Die Länderspielpause kam für Manuel Neuer gerade recht. So kann der Torhüter des FC Bayern in aller Ruhe seinen 40. Geburtstag feiern. Rund um seinen Ehrentag an diesem Freitag sollen auch Gespräche über seine Zukunft stattfinden. Und so stellt sich nicht zum ersten Mal die Frage: Hört Neuer nach dieser Saison auf oder hängt er doch noch eine Spielzeit dran?
Rekordspieler auf den Spuren von Uli Stein und Toni Schumacher
Während die allermeisten Bundesligaprofis mit 40 längst ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt haben, steht Manuel Neuer immer noch Woche für Woche im Tor des FC Bayern München. Nur wenige Spieler vor ihm waren mit 40 noch aktiv - die meisten davon Torhüter. Vor ihm standen bereits Uli Stein, Toni Schumacher, Bernd Dreher, Jens Lehmann und Claus Reitmaier mit über 40 noch im Kasten. Reiht sich Neuer also in diese illustre Reihe ein?
Seit 2011 steht der gebürtige Gelsenkirchener, der beim FC Schalke 04 ausgebildet wurde, für den FC Bayern München im Tor. Nach 15 Jahren beim Rekordmeister ist er längst zur Legende aufgestiegen. Und zum Rekordspieler. 372 Bundesligasiege hat Neuer vorzuweisen, so viele wie kein anderer Profi vor ihm. 245 Mal blieb er dabei ohne Gegentor - ebenfalls Rekord. Und sollte der FC Bayern, wonach es aussieht, erneut Deutscher Meister werden, wäre es Neuers 13. Meistertitel. Damit würde er mit Thomas Müller gleichziehen.
Macht Manuel Neuer noch ein Jahr weiter?
Wenn es nach seinem um 15 Tage jüngeren Trainer geht, muss mit 40 noch nicht Schluss sein für den Torwart: "40", sagte Vincent Kompany zuletzt, sei doch "jung". Gleichwohl scheint eine Entscheidung kurz bevorzustehen. Neuer ist dabei vor allem wichtig, die Entscheidung - wie sie auch ausfallen mag - "mit Überzeugung" zu treffen. So wie sein endgültiger Rückzug aus der Nationalmannschaft.
Also wie groß ist sie denn, die Überzeugung? Nun ja, viel hat Neuer dazu in letzter Zeit nicht sagen können. Sein Körper, in den er "reinhören" muss, wie Sportdirektor Christoph Freund kürzlich betonte, streikt ein wenig. Wegen zweier Faserrisse in der Wade verpasste Neuer seit Mitte Februar sechs Spiele, stand nur 45 Minuten auf dem Platz. Ähnliche Probleme hatten den langjährigen Nationaltorhüter bereits in den vergangenen beiden Spielzeiten zu Pausen gezwungen.
Max Eberl: "Auch mit 40 noch ein Top-Torhüter"
Auch mit nun 40 Jahren sei Neuer aber "immer noch ein Top-Torhüter in Europa", betonte Sportvorstand Max Eberl zuletzt. Qualität, so stellten es die Verantwortlichen der Bayern wiederholt klar, sei beim fünfmaligen Welttorhüter Neuer kein Kriterium, welches man infrage stellen sollte. Stattdessen müsse man "darüber reden, wie seine Motivation und seine Anspannung sind", sagte Eberl. "Hunger", betonte Kompany, "ist das wichtigste Wort."
Den hat Neuer immer wieder bewiesen. Bei all seinen Titeln - 34 sind es aktuell im Profi-Bereich -, aber vor allem vor nun drei Jahren. Ein Unterschenkelbruch, zugezogen beim Skifahren, hatte ihn an den Rand der Fußballer-Rente gebracht. Dass er sich nach über zehn Monaten Pause dennoch zurück kämpfte, "war schon beeindruckend", sagte Kompany kürzlich anerkennend.
Motivation und körperliche Fitness entscheidend
Ein kleiner Muskelfaserriss scheint da leicht zu verschmerzen. Für die heiße Phase der Triple-Jagd ab Anfang April soll Neuer den Bayern ohnehin wieder vollumfänglich zur Verfügung stehen. Doch selbst da sind die Münchner entspannt, nicht zuletzt dank Jonas Urbig, der sich als Neuers Lehrling längst für die Nachfolge des Großmeisters in Position gebracht hat. Der FC Bayern sei jedenfalls, so Freund, "für die Zeit nach Manuel sehr gut aufgestellt".
Erstmal aber feiert der Kapitän seinen Ehrentag, dann braucht es eine Entscheidung. "40", wiederholte Kompany, "ist jung, aber man muss schon viel Motivation haben, um immer wieder auf dieses Niveau zu kommen." Ansonsten gelte: "Dein Körper sagt irgendwann: Weiter oder nicht." Und was sagt Manuel Neuer?
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