Zapfsäule an einer Tankstelle
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Wie werden sich die Kraftstoffpreise entwickeln? Auch für viele Unternehmen in Bayern ist das eine wichtige Frage.
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Wie werden sich die Kraftstoffpreise entwickeln? Auch für viele Unternehmen in Bayern ist das eine wichtige Frage.

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Spritkostenanstieg: Schulbusse und Fahrschulen am Limit

Spritkostenanstieg: Schulbusse und Fahrschulen am Limit

Die Preise für Diesel und Benzin sind infolge des Kriegs in Nahost stark gestiegen. Unternehmen, die vom Transport leben, weil sie Waren oder Personen befördern, trifft es derzeit besonders hart.

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Die Preise für Kraftstoffe sind jüngst stark angestiegen. Wer aktuell das Auto stehenlassen kann, weil er im Homeoffice arbeitet, oder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann, hat Glück. Für viele Menschen ist das aber keine Option. Bei Spritpreisen von rund 2,20 Euro pro Liter stellt sich die Frage: Wie geht es weiter?

Fahrschulen unter Druck

Seit Ende Februar ist das Tanken um satte 25 Prozent teurer geworden. Das bekommt auch Hansi Schefner zu spüren. Er ist Fahrlehrer in Ingolstadt. Für einmal Tanken bezahlt er aktuell rund 95 Euro. "Das ist schon ein Happen. Und das, sag ich mal, einmal die Woche. Pro Fahrzeug. Bei drei Fahrzeugen", überschlägt Schefner.

Der teure Sprit treibt seine Betriebskosten nach oben. Das heißt, er macht jetzt weniger Gewinn. Dieses Problem haben gerade viele bayerische Unternehmer.

Auch Schulbusunternehmen belastet

Auch Birgit Wagner ist betroffen. Sie ist Schulbusunternehmerin aus Aschheim bei München. Mit insgesamt 37 Fahrzeugen bringen sie und ihr Team Tag für Tag Kinder zum Unterricht. 10.000 Euro im Monat musste die Firma bisher für Sprit aufwenden. Aktuell sind es rund 2.500 Euro mehr. "Es ist so, dass eigentlich die Firma sich nicht mehr trägt durch diese hohen Spritpreise", berichtet Wagner. Auch weitere Kosten seien gestiegen, wie etwa Löhne. "Es bleibt nicht mehr viel zum Leben", resümiert Wagner.

Ihre Beförderungsverträge mit den Schulen und Einrichtungen laufen über Jahre. Trotzdem wird sie sich bemühen, kurzfristig eine Erhöhung des Kilometersatzes auszuhandeln. "Und wenn das gar nicht anders geht, werde ich mal versuchen, andere Kollegen, Unternehmer zu motivieren, dass wir einfach mal einen Tag unsere Autos stehen lassen", sagt Wagner. Die Kinder müssten dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder von den Eltern in die Schule gebracht werden. "Weil so kann es nicht weitergehen", fügt Wagner hinzu. Streik als letztes Mittel, um auf die Folgen der Preissteigerungen aufmerksam zu machen. Dafür würde Birgit Wagner sogar eine Vertragsstrafe in Kauf nehmen.

Im Ausland tanken – für viele unmöglich

Fahrlehrer Hansi Schefner denkt darüber nach, am Büropersonal zu sparen, um die Preisexplosion irgendwie abzufedern. Schon jetzt gelte der Führerschein als teuer. "Ich kann jetzt natürlich nicht hergehen und die Fahrschüler noch mehr belasten, indem ich einfach den Preis erhöhe, aber über kurz oder lang werde ich das schon irgendwann mal, vielleicht anteilmäßig, an die Kunden weitergeben müssen", erklärt Schefner.

Grundsätzlich befürwortet er den Gesetzentwurf der Bundesregierung, dass Tankstellen künftig nur noch einmal am Tag die Preise anheben dürfen. Ob Sprit dann aber tatsächlich billiger wird, ist ungewiss. Deshalb beneidet der Ingolstädter gerade Mitbewerber, die im benachbarten Ausland tanken können. "Wir sind ja viel zu weit weg von irgendeiner Grenze", bedauert Schefner. "Wir sind gezwungen, diesen teuren Preis abzunehmen."

Schulbusfahrer: "Wir machen so lange weiter, wie es geht"

Auch im Schulbusunternehmen von Birgit Wagner und ihren 40 Mitarbeitern ist der teure Sprit zurzeit das Hauptthema. "Man muss halt schauen, wie lange das jetzt geht. Das ist eine politische Sache, wo wir keinen Einfluss haben", findet Schulbusfahrer Christoph Leusser. "Es ist nicht einfach. Man muss es so sagen, wie es ist", ergänzt Schulbusfahrerin Daniela Lupinacci und ihr Kollege Dietmar Vogel fügt hinzu: "Wir machen einfach so lange weiter, wie es geht."

Zwei Beispiele von vielen. Zahlreiche kleine bayerische Betriebe, die auf ihre Fahrzeuge angewiesen sind, kommen durch die aktuellen Spritpreise an ihre Belastungsgrenze.

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