England muss weiter vom heißersehnten zweiten WM-Titel träumen, FC-Bayern-Star Harry Kane bleibt auch bei der Weltmeisterschaft 2026 ohne Trophäe. In einem aufgeheizten und historisch aufgeladenen Duell gegen Titelverteidiger Argentinien unterlag die englische Fußball-Nationalmannschaft mit 1:2 (0:0).
Dabei waren die "Three Lions" durch Anthony Gordon (55.) in Führung gegangen. In der 85. Minute gelang Argentiniens Enzo Fernandez jedoch der Ausgleich, ehe Lautaro Martinez (90.+2) für die amtierenden Weltmeister spät den Sack zumachte. Kane hingegen erwischte ein völlig enttäuschendes Spiel. Im Endspiel trifft Argentinien am Sonntag nun auf die Spanier, die sich im Halbfinale am Dienstag gegen Frankreich durchsetzten.
Historisches Duell, Premiere für Messi
Dass es sich bei dem Aufeinandertreffen zwischen England und Argentinien um ein historisch aufgeladenes Duell handelte, war von Beginn an spürbar. In Atlanta traten beide Mannschaften körperlich auf. England hatte unter dem neuen Trainer, dem Krumbacher Thomas Tuchel, den ersten WM-Finaleinzug seit 60 Jahren vor Augen, für La Albiceleste ging es um die Wiederholung eines historischen Erfolgs: Im WM-Viertelfinale von 1986 hatte Diego Maradona die Argentinier mit "der Hand Gottes" und einem sensationellen Solo zum Sieg geführt, später holte sein Land den Titel. Auch in den folgenden Duellen ging es zur Sache, David Beckhams Rote Karte im Achtelfinale 1998 ist legendär.
Für Messi hingegen war das Duell neu, der argentinische Starspieler traf in seiner bereits langen Karriere noch nie zuvor auf Englands Nationalmannschaft und dürfte gleich erkannt haben, wie sehr es zwischen den beiden Nationen zur Sache ging: Pfiffe während der englischen Hymne, Provokationen der argentinischen Spieler, hohes Tempo und viele kurze Spielunterbrechungen.
Provokationen durch Argentinien
England versuchte sich von den Sticheleien nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, spielte von Beginn an offensiv und erarbeitete sich einige Situationen vor dem argentinischen Tor. Trotz des starken Offensivspiels der Engländer blieben handfeste Chancen zunächst aus. Zum ersten Mal in diesem Turnier kam es in den ersten 30 Minuten zu keinem einzigen Torschuss. In der 33. Minute versuchte es dann jedoch John Stones per Kopfball – von Martinez bedrängt ging der Ball jedoch deutlich am Kasten vorbei. Argentinien war durch einen Weitschuss von Fernandez in der 38. Minute schon näher dran. Der Mittelfeldspieler vom FC Chelsea setzte den Ball jedoch knapp übers linke Kreuzeck. Zur Halbzeitpause schien das Spiel noch komplett offen.
Erst Fernandez, dann Martinez: Doppelschock für England
Ähnlich drohte sich das Spiel auch in der zweiten Hälfte fortzusetzen: wenig Fußball, viel Provokation durch die Südamerikaner. Einen Teufelskreis, den die Lions in der 55. durchbrachen: Erst versuchte es Kane mit einem Distanzschuss, den Nicolas Tagliafico jedoch per Fallrückzieher eindrucksvoll klärte. Dahinter aber kam der Ball über Declan Rice zu Morgan Rogers, der wiederum auf Anthony Gordon flankte.
Der Schuss des FC-Barcelona-Neuzugangs aus kurzer Distanz ließ die englischen Fans im Stadion von Atlanta jubeln – 1:0. Auf der Suche nach einer argentinischen Antwort war der England-Keeper gefordert: Messi flankte in der 69. Minute auf den Kopf des Ex-Stuttgarters Gonzalez. Jordan Pickford aber war blitzschnell und lenkte den Ball zur Seite. Eine weitere Heldentat gelang Pickford gegen Mac Allister in der 76. Minute.
Der Trend ging mehr und mehr in Richtung Ausgleich. Nach gleich mehreren argentinischen Chancen gelang Enzo Fernandez das 1:1 – zustande kam der Ausgleich nach einer sauber durchgeführten Ecke von Messi. Das letzte Wort hatte dann Lautaro Martinez, der nach einer Vorlage von Messi mit dem Kopf traf und die Titelträume der Engländer, von Harry Kane und Thomas Tuchel in der Nachspielzeit platzen ließ.
Im Video: ARD-Fußball-Experte analysiert England-Pleite
Bastian Schweinsteiger
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