle Schere geht immer weiter auseinander. Das Wachsen der Fernsehverträge hilft den Top-Klubs, Investitionen steigen, die Anforderungen werden größer. Für Vereine aus kleineren Märkten wird es dadurch immer schwieriger, dauerhaft mitzuhalten.

Ein schleichender Prozess, der für Burghausen und Unterhaching vorerst im regionalen Fußball endet. Aussicht auf Rückkehr in den bundesweiten Spielbetrieb: trüb.

Warum Bayreuth und Schweinfurt seit Jahrzehnten warten

Die SpVgg Bayreuth und der 1. FC Schweinfurt 05 verbindet eine andere Geschichte.

Bayreuth spielte jahrzehntelang zweitklassig und stand 1979 in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga. Schweinfurt gehörte über Jahrzehnte zur höchsten deutschen Spielklasse, als die Oberliga Süd noch das Maß aller Dinge im deutschen Fußball war.

Beide Vereine verfügen über große Namen, leidenschaftliche Anhänger und eine lange Tradition. Und beide warten bis heute auf die dauerhafte Rückkehr in den Profifußball.

Mal scheint sie greifbar nah, dann folgt der nächste Rückschlag. Genau deshalb stehen Bayreuth und Schweinfurt stellvertretend für viele Traditionsvereine in Deutschland. Die Vergangenheit ist groß genug, um die Erwartungen hochzuhalten. Der entscheidende Schritt zurück nach oben gelingt jedoch seit Jahrzehnten nicht dauerhaft.

Warum Buchbach & Co. vielleicht die eigentlichen Gewinner sind

Und dann gibt es noch die Vereine, die kaum Schlagzeilen produzieren. Der TSV Buchbach, der FV Illertissen, der FC Memmingen und andere Regionalligisten gehören seit Jahren zum festen Inventar der Liga. Sie verfügen weder über die geschichtsträchtige Vergangenheit des 1. FC Schweinfurt 05 noch über die Strahlkraft eines TSV 1860 München.

Dafür besitzen sie etwas anderes: Stabilität. Sie wirtschaften vorsichtig, bleiben regional verwurzelt und kennen ihre Möglichkeiten. Während anderswo vom großen Aufstieg geträumt wird, sichern sie Jahr für Jahr ihre Existenz auf nachhaltige Weise. Das klingt unspektakulär. Ist im modernen Fußball aber oft eine eigene Erfolgsgeschichte.

Mehr als nur eine vierte Liga

Genau deshalb ist die Regionalliga Bayern mehr als eine Ansammlung ehemaliger Größen.

Sie erzählt von Vereinen, die an sich selbst scheitern. Von Klubs, die mit der Entwicklung des Profifußballs nicht mehr Schritt halten können. Von Traditionsvereinen, die seit Jahrzehnten auf die Rückkehr alter Zeiten hoffen. Und von Mannschaften, deren größter Erfolg darin besteht, Jahr für Jahr da zu sein.

Der Deutsche Meister. Der ehemalige Bundesligist. Der ewige Hoffnungsträger. Der Überlebenskünstler. Sie alle treffen sich in dieser Saison in derselben Liga. Die Regionalliga Bayern ist deshalb nicht die Endstation großer Vereine. Sie ist der Ort, an dem ihre Geschichten weitererzählt werden.

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