Die größte Sportveranstaltung der Welt startet wieder. Die Fußballweltmeisterschaft 2026, ausgerichtet in Kanada, Mexiko und den USA, hat begonnen. Die Vorfreude in Deutschland? Begrenzt. Laut ARD-DeutschlandTrend sagen 32 Prozent der Befragten, dass sie sich für das Turnier interessieren. 67 Prozent dagegen weniger oder gar nicht.
Mit dem Format "Was macht das mit dir?" tritt BR24 in den direkten Kontakt mit den Usern. Hunderte Rückmeldungen über Instagram, WhatsApp und Facebook zeigen: Auch in der BR24-Community scheint das Fußball-Fieber bei vielen noch nicht ausgebrochen zu sein.
Verlorener Zauber?
"Grundsätzlich bin ich ein sehr, sehr großer Fußballfan. Allerdings muss ich dazu sagen, die WM interessiert mich dieses Jahr überhaupt nicht. Der frühere Zauber der WM ist schon vor einiger Zeit verloren gegangen.", erklärt zum Beispiel Paul bei Instagram. Wie ihm geht es auch anderen Nutzern. Manche, so wie Marlon, kritisieren die fortschreitende Kommerzialisierung des Sports und der Weltmeisterschaften: "Alles wird nur noch kommerzialisiert mit der WM-Halbzeitshow oder auch mit den Ticketpreisen. Beziehungsweise auch mit den Getränken."
Doch nicht nur in diesem Bereich bekommt der Weltverband FIFA von der BR24-Community ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. So attestiert Kai "despotische Machtstrukturen" innerhalb des Verbandes.
Anstoßzeiten und Ticketpreise
Auch die hohen Ticketpreise trüben die Vorfreude, mittlerweile soll eine Eintrittskarte für die Gruppenphase schon tausend Dollar kosten. Das hinterlässt auch bei der BR24-Community einen bitteren Geschmack. Lukas ist ein großer Fußballfan und macht während der WM mit seiner Freundin Urlaub in Kanada. "Wir haben auch überlegt, uns ein Ticket zu kaufen. Aber wir waren zum einen zu spät dran, vor allem aber ist es uns das Geld gar nicht wert."
Ebenso die Zeitverschiebung zu den Ausrichterländern und die damit verbundenen, hierzulande, späten Anstoßzeiten beschäftigen die User. So schreibt zum Beispiel Rosemarie: "Mein Sohn und ich, wir schauen zusammen, wenn es von der Uhrzeit her passt. Und das wird jetzt spannend, weil Spiele ab 22 Uhr, das wäre happig."
Und dann auch noch Trump
Neben all diesen Punkten taucht ein weiterer immer wieder auf: Die politische Lage in den USA. Noch kurz vor Beginn der WM sorgte die untersagte Einreise eines somalischen FIFA-Schiedsrichters für Aufregung.
"Wenn schon ein somalischer Schiedsrichter von den USA nach Hause geschickt wurde, bloß weil er Somalier ist, beginnt schon die Wettbewerbsverzerrung.", schreibt User "Ma No Angelo". Henrike kritisiert den "Kontext USA und Trump [...], Trump als Selbstdarsteller, der sich überall peinlich in den Vordergrund spielen wird, die Aktivitäten von ICE etc." Bei ICE handelt es sich um die Einwanderungsbehörde der USA, die unter Trump immer wieder durch aggressives Vorgehen auffiel und bei deren Einsätzen es sogar zu Todesfällen kam, die für landesweite Proteste sorgten.
Stefan stellt fest: "Ich möchte das Gastgeberland aus politischen Gründen nicht unterstützen." Auch ein Boykott des Turniers ist für manche in der Community ein Thema.
Ulla findet "die WM hätte ausfallen müssen, doch es ist Fußball und da ziehen die wenigsten Leute mit. Sehr schade, damit hätte ein Zeichen gesetzt werden können." Ein anderer User plant seinen persönlichen Boykott: "Ganz einfach: Ich kaufe keine Fanartikel, gehe auf kein Public Viewing und begrenze meinen Konsum auf das frei verfügbare Programm."
Auch Vorfreude vorhanden
Neben viele negativen Perspektiven gibt es aber auch User, die den sportlichen Aspekt sehen und sich auf die kommenden fünf Wochen freuen. So zum Beispiel Jumanah: "Dieses Gemeinschaftsgefühl, sich zusammen zu freuen, dass alle wieder gut drauf sind, das ist einfach was Schönes und ich glaube, dass wir das auch brauchen."
Silvia schreibt "Ich freue mich total und wünsche unseren Jungs den Titel!". Die Chancen auf einen deutschen Erfolg sehen auch die Befragten des ARD Deutschland-Trends im Bereich des Möglichen: 20 Prozent aller Befragter glauben an (und hoffen auf) den nächsten deutschen WM-Titel.
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