Oberstdorf hat eine Nordische Ski-WM ausgerichtet. Und irgendwie auch nicht. Sportlich gingen die Titelkämpfe 2021 ganz regulär über die Bühne. Doch was eine Weltmeisterschaft eigentlich ausmacht, fehlte damals: die Fans. Wegen der Corona-Pandemie blieben die Tribünen leer, Zuschauer waren nicht zugelassen.
Entscheidung verzögert sich
Zehn Jahre später hofft der Allgäuer Wintersportort nun auf die nächste Chance. Am Mittwoch sollte der Ski-Weltverband FIS die Nordische Ski-WM 2031 vergeben. Doch die Entscheidung verzögert sich, am Mittwochabend hatte sich offenbar zwischen beiden Kandidaten keiner eindeutig durchsetzen können.
Für Oberstdorf wäre es bereits die vierte Nordische Ski-WM nach 1987, 2005 und 2021. Die Voraussetzungen sind ideal: Die Anlagen sind vorhanden, die organisatorische Erfahrung ebenfalls. Viele der Investitionen, die für die WM 2021 getätigt wurden, können weiterhin genutzt werden.
Die fehlenden Bilder von 2021
Doch die Bewerbung wird nicht allein mit Infrastruktur und Erfahrung begründet. "Nach der pandemiebedingten Geister-WM 2021 lebt der Wunsch, 2031 ein emotionales Sportfest mit vollen Rängen und nachhaltiger Wirkung auszurichten", schreibt beispielsweise der Deutsche Skiverband (DSV). In Oberstdorf wissen sie bis heute, dass die WM 2021 unter außergewöhnlichen Umständen stattfand. Während Athletinnen und Athleten um Medaillen kämpften, bestimmten Hygienekonzepte, Teststrategien und Zugangsbeschränkungen den Alltag. Fans fehlten fast vollständig.
Ihr Ziel für 2031 beschreiben die Oberstdorf-Organisatoren dagegen emotional mit Blick auf die vorletzte WM im Allgäu: "Ein Wintermärchen wie 2005, mit vollen Tribünen, ausgelassener Stimmung und echten Gänsehautmomenten." 2031 soll also endlich das werden, was 2021 hätte sein können. Nicht sportlich – wohl aber atmosphärisch.
Starke Konkurrenz aus Planica
Doch mit Planica steht ein prominenter Konkurrent bereit, der ebenfalls zu den traditionsreichsten Wintersportstandorten Europas zählt. Die Slowenen richteten erst 2023 die Nordische Ski-WM aus und verwandelten das Tal unter den berühmten Skiflugschanzen in ein großes Wintersportfest.
Anders als in Oberstdorf zwei Jahre zuvor waren die Bilder dort geprägt von vollen Tribünen und begeisterten Fans. Genau darin liegt ein besonderer Reiz dieser Vergabe: Zwei Austragungsorte, die erst vor wenigen Jahren Gastgeber einer Weltmeisterschaft waren, bewerben sich erneut um die Titelkämpfe.
Hoffnung auf eine WM mit Fans
Für Oberstdorf geht es um mehr als ein weiteres Großevent im Veranstaltungskalender. Es geht auch um die Erinnerung an jene WM im Winter 2021, als sportlich alles funktionierte, die Atmosphäre einer Weltmeisterschaft aber auf der Strecke blieb.
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