Die RSA Bankfiliale in Rechtmehring in Oberbayern bei Nacht.
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Bis tief in die Nacht dauerte die Generalversammlung des Bankhauses RSA. Am Ende waren über 80 Prozent der anwesenden Mitglieder für eine Fusion.
Bildrechte: Johannes Lenz, BR
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Bis tief in die Nacht dauerte die Generalversammlung des Bankhauses RSA. Am Ende waren über 80 Prozent der anwesenden Mitglieder für eine Fusion.

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Bankenkrimi zu Ende? RSA-Mitglieder stellen Weichen auf Fusion

Bankenkrimi zu Ende? RSA-Mitglieder stellen Weichen auf Fusion

Es ist der Höhepunkt einer Bankenkrise, die viele Menschen in Oberbayern seit Langem beschäftigt: Die Mitglieder des Bankhauses RSA haben über die Zukunft ihrer Bank entschieden und damit ein größeres Muster im Bankensektor bestätigt.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Vor wenigen Wochen wurde im großen Festzelt in Wasserburg noch ausgelassen das Frühlingsfest gefeiert – in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag herrschte dort allerdings alles andere als Partystimmung. Es ging um die Entscheidung, ob sich das Bankhaus RSA mit der VR Bank Rosenheim zusammenschließt – und damit seine Eigenständigkeit aufgibt. Viele Mitglieder hatten bis zuletzt gegen die Fusion gekämpft und gegenüber BR24 ihre Sorgen geäußert.

Nacht im Festzelt: Hohe Erwartung und hitzige Stimmung

Nach den Berichten über die schwierige Lage der Bank war absehbar, dass die Generalversammlung viele Mitglieder anlocken würde. Rund 5.200 Genossinnen und Genossen waren grundsätzlich stimmberechtigt – sie durften darüber entscheiden, ob die RSA in der benachbarten VR-Bank aus Rosenheim aufgeht. Nötig ist dafür grundsätzlich eine Zustimmung von drei Vierteln der Anwesenden. Mitglied Florian Bauer, der der Fusion kritisch gegenübersteht, sprach gegenüber BR24 von knapp über 1.000 Abstimmenden. Wie bereits im Herbst 2025 waren Medienvertreter von der Versammlung ausgeschlossen.

Dreiviertel-Mehrheit für die Fusion

Die Generalversammlung dauerte vom frühen Mittwochabend bis spät in die Nacht. Ergebnis: Die benötigte Dreiviertel-Mehrheit der Mitglieder der Genossenschaftsbank RSA hat dem Zusammenschluss mit der VR Bank Rosenheim zugestimmt. Über 80 Prozent waren dafür. Mitglied Florian Bauer war nach der fast sechsstündigen Mitgliederversammlung sichtlich enttäuscht und erleichtert zugleich: "Es ist schade, aber ich akzeptiere das demokratische Ergebnis natürlich. Vielleicht ist es aus betriebswirtschaftlicher Sicht für viele Banken besser, wenn man Fusionen durchführt, weil Zentralbereiche dann eben nur einmal gebraucht werden. Aber die Nähe zum Kunden geht meines Erachtens verloren und die Mitarbeiter werden bis zu einem gewissen Grad austauschbar."

Bankspitze sieht Fusion als einzige Rettung

Dem widerspricht der RSA-Vorstand Klaus Hatzel gegenüber BR24. Regionale Verankerung und Kundenkontakte vor Ort blieben für das Geschäftsmodell wichtig, betont er. Die Verschmelzung sei aus seiner Sicht die einzige Möglichkeit, die angeschlagene Genossenschaftsbank zu sichern. Die VR Bank Rosenheim sei ein starker Partner mit einer überdurchschnittlich hohen Eigenkapitalquote. Für kleine und mittlere Unternehmen in der Region erhöhten sich damit die Chancen auf größere und langfristigere Kredite.

RSA Bank Teil eines langfristigen Trends und doch einzigartig

Die Entwicklung bei der RSA-Bank steht in einem größeren Zusammenhang: In den vergangenen Jahrzehnten haben sich viele kleine Genossenschaftsbanken zu großen Instituten zusammengeschlossen. Ihre Zahl sank laut dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken von über 7.000 im Jahr 1970 auf knapp 650 im Jahr 2025 – ein Rückgang um etwa 90 Prozent. Als Gründe nennt Prof. Christoph Kaserer, Experte für Kapitalmärkte an der TU München, gegenüber BR24 Personalmangel, Effizienzdruck, die Konkurrenz durch Onlinebanken und immer mehr regulatorische Auflagen. Die Fusion in Wasserburg fügt sich damit in einen bundesweiten Trend ein.

Was bei der RSA Bank anders ist: Hier steht zusätzlich eine handfeste Risikokreditproblematik im Zentrum, die den Fusionsdruck massiv verschärft hat. Grund für die Schieflage ist laut RSA-Vorstand eine Vielzahl fauler Kredite. Die notwendigen Wertberichtigungen von Immobilien hätten das komplette Eigenkapital der Bank aufgezehrt. Kürzlich wurde bekannt, dass das angeschlagene Bankhaus weitere Garantien vom Stützungsfonds des Branchenverbands BVR benötigt. Es geht nun um Hilfen in Höhe von 112 Millionen Euro, das habe laut RSA-Vorstand die Prüfung des Jahresabschlusses 2025 gezeigt, der auch auf der Generalversammlung thematisiert wurde.

Der Genossenschaftsverband Bayern weist gegenüber BR24 die Spekulationen von Genossenschaftsmitgliedern zurück, seine Prüfungen seien bewusst härter als nötig angesetzt worden, um durch hohe Wertberichtigungen und Personaldruck die RSA-Bank in eine Lage zu bringen, in der eine Fusion als alternativlos erscheint.

Nächste Schritte nach der Mitgliederversammlung

Nach dem Ja der nötigen Dreiviertel-Mehrheit der Mitglieder wird die RSA Bank schrittweise in die "Meine Volksbank Raiffeisenbank" Rosenheim integriert. Systeme, Produkte und Konten werden zusammengelegt, die Marke RSA dürfte mittelfristig verschwinden. Die Stabilisierung übernehmen der genossenschaftliche Sicherungsfonds und die VR Bank Rosenheim.

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