Drei Spiele - drei Siege. Dazu noch der Supercup-Titel. Besser hätte der Saisonstart für die Frauen des FC Bayern München nicht laufen können. Dass sie in der Bundesliga allen überlegen sind, haben sie letzte Saison schon bewiesen. Nur in der Champions League sind die FCB-Frauen noch ernsthaft gefordert. Diese Saison sind sie aber auch die einzige Mannschaft, die Deutschland zwischen der europäischen Konkurrenz vertritt. Die Münchnerinnen bekamen ein hartes Programm für die Ligaphase zugelost.
Wolfsburg & Frankfurt scheitern in CL-Quali
Am Mittwoch scheiterten der VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt beide dramatisch in der Champions League Qualifikation. Die Wölfinnen hatten das Hinspiel gegen Inter Mailand noch souverän mit 2:0 gewonnen, im Rückspiel zwangen die Italienerinnen sie dann bis zum Elfmeterschießen, wo sich der VfL schlussendlich bitter geschlagen geben musste.
Für die Eintracht aus Frankfurt war nach dem 1:1 im Hinspiel gegen PSG noch alles offen. Im Rückspiel hielten sie ebenfalls lange dagegen, brachen in der Verlängerung dann aber ein und kassierten vier Gegentore.
Top-Spielerinnen richten Blicke ins Ausland
Dabei waren beide Teams international schon erfolgreich. Als Vorgänger der Eintracht gewann der 1. FFC Frankfurt zwischen 2002 und 2015 vier Mal die Champions League. Wolfsburg hatte 2013 und 2014 in der Königsklasse triumphiert und stand 2016, 2018, 2020 und 2023 im Finale. In der ersten Saison nach dem Abgang von Stürmerstar Alexandra Popp und Macher Ralf Kellermann (beide zu Borussia Dortmund) erlebt das VfL-Team nun einen herben Rückschlag.
Diese Ergebnisse schmecken noch bitterer vor dem Hintergrund, dass immer mehr Spielerinnen aus der Bundesliga abwandern und Herausforderungen in England oder Spanien suchen. Allein in diesem Transfersommer hat es Selina Cerci, Carlotta Wamser, Nicole Anyomi, Geraldine Reuteler und Lisa Baum in die englische Women's Super League gezogen. Die deutsche Topspielerin Jule Brand spielt bereits ihre zweite Saison bei OL Lyonnes und die britische Nationalspielerin Georgia Stanway wechselte zurück in die finanzstarke englische Liga.
FBL e.V. will Bundesliga professionalisieren
Dabei spielt das Geld eine große Rolle. Noch immer ist die Bundesliga keine professionelle Liga, in der die Spielerinnen von ihrem Einkommen als Fußballerinnen leben könnten. In England ist das allerdings der Fall. Auch die Infrastruktur mit Trainingsbedingungen und physiotherapeutischer Betreuung spielen sicherlich eine Rolle, wobei eine Entwicklung diesbezüglich stattfindet und viele Bundesliga-Vereine bereits mehr in die Professionalisierung investieren.
Um hinter den anderen europäischen Ligen nicht noch mehr zurückzufallen, beschlossen die 14 Bundesliga-Klubs eine Ausgliederung der Frauen-Bundesliga und gründeten einen eigenen Ligaverband ohne den DFB. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit ist ein wesentliches Ziel der neu gegründeten Frauen-Bundesliga FBL e.V., die sich von der Saison 2027/28 an selbst organisiert und vermarktet.
Internationale Titel mit FC Bayern und DFB-Team möglich
Denn beim DFB wirkt es so, als sei das 2022 aufgesetzte Strategie-Papier "Frauen im Fußball FF 27" schon fast gescheitert. Der Verband verzeichnet zwar Wachstumsschübe in manchen Bereichen. Doch das zentrale Ziel bleibt ambitioniert: "Unsere Nationalmannschaften und die Vereine der Frauen-Bundesliga haben internationale Titel gewonnen" - bis nächstes Jahr.
Unmöglich ist es nicht, schließlich steht für die DFB-Auswahl im Sommer 2027 die Weltmeisterschaft in Brasilien an. Und auch der FC Bayern könnte bis dahin noch einen internationalen Titel gewinnen. Vergangene Saison sind die Münchnerinnen zwar im Halbfinale der Königsklasse am späteren Titelgewinner FC Barcelona gescheitert, jedoch haben sie bewiesen, dass sie gegen diese Top-Mannschaften mithalten können.
Der Münchner Verein investierte mit dem Kauf des Sportparks Unterhaching, der zur neuen Heimat der Bayern-Frauen ausgebaut wird, bereits viel in die Entwicklung des Frauenfußball. Bis 2029 soll dort ein High-Performance-Center entstehen, das sich an den führenden Leistungszentren Europas orientiert und laut FCB-Präsident Herber Hainer eine "Revolution im deutschen Frauenfußball" werden soll. Die Basis für einen zukünftigen Champions-League-Sieg?
Starke Gegner für FC-Bayern-Frauen in Champions League
Bis es zu einer möglichen Finalteilnahme kommt, ist es aber noch ein weiter Weg. Die FCB-Frauen müssen zunächst die Ligaphase der Champions League überstehen und die hält einige knifflige Aufgaben bereit. Wie die Auslosung in Nyon ergab, kommt es für die Münchnerinnen zum Wiedersehen mit Titelverteidiger FC Barcelona. Auch Paris Saint-Germain, Manchester City und Real Madrid könnten zum Stolperstein werden. Austria Wien und Benfica Lissabon sind hingegen leichtere Gegner.
Kein leichtes Unterfangen für den FC Bayern, den deutschen Frauenfußball in diesem Jahr alleinig zu repräsentieren.
