Die Beschreibungen eines denkwürdigen Nachmittags ähnelten sich auf beiden Seiten: Während Augsburg-Profi Fabian Rieder von einem "wilden Spiel" sprach, bekundeten die Elversberger Maximilian Rohr und Lukas Pinckert, eine derart spektakuläre wie kuriose Partie "noch nie gesehen" beziehungsweise "noch nie erlebt" zu haben. Sieben Tore, vier Elfmeter - an Unterhaltungswert mangelte es beim 4:3 (3:1) der SV Elversberg gegen den FC Augsburg wahrlich nicht.
Schiedsrichter Exner und der VAR im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt stand dabei auch Schiedsrichter Florian Exner. Je zwei Elfmeter hatte er beiden Teams im Verlauf des Spiels zugesprochen, zwei Mal benötige er bei seinen Entscheidungen den VAR. Einen weiteren Strafstoß für Augsburg hingegen nahm er nach Ansicht der Videobilder wieder zurück.
FCA-Trainer Manuel Baum war bemüht, seine Kritik am Schiedsrichter in gemäßigte Worte zu fassen. "Die letzte Aktion war ein klarer Elfer", sagte er gegenüber BR24Sport. Ein 4:4 wäre aus seiner Sicht auch das verdiente Endergebnis gewesen.
Baum: Höchste Entscheidungskompetenz nicht mehr auf dem Platz
Was den Fußballlehrer noch mehr störte als die möglicherweise falsch getroffene Entscheidung: "Ich spüre eine Unsicherheit in vielen Aktionen." Es fühle sich "komisch" und "nicht mehr so echt" an, "dass die höchste Entscheidungskompetenz nicht mehr auf dem Platz liegt und so Unsicherheit entsteht. Das tut mir leid für uns alle."
Zur Einstellung des jahrzehntealten Bundesligarekords kam es so nicht: Fünf Elfmeter hatte es bislang nur beim 5:4 von Borussia Dortmund über Borussia Mönchengladbach im Jahr 1965 gegeben. Die Partie in Elversberg dürfte Exner, der in der 79. Minute nach VAR-Prüfung auch noch einen Treffer des SVE-Profis Raif Adam wegen Abseits zurücknehmen musste, dennoch nicht so schnell vergessen.
Unsicherheit auf dem Platz: Passiert hier noch was?
Augsburg-Coach Manuel Baum hatte sich nach Schlusspfiff vehement bei dem Referee beschwert, auch Elversberg-Coach Vincent Wagner schien nicht rundum glücklich mit dessen Leistung: "Die Schiedsrichter tun immer ihr Bestes, aber heute war es schon spannend, so würde ich das sagen", erklärte er bei DAZN.
Wagners Schützling Rohr versuchte es versöhnlich, "er hat es nicht schlecht gemacht", meinte der Verteidiger: "Wenn es strittige Szenen gibt, muss man die halt prüfen." Und doch gab er augenzwinkernd zu, sich des Sieges selbst mit Schlusspfiff noch nicht ganz sicher gewesen zu sein: "Man konnte sich gar nicht so richtig freuen, weil man nicht wusste, ob noch etwas passiert."
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