So hätte das deutsch-französische FCAS-Flugzeug ausgesehen.
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FCAS-Aus: Bayerische Firmen wollen eigenen Kampfjet bauen

FCAS-Aus: Bayerische Firmen wollen eigenen Kampfjet bauen

Nach langem Tauziehen ist das deutsch-französische Kampfflugzeugprojekt FCAS gescheitert. Für die Bundeswehr und auch die deutsche Industrie-Politik beginnt nun die Suche nach Alternativen. Bayerns Wirtschaft könnte davon profitieren.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

In der deutschen Luft- und Raumfahrtbranche war man schon lange davon ausgegangen, dass die Idee eines deutsch-französischen Kampfjets erneut scheitern würde. Schließlich war Frankreich bereits in den Achtzigerjahren bei der Entwicklung des heutigen Eurofighters ausgestiegen.

Deswegen haben acht Unternehmen in den vergangenen Monaten hinter den Kulissen an einem Alternativ-Projekt gearbeitet, das nun offiziell vorgestellt werden soll. Die Idee: Ein Kampfflugzeug der sogenannten 6. Generation, bei dem unter Federführung von Airbus wesentliche Technologien von weiteren deutschen Firmen entwickelt und zugeliefert werden.

Zum Video: Wer trägt die Verantwortung für das Scheitern von FCAS

Mario Kubina in Berlin.
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Mario Kubina in Berlin.

Projektpartner sitzen vor allem in Bayern

Bei den deutschen Firmen handelt es sich im Wesentlichen um Unternehmen, die ihren Sitz in Bayern haben oder zumindest große Standorte im Freistaat unterhalten. Weitere europäische Partner – etwa aus Spanien oder Schweden – sollen sich demnach ebenfalls beteiligen können.

Konsortialführer Airbus zum Beispiel beschäftigt in seinem militärischen Flugzeugwerk Manching mehr als 6.000 Mitarbeitende. Dazu kommen unter anderem der Triebwerksanbieter MTU, Liebherr als Spezialist für Fahrwerke und Klimatisierung und die Sensorik- und Elektronikanbieter Rohde und Schwarz.

Das Projekt gilt als technologisch sehr anspruchsvoll: Die Bundeswehr erwartet eine Maschine, die sowohl mit Tarnkappentechnologie ausgerüstet ist, gleichzeitig aber auch digital vernetzt mit ganzen Schwärmen von Drohnen kommunizieren und diese auch steuern kann.

Zum Video: Wie Bayern vom Scheitern des Projekts profitieren kann

Modell des Kampffliegers.
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In Manching sollte er eigentlich entstehen: Der neue Kampfjet des deutsch-französischen Projektes FCAS.

Gewerkschaft fordert schon lange Alternativen zu FCAS

Bei Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften dürfte diese Idee gut ankommen. Für die bayerische IG Metall war schon lange klar: Man brauche "FCAS, aber anders". So war ein Protesttag überschrieben, bei dem Anfang März tausende Beschäftigte von Airbus und MTU an Standorten wie München und Manching teilnahmen.

Schon zuvor hatten Gewerkschaftsvertreter, Betriebsräte und auch der Brancheverband BDLI das deutsch-französische Kampfflugzeugprojekt in seiner bisherigen Konstruktion für gescheitert erklärt. Sie forderten immer wieder einen Neuanfang ohne die französische Seite. Nach dem offiziellen Aus für das deutsch-französische Prestigeprojekt könnte diese Forderung nun erfüllt werden. Vieles deutet darauf hin, dass bayerische Standorte davon profitieren.

Woran scheiterte der FCAS-Kampfjet?

Das 2017 auf den Weg gebrachte deutsch-französische Projekt hatte nach Einschätzung von Experten schon immer eine eher politische als militärische Logik. Es sollte unter Beweis stellen, dass große europäische Technologie-Partnerschaften machbar sind.

Dahinter steckte immer auch finanzielle Knappheit. So bestimmte bei der Gründung des Projekts ein Spardiktat die Verteidigungsbudgets in Deutschland und Frankreich, die "Zeitenwende" und eine massive Erhöhung der Budgets lagen in der Zukunft und waren nicht absehbar. Deswegen einigte man sich damals – quasi aus der Not – auf viele Kompromisse beim Entwurf des Flugzeuges.

Heute allerdings ist die Situation anders. So fühlen sich Europas Staaten von einem imperial denkenden Russland bedroht und stellen ihren Armeen sehr viel mehr Geld zur Verfügung. Gerade die französische Industrie rund um den Flugzeugbauer Dassault pochte deswegen mehr und mehr darauf, die industrielle Führung an sich zu ziehen.

Aus dem ursprünglichen Gemeinschaftsprojekt wäre mehr und mehr ein französisches Kampfflugzeug mit deutschen Juniorpartnern geworden, so der Vorwurf von Airbus und anderen. Deswegen scheiterte FCAS am Ende, trotz vieler Vermittlungsbemühungen der Regierungen.

So hätte das deutsch-französische FCAS-Flugzeug ausgesehen. Der Fighter steht als Modell in Lebensgröße in Frankreich vor den Hallen von Dassault Aviation
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So hätte das deutsch-französische FCAS-Flugzeug ausgesehen.

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