Möglicherweise ist im südlichen Oberallgäu ein Bär unterwegs. Das Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg hat eine entsprechende Mitteilung herausgegeben. Demnach wurde potenzieller Bärenkot gefunden, der nun per Eilverfahren untersucht werden soll.
Wo genau wurde der Kot gefunden?
Offiziell bestätigt ist der Fundort des Kots noch nicht. Recherchen des BR-Studios Allgäu zufolge soll der Kot westlich von Oberstdorf in den Wäldern gefunden worden sein. Aber sowohl das Landratsamt Oberallgäu als auch das Landesamt für Umwelt machen dazu bis jetzt keine genaueren Angaben. Beide Behörden verweisen darauf, dass Bären täglich bis zu 100 Kilometer zurücklegen können. Dem Landratsamt sei es deshalb wichtig, die Bevölkerung im gesamten südlichen Landkreis für das Thema Bär zu sensibilisieren.
Gibt es weitere Spuren?
Nein. Bis auf die Hinterlassenschaften – die laut LfU von Inhalt, Größe und Beschaffenheit auf einen Bären schließen lassen könnten – gibt es bislang keine weiteren Hinweise darauf, dass tatsächlich ein Bär im Allgäu unterwegs ist. Nach der Entdeckung des Exkrements sei die Umgebung auf mögliche weitere Spuren abgesucht worden.
"Bislang gibt es keine weiteren Spuren wie Sichtungen oder Risse, die von einem Bären stammen könnten. Die Lage im Oberallgäu ist entspannt", betont auch Edmund Herzog, 1. Vorsitzender des Kreisjagdverbands Oberallgäu, im Gespräch mit BR24. Allein aufgrund des Aussehens der Losung auf einen Bären zu schließen, ist seiner Erfahrung nach schwierig. "Eindeutig kann das nur eine genaue Analyse zeigen."
Wie sollen sich Landwirte und Wanderer verhalten?
Das Landesamt für Umwelt ruft dazu auf, vorsichtig zu sein: Landwirte sollen ihre Tiere nachts in den Stall bringen bzw. für Herdenschutzmaßnahmen im Freien sorgen – das können Hunde sein, aber auch elektrische Zäune.
Auch Anwohner, Wanderer und Ausflügler sollen Vorsicht walten lassen: Wer einem Bären begegnet, soll ruhig bleiben, Abstand halten und nicht weglaufen, sich stattdessen eher langsam zurückziehen, ohne dem Tier den Fluchtweg zu versperren. Und außerdem sollten in der Natur keine Essensreste und kein Müll zurückgelassen werden.
Wie geht es jetzt weiter?
Das Landratsamt Oberallgäu will sich erst äußern, sobald das Ergebnis der genetischen Untersuchung des möglichen Bärenkots vorliegt. Wann das der Fall ist, steht noch nicht fest. Das Landesamt für Umwelt rechnet allerdings nicht mit einem kurzfristigen Ergebnis.
Wann war zuletzt ein Bär in der Region unterwegs?
Die letzte Sichtung im Allgäu war im Mai 2023 im Hintersteiner Tal. Da gab es damals auch ein Foto des Tieres. Im benachbarten Vorarlberg allerdings wurden erst vergangenen Monat ein oder mehrere Bären von zwei Wildkameras aufgenommen. Die Standorte sind beide jedenfalls keine 50 Kilometer von Oberstdorf entfernt.
Zuletzt hatten Bauern in Tirol unweit der bayerischen Grenze im Gemeindegebiet von Thiersee einen Bären gesichtet. Es wird davon ausgegangen, dass die Tiere ursprünglich aus Norditalien stammen, wo ein Wiederansiedlungsprojekt läuft. "Bezüglich der Wanderungsbewegung des Bären stehen wir im stetigen Austausch mit den angrenzenden österreichischen Bundesländern", sagte ein Sprecher des Bayerischen Landesamtes für Umwelt.
Video: Bären-Verdacht im Allgäu
Hier irgendwo steckt er, der Bär. Oder doch nicht?
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