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Am 1.01.2027 startet das neue Altersvorsorgedepot
Bildrechte: picture alliance / ZB | Sascha Steinach
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Am 1.01.2027 startet das neue Altersvorsorgedepot

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Altersvorsorgedepot: Was gilt und für wen es sich lohnt

Altersvorsorgedepot: Was gilt und für wen es sich lohnt

Die Bundesregierung ordnet ihre Förderung der privaten Altersvorsorge neu. Ab dem kommenden Jahr löst das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente für Neuverträge ab. Grundlage sind Fonds und ETFs. Ob sich das lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Vorsorgemodell, mit dem Anlegerinnen und Anleger ihre Beiträge in ETFs und Fonds anlegen können. Es ist jedoch kein normales Wertpapierdepot, sondern eine feste Altersvorsorge mit staatlicher Förderung. Es kann mehr Renditechancen bringen als viele Riester-Produkte – aber auch mehr Risiko. Ehe man abschließt, sollte man einiges beachten. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Ab wann kann man ein Altersvorsorgedepot abschließen?

Das Gesetz ist schon vom Bundestag verabschiedet. Als staatlich gefördertes Produkt kann das Depot planmäßig aber erst ab dem 1. Januar 2027 abgeschlossen werden. Die konkreten Angebote müssen erst noch auf den Markt kommen. Wer schon jetzt auf Seiten von Banken, Brokern oder Versicherern landet, findet dort zwar schon Informationen, Wartelisten oder Werbung. Ein echter Produktvergleich ist aber noch nicht möglich. Es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass die Zahl der geförderten Verträge begrenzt sein könnte. Wer sich vormerken lässt, sollte daraus also keinen Handlungsdruck ableiten.

Wer bekommt die staatliche Förderung?

Gefördert werden sollen viele Gruppen, die auch bisher riestern konnten: Arbeitnehmer, Auszubildende, bestimmte Eltern in Kindererziehungszeiten, pflegende Angehörige, Beamte mit Datenfreigabe und Minijobber, sofern sie sich nicht von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Neu ist besonders die Öffnung für bestimmte Selbstständige und Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke. Nicht jeder ist automatisch förderberechtigt. Wer unsicher ist, sollte deshalb den eigenen Status prüfen.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung ist einfacher als bei Riester-Verträgen. Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr gibt der Staat 50 Cent pro eingezahltem Euro dazu. Für weitere Beiträge bis insgesamt 1.800 Euro gibt es 25 Cent pro Euro. Die maximale Grundzulage beträgt damit 540 Euro im Jahr. Für Kinder kommen bis zu 300 Euro pro Kind hinzu. Junge Sparer unter 25 Jahren können außerdem einmalig einen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro erhalten.

Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot besonders?

Besonders interessant kann es für junge Menschen sein, weil sie lange vom Zinseszinseffekt profitieren. Auch Familien können wegen der Kinderzulage stark profitieren. Für Selbstständige ist das neue Depot wichtig, weil sie künftig leichter in die staatlich geförderte private Vorsorge einbezogen werden. Entscheidend bleibt aber der Einzelfall: Ein gutes Altersvorsorgedepot braucht niedrige Kosten, ausreichend Laufzeit und eine Anlagestrategie, die zum eigenen Risikoempfinden passt.

Lohnt sich der Einstieg auch noch mit 50?

Ja, das ist möglich. Aber die Erwartungen sollten realistischer sein als bei einem Start mit 25 oder 35. Wer mit 50 beginnt, hat bis zur Rente weniger Zeit, Kursschwankungen auszugleichen. Die staatliche Förderung kann trotzdem ein Plus sein. Umso wichtiger werden niedrige Gebühren, eine passende Aktienquote und die Frage, ob man Wertschwankungen kurz vor Rentenbeginn aushält. Für sehr sicherheitsorientierte Sparer kann ein Garantieprodukt besser passen.

Worauf muss man bei Kosten und Gebühren achten?

Die Kosten sind einer der wichtigsten Punkte. Entscheidend ist nicht nur die Gebühr des einzelnen ETFs, sondern die Effektivkostenquote des gesamten Vertrags. Beim Standarddepot sollen diese Kosten auf höchstens 1,0 Prozent pro Jahr begrenzt sein. Andere Produkte können teurer werden. Das ist heikel: Schon ein Prozentpunkt mehr Kosten kann über Jahrzehnte einen erheblichen Teil der Rendite auffressen. Bedenken sollte man zudem, dass Erträge in der Ansparphase steuerlich begünstigt sind, die späteren Auszahlungen aber grundsätzlich versteuert werden müssen.

Wie sicher ist das Altersvorsorgedepot?

Staatlich gefördert heißt nicht staatlich garantiert. Beim Altersvorsorgedepot ohne Garantie wird das Geld am Kapitalmarkt angelegt, etwa in Fonds oder ETFs. Das bietet Renditechancen, bringt aber auch Wertschwankungen und mögliche Verluste. Wer mehr Sicherheit will, soll auch Garantieprodukte mit 80 oder 100 Prozent Garantie wählen können. Diese Sicherheit hat allerdings ihren Preis: Die Renditechancen sicherer Produkte sind in der Regel niedriger.

Was passiert mit meinem alten Riester-Vertrag?

Bestehende Riester-Verträge laufen weiter und haben Bestandsschutz. Niemand muss sie automatisch kündigen oder umstellen. Eine vorschnelle Kündigung kann sogar schaden, weil Zulagen, Steuervorteile oder Garantien verloren gehen können. Sinnvoll ist deshalb: Vertrag prüfen, Kosten und Garantien ansehen und erst dann entscheiden, ob Weiterzahlen, Beitragsfreistellung oder späterer Wechsel ins neue System infrage kommen.

Dieser Artikel ist erstmals am 5. Juni 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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