"Normalerweise fangen wir ja immer damit an, dass man selbst nicht gut war und der Gegner ja eigentlich nur so gut war, wie man es zugelassen hat. Ich glaube, einfach umgekehrt heute." So zeigte Union-Trainer Steffen Baumgart nach der 0:4-Niederlage gegen den FC Bayern sportliche Größe. Bei der anschließenden Presserunde erkannte er an: "In allen Belangen eine klare Unterlegenheit."
Baumgart: Bayern gut mit und ohne Ball
Am 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga gewann der FC Bayern nicht nur deutlich gegen Union Berlin, sondern ließ über die gesamte Spielzeit hinweg den Gegnern kaum Raum oder Ballbesitz, um selbst ihr Spiel durchzuziehen.
"Das, was die Bayern im Moment auszeichnet, ist nicht nur ihr gutes Spiel mit dem Ball, sondern gerade gegen den Ball. Dann sieht das immer so aus, als wenn die eigene Mannschaft wenig Ballbesitz hat oder wenig Möglichkeiten hat. Das hat der Gegner dermaßen unterbunden, dass wir gar nicht ins Spiel kamen", erläuterte der 54-Jährige.
Auch wenn es weh tue, wolle er das so deutlich sagen. Und auch auf die Frage, was er seinem Team denn vorwerfen könnte, wollte er nicht mit Kritik gegenüber seinen Jungs antworten. "Ich würde jetzt gerne eine Mängelliste aufstellen. Aber ich würde heute gerne darüber reden, dass die Bayern einfach in allen Belangen überlegen waren und wir das so respektieren müssen, so wie viele andere Mannschaften vorher auch."
FC Bayern mit Harry Kane auf Rekordjagd
Durch die vier Treffer von Michael Olise (43.), Serge Gnabry (45.+1, 67.) und Harry Kane (49.) haben die Münchner nun 96 Bundesliga-Tore auf dem Konto. Damit stehen sie kurz davor, den eigenen Torrekord von 101 Toren in der Saison 1972/72 zu übertreffen.
Vor 54 Jahren war Gerd Müller mit 40 Toren der Torgarant beim Rekord, 54 Jahre später ist es Harry Kane. Der Engländer erzielte gegen Union sein 31. Saisontor, hat damit genauso viele Tore geschossen, wie die gesamte Mannschaft vom FCU und ist nur noch zehn Treffer vom Bundesliga-Rekord von Robert Lewandowski entfernt.
Kompany: "Wir schaffen diesen Rekord"
"Ich glaube, wir schaffen diesen Rekord, sonst würden wir nicht mehr viele Punkte holen", witzelte Trainer Vincent Kompany nach der Partie und brachte noch eine Lebensweisheit mit: "Trotzdem ist die Priorität noch eine andere für mich: Dass wir nie vergessen, was unsere Stärken sind und dass wir das immer bringen, egal gegen welchen Gegner."
Bei all dem Jubel und der Freude gab es allerdings auch eine schlechte Nachricht: Aleksandar Pavlovic konnte wegen Hüftproblemen nicht antreten. Ob er nächste Woche mit zur Nationalmannschaft reisen wird, ist noch offen.
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