Geselle Timm (21) ist aus Überzeugung Zimmerer. Hoch oben baut und saniert er Dächer, deckt sie ab, entfernt alte Dämmungen und baut sie komplett neu auf. Für Timm ist der Job an der frischen Luft ein Pluspunkt, auch wenn er körperlich fordernd ist. "Man gewöhnt sich daran", erzählt er.
Um fit zu bleiben, geht er oft ins Fitnessstudio und trainiert dort vor allem den Rücken. Der leidet unter der schweren körperlichen Arbeit nämlich als erstes. Neben seinen gewöhnlichen Arbeitstagen geht es für Timm ab und zu auf Montage. Während einer Montage arbeitet er mit seinem Team an einem Projekt in einer fremden Stadt. Das heißt für ihn: ein 12-Stunden-Tag, damit alles im angegebenen Zeitraum fertig wird. Dafür haben Timm und sein Team nur vier Arbeitstage. Diese Zeit verbringt Timm im Hotel mit seinen Arbeitskollegen.
Der Geselle ist nicht die Ziellinie
Timm hat direkt nach seinem Hauptschulabschluss mit seiner Ausbildung als Zimmerer begonnen. Während der Ausbildung wechselte er den Betrieb und schloss sie nach vier Jahren mit einer Gesellenprüfung ab.
Nach einem Arbeitsunfall beschloss Timm, Geld für eine Weiterbildung zum Meister zu sparen, die er 2028 beginnen möchte. Der Meistertitel bietet ihm eine gute Altersvorsorge, die Erlaubnis zur Selbstständigkeit und die Möglichkeit, im Büro zu arbeiten. Die Kosten für einen Meistertitel liegen für Timm bei rund 16.000 Euro.
Im Video: Harte Arbeit, gutes Geld? So viel verdient ein Zimmerer auf dem Bau
Was verdient ein Zimmerer?
Timm wird pro Stunde bezahlt, sein Stundenlohn liegt bei 21,50 Euro. Sein Lohn variiert leicht, je nach geleisteten Arbeitsstunden. Da er in der Regel aber jeden Monat auf ziemlich genau 160 Arbeitsstunden kommt, variiert sein Gehalt um maximal 200 Euro.
Im Dezember 2025 lag sein Brutto bei 3.542 Euro. Sein Netto belief sich bei Steuerklasse 1 auf 2.403 Euro. Von diesem Netto fließen 100 Euro in die betriebliche Altersvorsorge, 40 Euro in einen Bausparvertrag und 27 Euro in die sogenannte Winterbauumlage.
Die Winterbauumlage
Denn: Als Zimmerer kann Timm im Winter wetterbedingt oft nicht arbeiten. Um vorzusorgen, gibt es das sogenannte Saison-Kurzarbeitergeld. Es wird von der Agentur für Arbeit (externer Link) gezahlt, um Jobs im Winter zu sichern.
Dafür wird ganzjährig eine Umlage aus den Löhnen im Baugewerbe erhoben. Timm zahlt dafür das ganze Jahr monatlich 27 Euro ein. Fällt im Winter an einem geplanten Arbeitstag wegen des Wetters die Arbeit aus, erhält Tim dann 60 Prozent seines Nettolohns. Bei Zimmerern mit Kind beträgt die Fortzahlung 67 Prozent.
Für Timm lohnt sich sein Beruf. Mit seinem Gehalt ist er glücklich. Zwar ist die Baubranche von Fachkräftemangel belastet, doch dafür steigt die Frauenquote in der Ausbildung, berichtet der Bund Deutscher Zimmermeister im Lagebericht 2025 (externer Link). Auch Gymnasiasten entschieden sich in den letzten Jahren vermehrt für eine Ausbildung. Diese wird auch immer wieder als Grundbaustein für ein Studium der Architektur oder der Fachplanung genutzt.
Über Geld spricht man nicht? Wir schon. Auf dem YouTube Kanal "Lohnt sich das?" stellt der BR Menschen und ihre Berufe vor: Wie kann man mit dem Gehalt leben? Was kann man sich leisten? Wir begleiten viele Menschen in ihrem Beruf und zeigen ihr Leben. Rentiert es sich, für das Gehalt zu arbeiten und damit das eigene Leben zu finanzieren?
Dieser Artikel ist erstmals am 5. April 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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