Uli Hoeneß hat die Auszeichnung am Montagabend bei einer Gala in der Hamburger Fischauktionshalle vor rund 700 Gästen entgegengenommen. In der Vergangenheit wurden viele große Namen des deutschen Sports bei der alljährlichen Veranstaltung geehrt. So wurden unter anderem auch Franz Beckenbauer, Rudi Völler, Otto Rehhagel und Michael Schumacher für ihre Leistungen gewürdigt. Für sein Lebenswerk hatte Hoeneß übrigens bereits 2009 einen Preis erhalten, nachdem er damals nach über 30 Jahren seine Tätigkeit als Manager beim FC Bayern niedergelegt hatte.
Hoeneß erinnert sich an besonderen Moment seiner Karriere
Ob als Spieler, Manager, Präsident, Aufsichtsratsmitglied oder Ehrenpräsident - Hoeneß erlebte während seiner Zeit in der bayerischen Landeshauptstadt unzählige Höhepunkte. An einen ganz bestimmten erinnerte sich der 74-Jährige bei der Veranstaltung am Montagabend. Der Titel, "der mich am meisten emotional bewegt hat, war eigentlich unser erster Titel im Europapokal der Landesmeister 1974 in Brüssel, weil wir da ein Wiederholungsspiel machen mussten", verwies er auf den damaligen Showdown gegen Atlético Madrid.
"Ich kann mich noch prima erinnern. Wir haben im ersten Spiel ganz schlecht gespielt", sprach er über das 1:1-Remis und fügte eine unterhaltsame Anekdote an: "Wir hatten gar keine Wäsche dabei. Da hat keiner dran gedacht, dass du ein Wiederholungsspiel hast." Umso süßer sei schließlich der 4:0-Erfolg zwei Tage später gewesen. "Da habe ich gedacht, jetzt möchte ich das Leben anhalten. Das war eine große Geschichte für mich."
Schweinsteiger rührte Hoeneß zu Tränen
Ebenfalls im Gedächtnis geblieben sei ein Erlebnis während Hoeneß' Zeit im Gefängnis. Als Bastian Schweinsteiger gerade frisch Weltmeister in Rio de Janeiro geworden war, hatte er sich in einem TV-Interview an Hoeneß gewandt und ihm gedankt: „Ein ganz spezieller Gruß an einen Mann, ohne den wären wir alle nicht hier. Das ist Uli Hoeneß. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.“
Für den 74-Jährigen einer der "emotionalsten Momente, die ich erlebt habe. Ich war ja auch im Gefängnis Manager irgendwo. Ich hatte versucht für einige Gefangene einen Gemeinschaftsraum zu organisieren, dass wir das Spiel sehen konnten, aber die Gefängnisleitung hatte es abgelehnt. Dann lag ich ganz allein in meiner Zelle. Und dann sagt er sowas. Boah ... Ich habe geheult wie ein Schlosshund. Könnte ich heute noch", erzählte Hoeneß.
Kane als Fußball-Star des Jahres ausgezeichnet
Neben dem "Legenden-Award" wurden am Montag acht weitere Auszeichnungen verliehen - und einer davon ging an einen weiteren Vertreter des FC Bayern. Superstürmer Harry Kane wurde als "Fußballstar des Jahres" geehrt. In der vergangenen Saison drang der 33-jährige Engländer mit 61 Toren in 51 Pflichtspielen für den deutschen Rekordmeister in eine neue Sphäre vor. Mancher Beobachter wünscht Kane den Gewinn des Ballon d'Or - so auch Hoeneß. "Ich glaube, man sollte da die Gesamtleistung, die er im Jahr gebracht hat, berücksichtigen. Und dann hat er es mehr als verdient", schwärmte er.
Auch ausgezeichnet wurden French-Open-Champion Alexander Zverev (Star des Jahres), Zehnkampf-Europameister Leo Neugebauer (Sonderpreis), Darts-Superstar Luke Littler (Weltmeister-Award), der FC Schalke 04 (Aufsteiger-Award), Rodel-Olympiasiegerin Julia Taubitz (Olympia-Award), der All Inclusion Sports e.V. (Kids-Charity-Award) sowie Magenta TV (TV-Award).
Für die diesjährige Preisverleihung waren unter anderem Bayern-Präsident Herbert Hainer, die früheren Fußball-Profis Hasan Salihamidzic und Roman Weidenfeller sowie DFB-Präsident Bernd Neuendorf geladen. Auf der Gästeliste standen zudem die Ex-Handballer Stefan Kretzschmar und Silvio Heinevetter sowie Sprinter Owen Ansah. Erstmals führte TV-Moderatorin Esther Sedlaczek durch die Verleihung.
